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Marder mögen Ostschweizer Autos

News   •   Mai 11, 2016 15:27 CEST

Bild: Keystone

Jetzt fängt sie an, die Hochsaison für Marderschäden. Von Mai bis Juni ist das Revierverhalten der Steinmarder besonders ausgeprägt; oft suchen sie dann in Autos Unterschlupf, knabbern die Kabel an und sorgen für viel Unmut. Der Schadenbetrag ist zwar meist überschaubar – bei der AXA Winterthur beläuft er sich durchschnittlich auf rund 400 Franken. Ärgerlich ist es aber allemal, wenn über Nacht beim Auto plötzlich nichts mehr geht – oder aufgrund eines zerbissenen Bremskabels gar ein Unfall droht.

Marder sind weniger in Bergkantonen unterwegs

Alleine bei der AXA Winterthur wurden im vergangenen Jahr rund 17'000 Marderschäden gemeldet. Eine Auswertung zeigt: Die Wahrscheinlichkeit für solche Unannehmlichkeiten ist in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Jura, Thurgau und St. Gallen besonders hoch. Relativ zur Anzahl der versicherten Autos schlagen die Tiere dort nämlich am häufigsten zu. Lenkerinnen und Lenker in den besonders gefährdeten Kantonen haben ein über 40 Prozent höheres Risiko für einen Marderschaden am Auto als der Durchschnitt. Auf ein Auto bezogen heisst das: Rund alle 25 bis 35 Jahre ist mit einem Marderschaden zu rechnen. In Graubünden, Wallis oder Genf hingegen müssen Autofahrer kaum über die Marder ärgern: Ihr Risiko für einen Marderschaden ist um 60 bis 80 Prozent geringer als der Schnitt – etwa ein Schaden alle 200 Jahre. 

Datenquelle und Diagramm: AXA Winterthur. Die Karte zeigt die Schadenfrequenz (Anzahl gemeldeter Marderschäden / Anzahl versicherte Fahrzeuge im Kanton) für Marderschäden relativ zur Schadenfrequenz in der Schweiz. Lesebeispiel: Im Kanton Graubünden ist die Wahrscheinlichkeit für einen Marderschaden am Auto nur 20-40 Prozent so hoch wie im Schweizer Schnitt.

Nun ist es unwahrscheinlich, dass Bündner Autos den Mardern weniger gut schmecken als Appenzeller. «Grund für die Unterschiede dürfte die Geographie der der verschiedenen Kantone sein», erläutert Fredy Egg, Leiter Schaden bei der AXA Winterthur. So kommen Steinmarder in der Schweiz nur bis in mittlere Höhenlagen vor – in einem bergigen Kanton leben also deutlich weniger der Raubtiere als in tieferen Lagen.

Am besten in der Garage parkieren

Die gute Nachricht für Flachland-Autobesitzer: In den vergangenen Jahren haben Marderschäden tendenziell abgenommen. «Mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt das an der technischen Entwicklung der Fahrzeuge. Moderne Autos haben weniger frei zugängliche Komponenten, die ein Marder anknabbern könnte, da der Motorenblock deutlich besser eingekapselt ist als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war», vermutet Fredy Egg. Etwas gegen Marderschäden zu unternehmen, lohnt sich trotzdem – gerade in besonders gefährdeten Gegenden. «Den besten Schutz bietet nach wie vor eine geschlossene Garage», erklärt der Schadenchef der AXA Winterthur.

Versicherung von Marderschäden

Schäden, die ein Marder an einem Auto verursacht hat, sind über die Vollkasko- oder Teilkasko-Versicherung gedeckt. Dazu gehören insbesondere Biss- und Folgeschäden.