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MANZ-Porträt des Monats: Stark im Wir - Alexandra Winkler-Janovsky

News   •   Jun 03, 2019 17:15 CEST

Alexandra Winkler-Janovsky (Foto: privat)

Frühling, Sommer, Herbst und Winter: Jahreszeiten spielen im Leben von Alexandra Winkler-Janovsky eine untergeordnete Rolle. Ihr Jahreskreis richtet sich nach den Bilanzstichtagen ihrer Kunden. Deshalb ist die auf Jahresabschlüsse spezialisierte Wirtschaftsprüferin seit Monaten unterwegs. „Wir arbeiten direkt vor Ort bei den Kunden, der unmittelbare Kontakt ist Teil der Serviceleistung“, sagt sie, steigt Montagfrüh ins Auto, verbringt ihre Woche „mit vielen Nachtschichten“ in Hotels und kehrt Freitagabend wieder nach Wien zurück.

Die Großmutter war Hofrätin in der Finanzverwaltung

Aber an einem windigen Samstag im Mai hat sie eine Stunde Zeit auf einen Grande Capuccino im Café Aumann im 18. Bezirk. Ein paar hundert Meter stadteinwärts sei sie aufgewachsen, erzählt sie, eine Jugend im neunten Wiener Bezirk. Ihr Vater, seiner Ausbildung nach Anglist, war in einer Großbank beschäftigt, ihre Mutter Hausfrau. Ihre berufliche Orientierung habe vielleicht aber auch mit der Großmutter zu tun, einer promovierten Juristin, die nach dem Zweiten Weltkrieg als eine der wenigen Frauen in die Finanzverwaltung eintrat und Hofrätin wurde.

Alexandra Winkler-Janovsky absolvierte ihre Schulzeit im Mädchengymnasium Maria Regina, danach in der Handelsakademie. Die berufsbildende Schule war die Idee ihres Vaters, der eine kaufmännische Ausbildung als wichtig erachtete. So ziemlich alles fiel ihr leicht. „Entweder man versteht Buchhaltung oder nicht“, lacht sie. Nach der Matura 1997 entschied sie sich für das Studium der Internationalen Betriebswirtschaft, weil „ich immer auch Sprachen sehr mochte.“

„Der Bankensektor interessierte mich“

„Man lernt in kurzer Zeit extrem viel in meinem Beruf“, sagt sie über eine Karriere, die bei Ernst & Young begann, sie 2002 zur Konkurrenz, der KPMG, wechseln ließ („der Bankensektor interessierte mich“) und 2005 zur Wirtschaftsprüfungskanzlei Grant Thornton brachte. Als Wirtschaftsprüferin hat sie sich auf Jahresabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) spezialisiert und einen zusätzlichen Schwerpunkt in Fragen der Qualitätssicherung gesetzt.

Wenn Winkler-Janovsky von ihrem Beruf spricht, tut sie das immer als „Wir“, weil sie weiß, wie wichtig Team-Play ist. 2018 splittete sich Grant Thornton nach einer Reihe von in der Branche üblichen Fusionen in zwei Gruppen: Winkler-Janovsky und einige weitere Partner schlossen sich dem BDO-Netzwerk an. Seit 2015 ist sie auch als Autorin bei MANZ tätig. Diese Zusammenarbeit ist einem tierischen Zufall geschuldet.

Eine Katze stellte die Verbindung "Wiener Kommentar zum Unternehmensgesetzbuch" her

2014 war Winkler-Janovsky durch die Gesetzesänderungen in der Rechnungslegung stark gefordert und arbeitete viel zu Hause. Und eines Abends lief ihr eine Katze zu, die, wie sich in der Folge herausstellen sollte, zum erweiterten Familienkreis von Unternehmensrechtsexperten Manfred Straube gehörte. Als die Katze abgeholt wurde, entdeckte man das gemeinsame Fachgebiet, „weil der Straube-Kommentar zum Unternehmensgesetzbuch aufgeschlagen am Tisch lag“.

Straube stellte den Kontakt zu MANZ her. 2016 erschien ein zweisprachiger Band zum Rechnungslegungsänderungsgesetz, den Winkler-Janovskys Vater ins Englische übersetzte. 2017 folgte ein Werk zu IFRS 15. Seit 2017 arbeitet sie am Wiener Kommentar zum Unternehmensgesetzbuch mit, den Straube herausgibt. Dabei arbeitet Winkler-Janovsky immer wieder eng mit ihren Kollegen Josef und Jürgen Töglhofer zusammen. Dass ihre beiden Mitautoren Vater und Sohn sind, erzeugt steuerberaterisches Family-Feeling.

Selbstverständliche Teamplayerin

Sei es als Prüferin, Autorin oder familiär: Das Wir-Gefühl ist für Alexandra Winkler-Janovsky selbstverständlich. Seit 2009 ist sie mit einem auf Insolvenzrecht spezialisierten Anwalt verheiratet, die beiden leben mit dem stattlichen Kater James im 19. Bezirk. „Wenn ich weg bin, machen mein Mann und mein Kater auf Männer-WG“, lacht sie, doch dieses Wochenende wird sie auch da sein und arbeiten. Ihr Kater sitzt gerne auf den Gesetzbüchern, erzählt sie, dabei ist ihm das UGB lieber als die IFRS.

Und was macht Alexandra Winkler-Janovsky, wenn sie einmal nicht am Computer sitzt? „Ich schreibe Briefe – traditionell mit Tinte, auf Papier und mit Briefmarke“, sagt sie und hält auf diese Weise seit Jahren eine Reihe von Brieffreundschaften aufrecht. Und manchmal besucht sie auf ihren Reisen ihre Brieffreundinnen. „Immer im Herbst, denn dann können wir uns am ehesten einmal zwei Wochen am Stück freinehmen und privat reisen“, sagt sie. In Australien war sie schon drei Mal.

Karin Pollack

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