Alerta Bokförlaget

Mein Freund aus Metaponto (15)

Blog-Eintrag   •   Jun 09, 2013 18:27 CEST

Auch Erikas Mutter Hanna, die mit ihren zwei kleinen Töchtern in Wien blieb, musste schlimme Zeiten erleben, denn während des Krieges musste sie die große Verantwortung für die Familie übernehmen. In einer Episode wurde davon erzählt wie es ihnen erging, als die Familie in der Mariannengasse 27 im neunten Wiener Gemeindebezirk wohnte und ausgebombt wurde. 

Der Ausgang des Schutzraumes war dadurch versperrt worden, dass die Nachbargebäude eingestürzt waren und Hanna befand sich mit ihren Töchtern Erika und Roswitha und den übrigen Bewohnern, Frauen, Kindern und alten Männern des Hauses wie in einer Mausefalle. Die alten Männer nahmen was sie zur Hand hatten und versuchten eine Ewigkeit lang ein Loch durch die Mauer auf der gegenüberliegenden Seite des Schutzraumes zu schlagen, um dort entwischen zu können. Keiner wusste anfangs, ob auch diese Seite von heruntergefallenen Bauteilen versetzt war und die Mühe umsonst sein würde, aber glücklicherweise war der Weg frei und es gelang den Eingeschlossenen das Loch groß genug zu machen, damit alle Eingeschlossenen auf die Strasse hinauskriechen konnten. 

Als die Familien ins Freie gelangten, mussten sie feststellen, dass ihr Wohnhaus nunmehr aus halben Zimmern bestand und Hanna entdeckte, dass ihr geliebtes Klavier mit zwei von seinen vier Beinen in die Luft oben im zweiten Stock hinausragte. Sie befahl Erika und Roswitha sich nicht von der Stelle zu rühren und fing an zu ihrer Wohnung hinaufzuklettern, um das Klavier und wenigstens ihren Dokumentenkoffer zu retten. Die Heimwehrleute versuchten sie daran zu hindern, aber sie schrie sie an, lieber behilflich zu sein, als da zu stehen und zu keifen. Ihr Auftreten musste sehr überzeugend gewesen sein, denn die Leute halfen ihr, das Klavier und andere Möbel herunterzunehmen und beschützten sogar die Wertgegenstände vor Plünderern während sie sich mit ihren Kindern davon machte, um einen Karren zu besorgen. 

Von Nachbarn erfuhr sie bald, dass ein alter Mann von den Bomben getötet worden war und nun in seiner kleinen Wohnung in der Gschwandnergasse lag. Gleich lief sie zum Bezirksvorstand und verlangte, die Wohnung übernehmen zu dürfen. Die Amtspersonen protestierten heftig und meinten, dass man wohl zuerst die Leiche wegschaffen müsste, aber sie erklärte ihnen kalt, dass sie selbst wohl im Stande wäre, dies zu besorgen, wenn sie nur ein Dach über den Kopf bekommen könnte. 

Mit Hilfe der gestohlenen Karre und der Heimwehr wurden das Klavier und die Möbel aufgeladen und in die Gschwandnergasse gebracht, wo dann Anton, der nach einigen Jahren aus der Gefangenschaft entlassen wurde, seine dreiköpfige Familie wiederfand.

Anton war der festen Überzeugung, dass Hanna ihre mentale Stärke dadurch aufbaute, dass sie sich im Krieg so hart herumschlagen musste. Als Frau überraschte sie immer dadurch, dass sie eine unerwartete Härte und Standhaftigkeit zeigte. Mit Hilfe ihrer Hartnäckigkeit lernte sie ihre Umgebung zu steuern.

Auszug aus Kapitel 2 der Biographie „Mein Freund aus Metaponto" (Siehewww.adlibis.com)

(Alle meine zehn Dokumentarromane sind auf der Homepage: http://home.swipnet.se/Alerta ersichtlich und bei  www.adlibris.com 

erhältlich.

Siehe auch http://urplay.se/Produkter/174398-En-bok-en-forfattare-Maria-Magdalena-Mathsdotter

Das Program "En bok - en  författare"  ist auf schwedisch und handelt von einer jungen Samefrau und ihrem Mut, den König aufzusuchen und um Hilfe für bessere Schulen für die Samekinder zu erbitten.

"Maria Magdalena Mathsdotter - Kungen, samekvinnan och den franske pastorn")

Meine 10 Dokumentarromane:

  1. Maria Magdalena Mathsdotter
  2. Kolonisterna på hjortronmyrarna
  3. Kärlek, vänskap och rock n’roll
  4. Liebe Freundschaft und Rock n’roll
  5. Min vän från Metaponto
  6. Mein Freund aus Metaponto
  7. Dimma över Albysjön
  8. TRILOGIE :
  9. Hedersmannen 
  10. Födda i våldets tecken
  11. Solnedgången kan ingen ta ifrån mig

Lilian O. Montmar, Schriftstellerin