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Schlupflider – wenn das Lid zur Last wird

Blog-Eintrag   •   Nov 05, 2019 13:09 CET

Nur weil man jetzt in der ungemütlichen Jahreszeit gerne wieder Unterschlupf sucht, muss man das noch lange nicht bei seinen Augen akzeptieren. Schlupflider: Was tun, wenn der Blick immer skeptischer und das Lid zur Last wird?

Schlupflider …

… was irgendwie nach Geborgenheit und Wärme klingt, steht dagegen eiskalt und völlig unromantisch für erschlaffte Haut, welche die oberen Lider unserer Augen verdeckt. Es ist ein wenig, als stünde die Welt Kopf, denkt man sich, wenn man hört, dass ausgerechnet die ständige Bewegung der Gesichtsmuskulatur, anders als beim Krafttraining, die Haut nicht straffer macht, sondern stattdessen sogar altern lässt. Auch Umweltbedingungen, Kosmetik und UV-Strahlung tragen, zusätzlich zum stetigen Alterungsprozess, dazu bei, dass die Haut irgendwann nur noch die Elastizität einer abgetragenen Strumpfhose hat. Verantwortlich dafür sind die Proteine Kollagen und Elastin. Während Kollagen vor allem in Verbindung mit Sehnen, Bändern, Bindegewebe und zur Bildung von Knochen vorkommt, sorgt Elastin für die nötige Spannung bei Blutgefässen und in der Haut.
Ein Markt, den sich längst die Kosmetikunternehmen mit Cremes und Haarpflegeprodukten aber auch die Industrie für Nahrungsergänzungsmittel zu eigen gemacht haben, schliesslich gilt Elastin in unserem Körper als sehr wertvolles Gut. Das Protein wird bereits im Mutterleib und während den ersten Lebensjahren im menschlichen Körper produziert, bis die Produktion dann schliesslich endgültig eingestellt wird und die Haut das restliche Leben von dem Bestand zehren muss, wie das Eichhörnchen von seinem Wintervorrat.

So sehr wir auch die Augen offen halten

Wie der Berg an Nüssen beim Eichhörnchen wird auch die Spannkraft der Haut mit fortschreitender Zeit zunehmend geringer und sorgt dafür, dass sie faltig, schlaff und alt wirkt. Doch auch die Genetik spielt bei Schlupflidern eine Rolle: So können schon Jugendliche unter der Last des Lids leiden.
Nicht nur weil man dadurch abgeschlagen, müde, älter oder auch skeptischer wirkt und der Gemütszustand häufig von dem Gegenüber falsch interpretiert wird, sondern auch weil die, auf dem Lid aufliegende Haut medizinische Probleme hervorbringen kann. Durch den anhaltenden Druck, den die Haut auf das Auge ausübt, kann es sowohl zu Entzündungen des Lidrandes kommen als auch durch Reibung der Wimpern zu Bindehaut- und Hornhautentzündungen, die sich auf das Sehvermögen auswirken können. Der Lidrand ragt immer tiefer ins Auge, schränkt das Sichtfeld ein und reduziert so die Sicht auf die Welt.

Augen auf: Schlupflidoperation

Wenn Schminktipps für Frauen und Magicstripes, sozusagen das Powertape fürs Augenlid, nicht mehr helfen, ist häufig ein Eingriff unumgänglich – und hat nicht immer nur ästhetische Gründe. Eine Blepharoplastik, also eine Korrektur des Oberlids, ist die längerfristige Lösung.
In einer 45 – 60 minütigen Operation mit örtlicher Betäubung wird die überflüssige Haut entfernt – die Schnittnarbe wird dabei in die Lidfalte gesetzt und ist nach Abheilen der Wunde kaum mehr zu sehen. Auch wenn der Eingriff keinen langen Krankenhausaufenthalt mit sich bringt, sollte man nach der Operation dennoch erstmal entspannt in die Zukunft schauen, das Auge kühlen, schonen und sich noch ein paar Tage ausruhen.

Die Kosten nicht aus den Augen verlieren

Ob die Krankenkasse für Spannung über dem Augenlid und Entspannung im Portemonnaie sorgt, hängt von mehreren Faktoren ab. Bei Einschränkungen des Sichtfeldes, chronischen Augenentzündungen, Unfällen oder Verletzungen stehen die Chancen gut, dass die Kosten des Eingriffs übernommen werden. Für rein kosmetische Eingriffe sind Krankenkassen bisher blind. Grundsätzlich sollte das jedoch vor der Operation mit Ärzten und Krankenkassen abgeklärt werden. So steht einem uneingeschränkten Blick in die Zukunft nichts im Wege.

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