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Das jungfräuliche Kokosöl

Blog-Eintrag   •   Mai 13, 2016 17:23 CEST

Auf den Philippinen, in Sri Lanka, Indonesien und Indien wachsen die meisten Kokospalmen. Ihre Nüsse liefern ein feines Öl, mit mildem, aromatischem Kokosgeschmack. In tropischen Ländern ist Kokosöl seit Generationen ein fester Bestandteil des täglichen Lebens. Es wird sowohl für die traditionelle Küche als auch für die Pflege von Haut und Haaren verwendet. In seiner warmen Heimat liegt es als klares, flüssiges Öl vor. Bei Temperaturen unter 25 Grad wird es cremig bis fest und nimmt eine weiße Farbe an. Aufgrund seines hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren ist Kokosöl auch ohne Kühlung bis zu zwei Jahre lang haltbar und hitzebeständig bis 180 Grad. Damit ist es ideal zum Kochen, Backen, Dünsten und Braten. Zur Herstellung von Kokosfett gibt es zwei Verfahren, die zu deutlich unterschiedlichen Qualitäten führen. 

Konventionelles Kokosfett

Reife Nüsse werden laufend geerntet, von ihrer faserigen Hülle befreit und aufgeschlagen. Das Fruchtfleisch wird dann entweder an der Sonne oder über Feuer getrocknet, was unter freiem Himmel nicht immer hygienisch verläuft. Häufig liegen die Kokosstücke in großen Haufen am Straßenrand, wo sie leicht schimmeln können. Das getrocknete Kokosnussfleisch heißt Kopra und besteht zu 65 Prozent aus Fett. Bei der industriellen Herstellung wird das Fett durch Pressen der Kopra gewonnen. Das verbleibende Restöl kann anschließend noch mit Benzin herausgelöst werden. Dann muss es noch raffiniert, desodoriert und gebleicht werden. Vitamine und Antioxidantien, welche von Natur aus im Kokosöl enthalten sind, werden dadurch weitgehend abgetrennt und zerstört. Manchmal folgt auch noch eine Fetthärtung oder Teilhärtung, bei der Transfette entstehen, die Herz, Hirn und Gefäße schädigen. 

Ungehärtetes, reines Kokosöl

Das auch als Virgin Coconut Oil bezeichnete Kokosöl wird viel schonender hergestellt und bleibt weitgehend naturbelassen. Die besten Qualitäten stammen von Palmen aus ökologisch arbeitenden Betrieben, in denen die Nüsse von Hand geerntet werden. Deren Fruchtfleisch wird schonend getrocknet und geraspelt, die Kokosraspeln unterzieht man einer schonenden Kaltpressung. Das so gewonnene, hochwertige Bio-Kokosöl braucht nur noch gefiltert und abgefüllt werden. Reines Bio-Kokosöl wird weder raffiniert noch gebleicht, desodoriert oder gehärtet und ist daher von höchster Qualität und exquisitem Geschmack. 

Quelle: Kokosöl (nicht nur) fürs Hirn!, Ulrike Gonder