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Richtfest Effizienzhaus Plus Schlagmann/BayWa

Pressemitteilung   •   Jun 18, 2013 16:32 CEST

Das (Ziegel)Haus der Zukunft: „Effizienzhaus Plus Schlagmann/BayWa“ im Forschungsprogramm „Zukunft Bau“ des Bundesbauministeriums feiert mit Abschluss der Rohbauarbeiten Richtfest.

In Burghausen im Süd-Osten von Bayern entsteht derzeit ein besonderes Einfamilienhaus. Das „Effizienzhaus Plus Schlagmann/BayWa“ wurde vom Bundesbauministerium in die Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ aufgenommen. Häuser in diesem Programm erzeugen im Jahresdurchschnitt mehr Energie als sie verbrauchen. Die überschüssige Energie steht in erster Linie für die Elektromobilität zur Verfügung. Bundesweit wurden nur 31 Projekte zugelassen. Das Burghauser Modell soll zeigen, dass ein Haus, das in der Lage ist, Energie zu erzeugen, diese auch bedarfsgerecht seinen Bewohnern zur Verfügung stellen kann. Ob in Form von Wärme, Strom und Treibstoff oder aber auch zur Konservierung in innovativen Speichersystemen.

Am 17. Juni wurde mit allen am Bauprojekt Beteiligten Richtfest am Neubau des Plusenergiehauses gefeiert. Der feierliche Akt fand im Beisein von Dr. Andreas Scheuer (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium), Hans Steindl (Bürgermeister der Stadt Burghausen), Erwin Schneider (Landrat Altötting), Edeltraut Plattner (stv. Landrätin Rottal-Inn), Robert Zellmeier (Leiter der Sparte Baustoffe der BayWa AG) und den Bauherren Johannes Edmüller (geschäftsführender Gesellschafter Schlagmann Poroton) und Gattin Sylvia Schlagmann-Edmüller statt. Nach den Festreden läutete Bauunternehmer Manfred Gumpendobler mit dem Richtspruch die nächste Bauphase ein: den Innenausbau des Hauses. Das Richtfest findet traditionell nach Beendigung des Rohbaus statt und dient in erster Linie dazu, dass der Bauherr sich bei den Handwerkern und Bauarbeitern für ihre Leistung bedankt. Im Anschluss nutzten die rund hundert geladenen Gäste die Gelegenheit, den Stand der Bauarbeiten zu begutachten. Architekt Georg Dasch, Straubing, führte dabei umfassend in das Forschungsprojekt ein.

Am Nachmittag war die Baustelle für die Öffentlichkeit zugänglich. Viele Burghauser nahmen die Einladung wahr, um sich bei einem Rundgang durch den Rohbau ausführlich zu informieren. Am darauffolgenden Tag werden über hundert Bauunternehmer, die zu einem Fach-Informationstag geladen sind, erwartet.

Die Besonderheit des „Effizienzhaus Plus Schlagmann/BayWa“ liegt in der starken klimagerechten Ausrichtung und regionaltypischen Bauweise. Die Basis des Energieüberschusses ist neben Photovoltaikanlage und Solarthermie zur Strom- und Wärmegewinnung sowie innovativer Energiespeichersysteme eine optimale Gebäudehülle des Hauses. Sie wird – in traditioneller, monolithischer Bauweise – massiv aus hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk errichtet und dient mit ihrer Speichermasse als großes Energiedepot.

Das 176 Quadratmeter große und beinahe energieautarke Haus mit Keller und Garage wird  zukünftig mindestens 85 Prozent des Jahreswärme- sowie 50 Prozent des Jahresstrombedarfs seiner Bewohner ausschließlich durch Sonnenenergie decken. Innovative Speichersysteme ermöglichen eine Einlagerung von Wärme über einen  langen Zeitraum hinweg. Der Stromüberschuss, der nicht gespeichert werden kann, wird für das Elektroauto Audi A1 e-tron verwendet oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Hinzukommt, dass der veranschlagte Stromverbrauch für Haushalt und Technik bei nur 4.400 Kilowattstunden pro Jahr liegt. Das „Effizienzhaus Plus Schlagmann/BayWa“ dürfte damit mit einem der niedrigsten Verbräuche im Häuser-Portfolio der Forschungsinitiative aufwarten.

Bauherr ist das mittelständische und familiengeführte Ziegelunternehmen Schlagmann Poroton, Zeilarn, Landkreis Rottal-Inn. Kooperationspartner ist die BayWa AG, München, die das Projekt fördert und darüber hinaus ihre Kompetenz, Erfahrung und marktübergreifende Präsenz in den Bereichen Baustoffe, Haustechnik, erneuerbare Energien und wohngesundes Bauen einbringt.

Das Bauvorhaben an der Abt-Emanuel-Straße in Burghausen-Raitenhaslach ist allen Beteiligten aufgrund ihrer regionalen Verbundenheit und nachhaltigen Ausrichtung ein wirkliches Anliegen. Geht es doch darum, zu zeigen, dass eine konventionelle Bauweise, wie sie in der Region üblich ist, im Zusammenspiel mit Solartechnik und innovativen Speichersystemen neue Maßstäbe in puncto energiesparender Bauweise erreichen kann. Das Projekt tritt damit den Beweis an, dass die kulturell verankerte Bauweise, ausgeführt vom traditionellen Bauhandwerk mit regionalen Baumaterialien, als nachhaltiges Modell für zukünftiges Bauen mehr als wettbewerbsfähig ist. Von den Ergebnissen erwartet man sich unter anderem Erkenntnisse für die Weiterentwicklung innovativer Produkte sowie zukunftsfähiger Hauskonzepte. Das Projekt kann als Impulsgeber für mehr Klimaschutz und Energieeinsparung im Hausbau beitragen.

Die Fertigstellung des Hauses ist für Oktober geplant. Danach beginnt das zweijährige Monitoring, in dem das „Effizienzhaus Plus Schlagmann/BayWa“ von der Hochschule Deggendorf wissenschaftlich begleitet wird und die Verbrauchs- und Umweltdaten genau aufgezeichnet werden. Für reale Wohnbedingungen im täglichen Betrieb sorgt in diesem Zeitraum eine Familie, die aus einer Vielzahl von Bewerbern ausgewählt wird.

Die Zukunft des Bauens sind Häuser, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen. In Burghausen hat sie bereits begonnen.

Informationen und Bilder sowie eine Live-Cam von der Baustelle finden sich auf der Website www.ehp-schlagmann-baywa.de.


Die BayWa ist ein internationaler Handels- und Dienstleistungskonzern mit den Kernsegmenten Agrar, Bau und Energie und Geschäftstätigkeiten auf allen Kontinenten. Sitz der Gesellschaft ist München.

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