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AbbVie-Standort Ludwigshafen feiert 130. Geburtstag

News   •   Okt 24, 2016 15:42 CEST

In Ludwigshafen sind die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie Produktion des forschenden BioPharma-Unternehmens verortet. Jetzt steht ein rundes Jubiläum an. Ein guter Grund für einen kleinen Rückblick auf die Highlights der letzten 130 Jahre – im ersten Teil von den Anfängen bis 1975.

Geschäftsführung damals (Knoll 1927) und heute (AbbVie 2016)
Knoll v.l.n.r.: Herr Hellwinkel; Herr Lauxmann
AbbVie v.l.n.r.: Thomas Scheidmeir; Dr. Stefan Simianer, Dr. Patrick Horber


Die Geburtsstunden von Knoll und Abbott – die beiden Vorgänger, aus denen letztlich 2013 das BioPharma-Unternehmen AbbVie entstand – liegen nur zwei Jahre auseinander: Die Brüder Albert und Hans Knoll gründeten ihr Unternehmen mit dem Namen „Knoll & Co“ im Jahr 1886 in Ludwigshafen. Dr. Wallace C. Abbott wagte den Schritt in die Selbständigkeit als „Abbott Alkaloidal Company“ 1888 in Chicago. Damals konnte niemand ahnen, dass sich die Wege der beiden Firmen über 100 Jahre später kreuzen sollten (erfahren Sie hier mehr).

Der Erfolg von Knoll basierte auf einem Hustenmedikament, während Abbott einer der Ersten war, der das von Ian Fleming entdeckte Penicillin industriell herstellen konnte. Knolls Erfindung war ein Verfahren zur Überführung von Morphin in Codein mittels der so genannten Methylierung. Das Codein kristallisierte er damals in handelsüblichen Suppenschüsseln. Ein Original-Exemplar ist auch heute noch am Standort Ludwigshafen zu besichtigen.

Während Knoll den Firmennamen und den Standort beibehielt, änderte Abbott den Namen seines Unternehmens 1915 in „Abbott Laboratories“. Fünf Jahre später baute er einen neuen Unternehmenshauptsitz in North Chicago. Auch heute werden von dort nicht nur die Geschicke des globalen Unternehmens geleitet, am Lake Michigan ist zudem der größte Forschungs- und Entwicklungsstandort von AbbVie – übrigens gefolgt von Ludwigshafen.

In den 1960ern wuchs die Anzahl der zu speichernden Daten bei Knoll immer weiter. Abhilfe schaffte die Einführung der Lochkartentechnik, die den Mitarbeitern Arbeit abnahm und wertvolle Zeit sparte. Mit dem Siegeszug der Rechenmaschinen und Computer verlor diese Technik zunehmend an Bedeutung. 1992 wurde das letzte Gerät zur Beschriftung von Lochkarten, das über 30 Jahre im Einsatz war, dem technischen Museum in Mannheim übergeben.

Mit dem Standort Ludwigshafen wuchs auch die Notwendigkeit, sich mit vielen Kollegen aus verschiedenen Unternehmensbereichen abzustimmen. 1968 führte man bei Knoll die Rohrpost ein. Seit diesem Jahr flitzten Kartuschen als mechanische Büroboten mit rund 25 km/h zwischen den Gebäuden hin und her – durch ein insgesamt zehn Kilometer langes Rohrsystem. Sie „schleppten“ pro Jahr 120.000 Aktenpäckchen mit bis zu jeweils 1.000 Gramm von Ort zu Ort. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass einfallsreiche Kollegen auf den Gedanken kamen, Frühstücksjoghurt oder sonstige Gegenstände mit der Rohrpost zu verschicken“, erinnert sich Sonja Demeter, ehemalige Communication Managerin bei Knoll, Abbott und AbbVie.

Von der Schmelzextrusion war man in den 1970er Jahren noch weit entfernt. Stattdessen herrschte in der Produktion in Ludwigshafen richtige „Handwerksstimmung“: Beim so genannten Dragiervorgang wurden Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehrschichtig in großen Kupferkesseln lackiert. Um eine glatte Oberfläche zu gewährleisten, übernahmen echte Profis die Aufgabe: Konditoren gehörten damals wie selbstverständlich zum Kollegenkreis.

Auch 1972 hatte die Suppenschüssel bei Knoll noch eine große, wenn auch etwas andere Bedeutung: In der Kantine stand eine große Schüssel auf dem Tisch, aus der sich die Mitarbeiter in ihrer Mittagspause selbst bedienen konnten.

1975 erwarb die BASF die Aktienmehrheit von Knoll.

Die spannende Geschichte und Geschichten aus 130 Jahren Standort Ludwigshafen gehen im nächsten Monat in die nächste Runde. Weitere Fakten zu #Lu130 finden Sie auf der Unternehmenswebseite www.abbvie.de und auf Twitter @abbvie_de.