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Letzte Post aus Nazideutschland

Pressemitteilung   •   Dez 06, 2011 12:12 CET

Vor zehn Jahren entdeckte Torkel S Wächter einige Umzugskartons auf dem Dachboden seines Elternhauses in Stockholm. Sie enthielten Briefe, Tagebücher, alte Aufsatzhefte, Zeitungsausschnitte und eine Zigarrenschachtel mit Schwarzweißfotografien. In einem der Kartons lag zuunterst eine Plastiktüte mit 32 Briefkarten in Sütterlin, die  während des Weltkriegs von Deutschland nach Schweden geschickt wurden. Die Postkarten waren alle an einen gewissen „Walter“ adressiert. Es brauchte eine Zeitlang, bis Torkel S Wächter klar wurde, dass es sich bei jenem Walter, der dort immer wieder als Adressat der 32 Postkarten auftaucht, um seinen (1983) verstorbenen Vater handelt, den der Sohn als Michael kannte.

 

Die Entdeckung der Postkarten war der Anfang einer Reise in die Vergangenheit. In den letzten zehn Jahren hat Torkel S Wächter den Nachlass seines Vaters durchgesehen: ”Ich habe Deutsch gelernt, Zeit in verschiedenen Archiven verbracht und Menschen getroffen, die mir von dem erzählten, wonach ich nie fragte. Ich habe neue Freundschaften geschlossen und Verwandte kennen gelernt, von denen ich nie zuvor gehört hatte. Mir ist klar geworden dass Dinge, die verloren gingen, nicht für immer fort sein müssen.”

 

32 Postkarten erzählt von einigen Menschen, die zum Untergang verurteilt waren und von der Stadt in der sie lebten. Die Geschichte handelt auch vom Leben Walter Wächters, der sich als deutsch-jüdischer Flüchtling in Schweden aufhält. Aber vor allem geht es in dieser Erzählung um Liebe und den Glauben an die Zukunft. Die erste der 32 authentischen Briefkarten wurde am 29. März 2010 veröffentlicht. Auf den Tag genau 70 Jahre, nachdem sie geschrieben wurde. Die folgenden 31 Briefkarten sind in Simulierter Echtzeit veröffentlicht worden, an dem Datum, an dem sie geschrieben wurden, jedoch mit siebzigjähriger Verzögerung. Die letzte Postkarte ist von Torkel S Wächters Großeltern geschrieben und wird heute, am 6. Dezember 2011, veröffentlicht. Auf den Tag genau 70 Jahre nachdem Gustav und Minna Wächter von Hamburg nach Riga deportiert wurden.

Auf 32postkarten.com können Sie 32 authentische Briefkarten lesen, die in den Jahren 1940 und 1941 von Hamburg nach Schweden geschickt wurden. Die erste  wurde am 29. März 2010 veröffentlicht – also auf den Tag genau 70 Jahre nachdem sie geschrieben wurde. Die folgenden 31 Briefkarten sind in Simulierter Echtzeit veröffentlicht worden – am Datum ihrer Entstehung aber mit siebzigjähriger Verzögerung. Die letzte Postkarte wird heute, am 6. Dezember veröffentlicht.