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Berufliche Vorsorge 2015: Versicherte profitieren von gutem Ergebnis

Pressemitteilung   •   Mai 19, 2016 12:30 CEST

  • Den Versicherten der AXA Winterthur wurden 2015 254 Millionen Franken aus dem Überschussfonds zugeteilt.
  • Die AXA erzielte eine Kapitalrendite auf Buchwerten von netto 3,17 Prozent.
  • Aufgrund der selektiven Zeichnungspolitik verringerten sich die Prämieneinnahmen in der Vollversicherung um 2,1 Prozent auf 7,5 Milliarden Franken.
  • Die Umverteilung betrug im Berichtsjahr 2015 bei der AXA 827 Millionen Franken.

Seit einigen Jahren setzt die AXA in der beruflichen Vorsorge vermehrt auf teilautonome Lösungen, während sie in der Vollversicherung bewusst eine selektive Zeichnungspolitik verfolgt. Für das Jahr 2015 verzeichnete die AXA bei der Vollversicherung einen Neugeschäftsrückgang von 32 Prozent bei gleichzeitig hoher Kontinuität bei den Bestandeskunden. Im teilautonomen Geschäft bestätigt die Zunahme von 8 Prozent im Neugeschäft die steigende Kundennachfrage. Insgesamt sanken die Prämieneinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 160 Millionen Franken
(-2,1 Prozent). Die Einmaleinlagen, welche ausschliesslich aus dem Vollversicherungsgeschäft stammen, gingen um 3,8 Prozent auf 4,2 Milliarden Franken zurück. Die Jahresprämien in der Vollversicherung und im teilautonomen Geschäft blieben mit 3,3 Milliarden Franken konstant.

Im Geschäft, das der Mindestquote unterstellt ist, verzeichnete die AXA im Berichtsjahr einen massgebenden Umsatz von 2,5 Milliarden Franken. Davon wurde den Versicherten ein Anteil von 91 Prozent oder 2,2 Milliarden Franken zugewiesen. Die Versicherten erhielten dies in Form von Leistungen (1,6 Milliarden Franken), als Aufbau von zusätzlichen Rückstellungen für künftige Leistungen (572 Millionen Franken) und als Zuweisung an den Überschussfonds (111 Millionen Franken). Zudem wurden den Versicherten aus dem Überschussfonds 254 Millionen Franken zugeteilt. Das Betriebsergebnis der AXA für das der Mindestquote unterstellte Geschäft der beruflichen Vorsorge belief sich auf 221 Millionen Franken vor Steuern (2014: 211 Millionen Franken). Die AXA stellt ihren Kunden in der Vollversicherung Garantien in der Höhe von 52 Milliarden Franken bereit.


Längeres Leben, längerer Rentenbezug

Die berufliche Vorsorge wird seit einigen Jahren immer anspruchsvoller. «Dafür gibt es viele Gründe – einer davon ist sehr erfreulich: Wir leben immer länger», sagt Thomas Gerber, Leiter Leben der AXA Winterthur. Die finanzielle Folge der Langlebigkeit und des damit einhergehenden längeren Rentenbezugs ist klar: Damit die gesetzlich vorgeschriebene Rente finanziert werden kann, muss heute für jeden Rentner und jede Rentnerin zusätzliches Kapital bereitgestellt werden. Dieses wird aus dem Anlageertrag und der Risikoprämie finanziert – zu Lasten jener Versicherten, die noch aktiv im Arbeitsleben stehen.

Die Sammelstiftungen der AXA haben im Sinne der Generationenfairness bereits Massnahmen gegen die systemfremde Umverteilung ergriffen: Bis 2018 wird in der Vollversicherung der Umwandlungssatz im Überobligatorium – also dort, wo gesetzlicher Spielraum für die Sammelstiftungen besteht – schrittweise auf 5 Prozent gesenkt. Diese Massnahme, die nur Neurentner betrifft, hat bereits Wirkung gezeigt: Der Umverteilungsanteil für Neurentner bewegte sich 2015 mit 257 Millionen Franken auf dem Niveau des Vorjahres. Eine weitere Steigerung dieser Umverteilung an Neurentner konnte somit gestoppt werden.

Die Umverteilung für laufende Alters- und Hinterlassenenrenten stieg dagegen von 250 Millionen Franken im 2014 auf 570 Millionen Franken. Diese Zunahme um 320 Millionen Franken ist auf zusätzliche technische Rückstellungen zur Sicherung der Rentenversprechen für laufende Renten zurückzuführen. Der Grund liegt in der verschärften und derzeit nicht absehbaren Veränderung der Tiefzinssituation in Verbindung mit der steigenden Lebenserwartung. «Die anhaltende Tiefzinssituation mit entsprechend sinkenden Anlageerträgen sowie die weiter steigende Lebenserwartung werden auch künftig viel Druck auf die berufliche Vorsorge ausüben. Mit den zusätzlichen Rückstellungen setzen wir uns verstärkt für langfristige Rentensicherheit ein», kommentiert Gerber.


