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Pax et Bonum Kultur Teil 4: Autor BERNI MAYER – VERLOREN IN DER HEIMAT

Blog-Eintrag   •   Sep 24, 2014 10:29 CEST

Vordergründig mag es in der „Mandel-Trilogie” des niederbayerischen Autors Berni Mayer um die klassischen Komponenten des modernen Krimis gehen: Eine spannende Handlung, getragen von originellen Charakteren, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Humor. Alle drei Bände - „Mandels Büro”, „Black Mandel”, „Der große Mandel” - besitzen diese Komponenten im Übermaß. Vor allem deshalb haben sie inzwischen Kult-Status und eine ordentliche Popularität erreicht. Doch dem 40-jährigen Autor, der seit elf Jahren in Berlin zu Hause ist, geht es noch um einiges mehr: »Um das Verlorensein in der Heimat etwa, wenn man längere Zeit von ihr entfernt gewesen ist und eines Tages zurückkehrt«, erklärt Mayer in tiefem bayerischen Idiom. »Auch die Musik als Antriebsmotor spielt eine wesentliche Rolle, schließlich waren meine beiden Hauptprotagonisten Max Mandel und Sigi Singer Musikjournalisten, ehe sie ihre Privatdetektei eröffneten. Die Freundschaft zwischen den beiden ist gleichfalls ein wesentlicher Aspekt der Trilogie. Sie ist sehr eng, auf den ersten Blick - und dennoch, gerade weil die Sache so ernst daherkommt, ist das Scheitern eigentlich vorprogrammiert. Denn nur wenn man dieses Scheitern gemeinsam überwindet, zeigt sich, was eine Freundschaft letztlich taugt.«

Punktum: Mandel und Sommer sind eine Art moderner Don Quijote und Sancho Pansa, in einer merkwürdigen Art von tiefer Kumpanei und auch Abhängigkeit miteinander verbunden, während sie drei schräge Fälle in drei schrägen Umgebungen aufzuklären haben. Der erste Fall spielt in der Altrocker-Szene, in der schon mal der halbierte Leichnam eines Musikers aufgefunden wird. Band Zwei verschlägt die verkappten Helden ins finstere Norwegen, in der noch finsterere Black Metal-Eiferer wüste Kämpfe gegeneinander austragen. Das abschließende Werk schließlich führt die skurrilen Schnüffler zu abgehalfterten Wrestlern, bei denen auch Homosexualität eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

So kauzig diese Kurz-Inhalte wirken mögen: Berni Mayer, der nicht nur Autor, sondern auch Übersetzer, Blogger und Musiker ist, besitzt ein ausgeprägtes Talent dafür, plastisch und glaubwürdig zu erzählen, ohne je in Klischees abzudriften. Seine Charaktere stehen bei aller Außenseiter-Rolle stets mit beiden Beinen im Leben und wirken gerade durch ihre gelegentliche Zerrissenheit sympathisch. »Die beiden wissen eigentlich nicht, wie man einen Fall löst«, definiert Mayer die Vorgehensweise von Mandel und Singer, »doch sie machen einfach mal, eher intuitiv. Und lösen ihre Fälle sogar auf. Wobei das Ziel sich stets anders darstellt, als man beim Start der Ermittlungen gedacht hat. Denn Ziele, so erklärt Mandel dem Singer an einer Stelle, machen dich unfrei. Tja, Rock & Roll eben …«

Text © by MFG

Foto © by Erik Weiss / Heyne

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