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AXA setzt auf teilautonome BVG-Lösungen

Pressemitteilung   •   Apr 10, 2018 07:00 CEST

Bild: AXA

Der grösste Schweizer KMU-Versicherer fokussiert künftig ganz auf teilautonome Lösungen und wird die für die Kunden zunehmend unattraktive Vollversicherung nicht mehr anbieten. Firmen und ihre Angestellten erhalten durch diese Neuausrichtung bessere Konditionen, gleichzeitig kann die Generationenfairness in der zweiten Säule erhöht werden.

Um 10 Uhr findet eine Medienkonferenz statt.

Anhaltend tiefe Zinsen, eine zunehmende Umverteilung zulasten der Berufstätigen und ein enges Anlagekorsett führten bei der Vollversicherung in den letzten Jahren zu einem immer unvorteilhafteren Preis-Leistungs-Verhältnis für die Firmen und ihre Angestellten. Bereits in den letzten Jahren haben deshalb immer mehr Unternehmen ein teilautonomes Vorsorgeangebot gewählt. Zudem werden Vollversicherungspolicen von den Lebensversicherern branchenweit nur noch selektiv gezeichnet.

Die AXA und die zuständigen Stiftungsräte haben nun entschieden, künftig keine Vollversicherungen mehr anzubieten und die bestehenden Vollversicherungsstiftungen per Anfang 2019 in teilautonome Stiftungen umzuwandeln.

«Teilautonome Lösungen sind für unsere Kunden unter den veränderten Rahmenbedingungen flexibler, fairer und attraktiver. Mit der Umstellung können wir im Bereich der beruflichen Vorsorge wieder wachsen und den Schweizer KMU auch in Zukunft als starker Partner zur Seite stehen», sagt Fabrizio Petrillo, CEO der AXA Schweiz.

Bessere Ertragschancen – 30 Prozent tiefere Risikoprämie

Aufgrund der weniger einschränkenden regulatorischen Vorgaben haben teilautonome Stiftungen bessere Möglichkeiten, um mit dem vorhandenen Sparkapital Ertragschancen für die Versicherten wahrzunehmen. Dadurch können die systemfremden Umverteilungen von der jüngeren zur älteren Generation und vom überobligatorischen in den obligatorischen Bereich eingedämmt werden.

Für die Firmen und ihre Angestellten wirkt sich dies positiv auf die Konditionen aus: Die Kunden der neuen teilautonomen AXA Stiftungen zahlen ab 2019 im Vergleich zur heutigen Vollversicherung durchschnittlich rund 30 Prozent tiefere Risikoprämien, und der Umwandlungssatz für das Überobligatorium kann stabiler gehalten werden als in der Vollversicherung, bei der weitere Reduktionen unumgänglich würden. Zudem ist wieder eine adäquate Verzinsung der überobligatorischen Guthaben möglich, was in der Vollversicherung nicht mehr der Fall war.

Fabrizio Petrillo: «Mit teilautonomen Lösungen besteht die Aussicht auf höhere Renten bei der Pensionierung, und dies zu einem günstigeren Preis. Damit gewinnen die Versicherten längerfristig mehr Sicherheit für das Alter.»

Solide Überdeckung

Der Zeitpunkt für die Umstellung ist günstig, weil im gebundenen Kapital der Vollversicherungen derzeit noch bedeutende Bewertungsreserven von rund 3,5 Milliarden Franken enthalten sind (Berechnung per 31.12.2017), die AXA den neuen teilautonomen Stiftungen als zusätzliches Polster übertragen kann. Insgesamt gehen Anlagen im Wert von rund 31 Milliarden Franken an die Stiftungen über, was Stand heute bei einem technischen Zins von 2 Prozent einem soliden Deckungsgrad von rund 111 Prozent entspricht. Thomas Gerber, Leiter Vorsorge bei der AXA Schweiz: «Damit können die Stiftungen mit einer soliden Reserve in die teilautonome Zukunft starten.»

Die Risiken Tod und Invalidität sind weiterhin bei der AXA abgesichert, während das Anlagerisiko an die Stiftungen übergeht. Die AXA bleibt weiterhin für die Verwaltung der Anlagen zuständig und bietet als weltweit renommierter Asset Manager beste Voraussetzungen, dass die Spargelder sicher und gewinnbringend angelegt werden.

Für bestehende Altersrentner ändert sich nichts

Die per Ende 2018 bestehenden Altersrentner verbleiben zu unveränderten Konditionen im Bestand der AXA, sodass die neuen teilautonomen Stiftungen ohne Nachreservierungsrisiko für laufende Altersleistungen in die Zukunft starten können. Diese günstige Altersstruktur wird es den Stiftungen auch erlauben, attraktive Konditionen für Neuversicherte zu bieten.

Der von AXA und den zuständigen Stiftungsräten beschlossene Wechsel zur teilautonomen Lösung erfolgt in Absprache mit der BVG- und Stiftungsaufsicht des Kantons Zürich (BVS). Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA prüfte die Einhaltung der versicherungsaufsichts-rechtlichen Anforderungen.

Mehr Freiraum für Wachstum

Mit der Neuausrichtung nimmt die AXA eine Verkleinerung ihres Prämienvolumens in Kauf, da die Sparbeiträge der mehr als 260'000 in der Vollversicherung Versicherten künftig in der jeweiligen teilautonomen Stiftung verbucht werden. Das Prämienvolumen aus der Vollversicherung wird sich dadurch um rund 5,5 Milliarden Franken reduzieren und der Jahresgewinn um rund 30 Millionen Franken tiefer ausfallen (nach IFRS). Die Umstellung hat zudem eine einmalige Abschreibung in der Höhe von rund 400 Millionen Franken zur Folge, welche das Ergebnis im ersten Halbjahr 2018 belasten wird (nach IFRS). Gleichzeitig werden durch die Neuausrichtung rund 2,5 Milliarden Franken an Risikokapital frei.

