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Pfingsten: Fast ein Fünftel mehr Töffunfälle

News   •   Mai 12, 2016 14:00 CEST

Bild: AXA Winterthur

Auch wenn die Wetterprognose für das Pfingstwochenende nicht ideal ist, machen sich auch dieses Wochenende wieder unzählige Töfffahrer zu ihren traditionellen Pfingstmotorradtouren auf. Doch Vorsicht: Wie Zahlen der AXA Winterthur zeigen, steigt das Unfallrisiko für Motorradfahrer am Pfingstwochenende markant. Im Vergleich (2008-2015) ereignen sich im Schnitt an einem Pfingstwochenende 18,1 Prozent mehr Kollisionen von Motorrädern als an einem normalen Wochenende von April bis September. Und je schöner das Wetter, desto höher die Gefahr, denn bei mildem Pfingstwetter sind nicht nur mehr Töff unterwegs, sondern das Verkehrsaufkommen ist generell höher – was wiederum die Gefahr einer Kollision erhöht.

Traditionell nutzen viele Biker das Pfingstwochenende um die Saison einzuläuten und rollen dann das erste Mal im Jahr über den Asphalt. «Gerade zu Saisonbeginn mangelt es den Zweiradlenkern aber noch an der notwendigen Routine, viele schätzen ihre Fähigkeiten falsch ein und dann kommt es schneller zu zum Teil folgenschweren Fahrfehlern», sagt Bettina Zahnd, Leiterin der Unfallforschung & Prävention der AXA Winterthur.

Unfälle enden mit Verletzungen

Denn Motorradfahrer sind risikobehaftete Verkehrsteilnehmer: Gab es im 2015 als Unfallfolge bei den Personenwagen gerade mal 12,5 Prozent Leicht- und Schwerverletze, waren es bei den Motorrädern knapp 78 Prozent. Und am häufigsten trifft es dabei vor allem junge Fahrer, denn gemäss den Zahlen der AXA Winterthur weisen die unter 30-Jährigen eine deutlich höhere Schadenfrequenz auf als ältere Motorradfahrer. Als häufigste Ursachen aller Motorradkollisionen zählt die AXA Winterthur insgesamt Selbstüberschätzung, fehlende Fahrpraxis und eine zu grosse Risikofreude.

«Ideal ist es, jeweils zum Saisonstart ein professionelles Fahrtraining zu absolvieren», rät Bettina Zahnd. Nicht nur Jung- oder Neulenker profitieren von den Trainings, auch erfahrenen Lenkern hilft es, schnell und sicher wieder an das Können aus dem Vorjahr anzuknüpfen. Denn zur souveränen Beherrschung eines Motorrads braucht es nicht nur Erfahrung, sondern auch Routine und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Töff werden oft übersehen

Doch es liegt nicht nur an den Motorradfahrern, auch die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich im Frühling erst wieder an die Präsenz der Zweiräder auf der Strasse gewöhnen. «Rund zwei Drittel der Kollisionen von Autos und Motorrädern werden von Autos verursacht», erklärt Bettina Zahnd. Oftmals werden Motorradfahrer im Strassenverkehr übersehen oder deren Geschwindigkeit wird falsch eingeschätzt. Daher ist es ratsam, auffallende Kleidung zu tragen, beispielsweise eine gelbe Warnweste oder gelbe Warngurte. Auch der Helm kann andere Verkehrsteilnehmer schneller auf den Fahrer aufmerksam machen; vor allem weisse oder in grellen Farben gestaltete Helme werden von anderen gut erkannt.

Die Tipps aus der Unfallforschung & Prävention der AXA Winterthur für eine unfallfreie Töffsaison

  • Machen Sie zu Beginn der Saison ein Fahrtraining. Das macht nicht nur Spass, es bringt vor allem Sicherheit und Selbstvertrauen, welches hilft, prekäre Situationen unfallfrei zu meistern
  • Fahren Sie vorausschauend, defensiv und partnerschaftlich
  • Tragen Sie helle, gut sichtbare Sicherheitskleidung
  • Sorgen Sie für ein technisch einwandfreies Motorrad und eine gute Bereifung
  • Machen Sie sich körperlich fit für die erste Ausfahrt, denn Motorradfahren ist anstrengend
  • Passen Sie die Geschwindigkeit an die Umstände auf den Strassen und das eigene Können an
  • Halten Sie stets genügend Abstand zu anderen Fahrzeugen
  • Bleiben Sie gelassen und ruhig, auch wenn vor allem die erste Ausfahrt der Saison euphorisch stimmt