Umverteilung

2015 2014
Total 827 520
Umwandlungsverlust im laufenden Jahr 257 270
Technische Rückstellungen für Altersrenten        570 250

Geldwerte in Mio. CHF


Stabile Anlagerendite in schwierigem Tiefzinsumfeld

Die Kapitalerträge sind für die Verzinsung der Altersguthaben der Versicherten von grosser Bedeutung. «Unsere Anlagestrategie bringt Rendite und Sicherheit in Einklang. Eine ausreichende Rendite zu erzielen, ist derzeit allerdings sehr anspruchsvoll», erklärt Gerber. Das Schweizer Anlageteam konnte auch 2015 die Rendite auf den Kapitalanlagen im wirtschaftlich herausfordernden Tiefzinsumfeld stabil halten, nicht zuletzt durch Gewinnrealisierungen aus Veräusserungen von Anlagen. Der erwirtschaftete Anlageertrag im Kollektivgeschäft belief sich auf brutto 1,8 Milliarden Franken, was einer Rendite auf Buchwerten von brutto 3,4 Prozent entspricht (2014: 3,33 Prozent). Die Altersguthaben der Versicherten wurden 2015 im Obligatorium und im Überobligatorium mit je 1,75 Prozent verzinst.


Berechnung der Mindestquote

Geldwerte in Mio. CHF

Glossar

Versicherungstechnische Rückstellungen
Sie weisen den Wert der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten aus, die langfristig gewährleistet sein müssen. Versicherer sind verpflichtet, ausreichende Rückstellungen zu bilden und regelmässig zu prüfen, ob diese den aktuell gültigen mathematischen Grundlagen entsprechen, unter Einhaltung des Grundsatzes, dass die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen gewährleistet sein muss. Als Grundlage für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen werden folgende Positionen berücksichtigt: Altersguthaben der aktiven Versicherten, Deckungskapital für laufende Renten, Fonds für Überschussbeteiligung und gutgeschriebene Überschussanteile.

Mindestquote (Legal Quote)
Bei der Mindestquote (Legal Quote) handelt es sich um eine gesetzliche Regelung für Privatversicherer, welche die Gewinnverteilung zwischen Versicherten und Versicherer regelt (VAG Art. 37, AVO Art. 147 ff.). Die Mindestquote schreibt vor, dass mindestens 90 Prozent des Ertrags (auch massgebenden Umsatz genannt) zugunsten der Versicherten in Form von Versicherungsleistungen, Reserveverstärkungen und Zuweisungen an den
Überschussfonds verwendet werden müssen. Der massgebende Umsatz setzt sich dabei aus den Anlageerträgen plus Kosten- und Risikoprämien zusammen. Die Lebensversicherer können maximal 10 Prozent dieses Ertrags als Entschädigung für das zur Verfügung gestellte Risikokapital für die Garantien der Kunden beanspruchen.

Umwandlungssatz / Umverteilung
Der Umwandlungssatz gibt an, zu welchem Satz das in der Pensionskasse angesparte Altersguthaben in eine Rente umgewandelt wird. Bei einem Altersguthaben von 100'000 Franken ergibt sich bei einem Umwandlungssatz von 6,8 Prozent eine jährliche Rente von mindestens 6'800 Franken. Der Umwandlungssatz ist eine rechnerische Grösse, dem eine Lebenserwartung und eine Anlagerendite zugrunde liegen. Diese beiden Parameter haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Der gesetzliche Umwandlungssatz wurde aber kaum an die steigende Lebenserwartung und die Entwicklung der Finanzmärkte angepasst. Aufgrund des zu hohen Umwandlungssatzes ist das Alterskapital eines Rentners heute vorzeitig aufgebraucht; daher findet im Sparprozess eine Umverteilung von den aktiven Versicherten zu den Rentnern statt.

Betriebsrechnung Kollektivlebengeschäft
Für das Jahr 2015 veröffentlicht die AXA Winterthur die Ergebnisse des Kollektivleben-Geschäfts zum neunten Mal auf Basis des Offenlegungsschemas, das von der Eidgenössischen Finanz-marktaufsicht FINMA im Rahmen der Transparenzvorschriften vorgegeben wird. Basis dazu bildet der statutarische Abschluss der AXA Leben AG, der unter anderem massgebend für die Überschusszuteilung an die Versicherten ist. Im Jahr 2003 war die damalige Winterthur die erste Lebensversicherungsgesellschaft, die neben der statutarischen Jahresrechnung auch die Betriebsrechnung für das Schweizer Kollektivgeschäft durch ihre Revisionsgesellschaft prüfen liess. Die Information der Öffentlichkeit dazu erfolgte jeweils auf jährlicher Basis.

Über die AXA Winterthur

Rund zwei Millionen Kunden vertrauen der AXA Winterthur. Sie setzen auf ihre Erfahrung und Beratung in der Personen-, Sach-, Haftpflicht- und Lebensversicherung sowie der beruflichen Vorsorge. Der führende Schweizer Versicherer ist ein dynamisches Unternehmen mit einer ambitionierten Vision: den Kunden Freiräume über die finanzielle Sicherheit hinaus schaffen und so ein unbeschwertes Leben ermöglichen - mit einfachen, digitalen Prozessen und innovativen Produkten und Dienstleistungen rund um wichtige Lebensbereiche wie Mobilität, Wohnen oder Unternehmertum. Dafür setzen sich die rund 4000 Mitarbeitenden sowie die 2600 Kolleginnen und Kollegen in den 277 Generalagenturen und Agenturen Tag für Tag ein. Die AXA Winterthur gehört zur AXA Gruppe und erzielte 2015 ein Geschäftsvolumen von CHF 11,1 Mia.