Fabrizio Petrillo: «Mit der Neuausrichtung können wir im BVG-Geschäft jetzt den Fuss wieder vom Bremspedal nehmen und den Schweizer KMU attraktivere Vorsorgelösungen anbieten. Unser Ziel ist es, im Geschäft mit der beruflichen Vorsorge künftig wieder deutlich mehr Neukunden aufzunehmen.»

Mit über 40'000 BVG-Kunden und mehr als 400'000 Versicherten bleibt die AXA weiterhin ein führender Anbieter in der 2. Säule und wird ab 2019 die Nummer 1 im teilautonomen Markt.

Hinweis an die Redaktionen

Pressekonferenz

Um 10 Uhr findet im Hotel Park Hyatt, Beethovenstrasse 21, 8002 Zürich (Ballsaal) eine Medienkonferenz statt mit Fabrizio Petrillo, CEO AXA Schweiz, und Thomas Gerber, Leiter Vorsorge AXA Schweiz. Anschliessend an die Präsentation gibt es eine Frage- und Antwortrunde. Journalisten, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, sich telefonisch einzuwählen. Bitte wählen Sie sich ca. 10 Minuten vor Konferenzbeginn unter +41 58 262 07 11 (Zugangscode 232882) ein. Die Präsentation ist ab 9.45 Uhr auf unserer Website http://www.axa.ch/medien verfügbar. Die Pressekonferenz findet auf Deutsch statt.

Hintergrund


Vollversicherung: Die Schere zwischen Rentenverpflichtungen und Anlageerträgen öffnet sich immer weiter

Der Entscheid der AXA und der zuständigen Stiftungsräte, künftig auf teilautonome Lösungen zu setzen, ist Folge einer sich immer weiter öffnenden Schere in der beruflichen Vorsorge: Auf der einen Seite werden die Menschen immer älter, was zu länger dauernden Rentenverpflichtungen führt. Auf der anderen Seite schmälern das Tiefzinsumfeld und regulatorische Vorgaben die Erträge, die zur Finanzierung dieser Rentenleistungen notwendig wären. Entsprechende Anpassungen der gesetzlichen Vorgaben im BVG-Obligatorium sind seit langem politisch nicht mehrheitsfähig. Dadurch kommt es zu einer immer stärkeren systemfremden Umverteilung.

Verlierer dieser Entwicklung sind die aktiven Beitragszahler: Die Zinsen im Überobligatorium werden tief gehalten, um den hohen Verpflichtungen im obligatorischen Bereich nachzukommen. Berufstätige müssen zudem auf einen erheblichen Teil der Rendite auf ihrem Sparkapital verzichten und zu hohe Risikoprämien bezahlen, damit die Renten der Pensionierten trotz fehlender Anlageerträge gesichert sind. Diese Umverteilungen haben in den letzten Jahren markant zugenommen - allein bei der AXA beliefen sie sich von 2012 bis 2017 auf gesamthaft mehr als 3,4 Milliarden Franken*.

Besonders stark wirkt sich dieses Ungleichgewicht in der Vollversicherung aus, die im Unterschied zu anderen BVG-Lösungen nicht nur die Risiken Tod und Invalidität, sondern auch das Anlagerisiko trägt. Lebensversicherer, die Vollversicherungen anbieten, müssen jederzeit die gesamten Rentenverpflichtungen inklusive Mindestverzinsung mit Kapital decken und die entsprechenden Anlagen mit zusätzlichem Risikokapital unterlegen. Dieses enge Korsett bedingt eine zurückhaltende Anlagestrategie, weshalb die Renditechancen deutlich geringer sind als bei Pensionskassen oder teilautonomen Sammelstiftungen. Dadurch wird eine noch grössere Umverteilung nötig. Für die Lebensversicherer bedeuten tiefe Zinsen zudem ein grösseres Verlustrisiko, was zu noch höheren Kapitalanforderungen und entsprechend höheren Prämien führt.

Vollversicherungskunden bezahlen unter diesen Rahmenbedingungen für immer weniger Leistung einen immer höheren Preis.

* Umwandlungssatzverluste im laufenden Jahr sowie technische Rückstellungen für Altersrentner

Über die AXA

Rund zwei Millionen Kunden vertrauen der AXA in der Schweiz. Sie setzen auf ihre Erfahrung und Beratung in der Personen-, Sach-, Haftpflicht- und Lebensversicherung sowie der Gesundheits- und beruflichen Vorsorge. Der führende Schweizer Versicherer ist ein dynamisches Unternehmen mit einer ambitionierten Vision: den Kunden Freiräume über die finanzielle Sicherheit hinaus schaffen und so ein unbeschwertes Leben ermöglichen - mit einfachen, digitalen Prozessen und innovativen Produkten und Dienstleistungen rund um wichtige Lebensbereiche wie Mobilität, Wohnen oder Unternehmertum. Dafür setzen sich die rund 4000 Mitarbeitenden sowie die 2500 Kolleginnen und Kollegen in den 276 Generalagenturen und Agenturen Tag für Tag ein. Die AXA Schweiz gehört zur AXA Gruppe und erzielte 2017 ein Geschäftsvolumen von CHF 10,9 Mia.

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