Alerta Bokförlaget

Mein Freund aus Metaponto (19)

Blog-Eintrag   •   Jul 21, 2013 10:15 CEST

Erikas Vater Anton, war schwer krank geworden. Etwas, was als eine gewöhnliche Heiserkeit begonnen hatte, hatte sich zu einem Kehlkopftumor entwickelt. Bald würde er operiert werden und das Sprachvermögen ganz verlieren. 

Die Mutter Hanna konnte ihren Mann nicht allein pflegen, denn mit ihrem kranken Fuß war sie selbst ziemlich unbeweglich geworden. Hanna war darüber aufgeregt, dass Erika wieder einen ausländischen Bräutigam gefunden hatte und heiraten wollte. Sie meinte, dass Erika schon schlechte Erfahrungen mit ihrem ersten Verlobten gemacht hätte und sie daraus hätte lernen müssen.

 „Von aller Anfang her schien mir dieser Nico ein typischer Italiener zu sein, so wie sie mir im Krieg vorgekommen sind, man konnte ihnen nicht über den Weg trauen. Es ist ja so, wie ich es immer gesagt habe; die Fremden kommen daher und nehmen uns alles weg. Jetzt soll mir auch meine älteste Tochter weggenommen werden! Warum kann nicht jeder dort bleiben, wo er hingehört? Man soll die Leute untereinander nicht vermischen, jeder soll dort bleiben, wo er geboren wurde. An die Mischung von verschiedenen Kulturen glaube ich nicht, man macht sich nur gegenseitig unglücklich. Schau nur die Roswitha an, ist sie vielleicht glücklich mit ihrem Piefke? 

Wir zwei kommen nie zurecht miteinander. Sie ist mit diesem Erzdeutschen verheiratet, der uns Österreicher immer von oben betrachtet und alles besser wissen will. Uns Alten will er weismachen, wie wir zu leben haben, wo wir doch den ganzen Krieg mitgemacht haben und alles vom Leben und Sterben wissen. Nein, ich hätte mir gewünscht, dass Erika vernünftiger wäre! Das kann  zu nichts Gutem führen. Und dann dieser Nico, ein Mann mit Kind und Haus, der sich von seiner Frau hat scheiden lassen! Wer hat wohl so etwas schon gehört! Als Erika von Deutschland nach Hause gekommen war und von diesem Italiener sprach, ja, da bin ich in die Luft gegangen. Lernen denn die jungen Menschen gar nichts aus den Erfahrungen? Warum soll sie sich in diese Familie einmischen? Ich habe versucht, mit meinem Mann zu reden, der schon immer einen guten Einfluss auf unsere Töchter gehabt hat. Ich habe ihm gesagt, dass das mit der Liebe auf den ersten Blick doch Blödsinn ist, hungrige Menschen denken immer ans Brot. Er aber hat mich nur ausgelacht und mir erklärt, dass er keines von unseren erwachsenen Kindern daran hindern möchte, eigene Beschlüsse zu fassen. Es ärgert mich natürlich, dass er seiner Pflicht als Vater nicht nachkommt und einmal tüchtig auf den Tisch haut.“

Dann las Hanna sogar aus dem alten Testament, wo der Herrgott sich entschloss, die Menschen auf siebzig verschiedenen Volkstämmen aufzuteilen. Die Völker verteilte Er über die ganze Erde und einem jeden Volke gab Er eine eigene Sprache. Als dann die Menschen mit einander reden wollten, verstand der eine die Sprache des anderen nicht und große Verwirrung entstand. Nach der Spracheinteilung schuf der Herr viele verschiedene Arten von Menschen, die er ebenfalls über die Erde verteilte.

Auszug aus Kapitel 2 der Biographie „Mein Freund aus Metaponto" 

Lilian O. Montmar, Schriftstellerin 

Alle meine zehn Dokumentarromane sind auf der Homepage: http://home.swipnet.se/Alerta ersichtlich,  bei  www.adlibris.com und physisch in der Hauptbücherei Wien 7, Urban-Loritz-Platz 2a erhältlich. 

http://katalog.buechereien.wien.at/index.asp?detmediennr=7

Das Programm "En bok - en  författare"  ist auf schwedisch und handelt von einer jungen Samefrau und ihrem Mut, den König aufzusuchen, um Hilfe für bessere Schulen für die Samekinder zu erbitten.

"Maria Magdalena Mathsdotter - Kungen, samekvinnan och den franske pastorn"

Siehe auch http://urplay.se/Produkter/174398-En-bok-en-forfattare-Maria-Magdalena-Mathsdotter

Meine 10 Dokumentarromane:

  1. Maria Magdalena Mathsdotter
  2. Kolonisterna på hjortronmyrarna
  3. Kärlek, vänskap och rock n’roll
  4. Liebe Freundschaft und Rock n’roll
  5. Min vän från Metaponto
  6. Mein Freund aus Metaponto
  7. Dimma över Albysjön
  8. TRILOGIE :
  9. Hedersmannen 
  10. Födda i våldets tecken
  11. Solnedgången kan ingen ta ifrån mig