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SMS und Messenger – Warum jetzt noch RCS?

Blog-Eintrag   •   Jan 09, 2018 10:03 CET

RCS (Rich Communication Services) kommt. Doch wenn man weiß, dass es mehr oder weniger die gleichen Features wie bereits existierende Standards bieten wird, fragt man sich: Was kann denn RCS, dass mit SMS oder einem Messenger nicht möglich ist?

Einer der Vorteile von RCS ist beispielsweise, dass es nutzbar sein soll ohne dass Anwender dafür eine spezielle App oder einen Account benötigen. Stattdessen soll es so etwas wie die Standard-Nachrichten-App auf Android-Systemen sein und damit von allen Android-Nutzer weltweit verwendet werden können. Problem: Dafür ist noch unklar, ob und wann es für andere Betriebssysteme verfügbar sein wird. Positiv hieran: Auch wenn RCS “nur” auf Android-Systemen genutzt werden kann, entspräche das laut Gartner einer weltweiten Smartphone-Marktabdeckung von fast 88%.

Schön. Ich kann dafür doch auch ganz einfach weiter SMS verschicken – und zwar unabhängig von Android, iOS oder irgendeinem anderen System?!
Klar geht das. Zumindest für Textnachrichten. Was nicht geht sind Bilder, Videos, Sprachnachrichten oder Standorte – nichts, was mit RCS möglich wäre.

Netter Versuch. Wofür gibt es denn Messenger…?!
Auf jeden Fall, das bestreitet niemand. Messenger sind super, vor allem wenn es darum geht mit Familie, Freunden, Kollegen oder sonst jemandem aus dem privaten Umfeld zu kommunizieren. Nur denk bitte einmal nach: Wie kommunizierst Du mit Unternehmen?

Um einen weiteren Vorteil von RCS – und allem, was in Zukunft darauf noch folgen wird – zu verstehen, müssen wir über den Tellerrand blicken und zwischen privater und geschäftlicher Kommunikation unterscheiden. Private Kommunikation meint in diesem Fall die Kommunikation zwischen zwei Privatpersonen, geschäftlich die zwischen einem Unternehmen und Kunde.

Während die Konkurrenz für RCS im Privatumfeld nicht gerade klein sein wird, beschränkt sich die im Bereich der Unternehmen-Kunden-Kommunikation in erster Linie auf SMS und E-Mail. Warum ist das wichtig? Weil RCS und die Idee dahinter das Potential mit sich bringt, diesen Bereich komplett umzukrempeln und den Anstoß für eine Neugestaltung der Kommunikationsprozesse zwischen Unternehmen und Kunde geben kann. Man könnte es als einen Wandeln in Richtung Conversational Messagingbezeichnen – weg vom reinen Informationsaustausch, hin zu einer vollwertigen Kommunikation. Wie ein digitaler Kundendialog.

Bei der Idee hinter Conversational Messaging geht es einfach ausgedrückt darum Prozesse zur Interaktion mit Kunden unternehmensseitig zu automatisieren und zu vereinfachen. Dafür ist zum Beispiel geplant die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunde so darzustellen, wie in einer privaten Messenger-Kommunikation: Alles passiert in einer Inbox, einem Chatfenster über das beide Seiten miteinander interagieren. Darüber hinaus bieten sogenannte “Chip Lists” fertige Antwortmöglichkeiten und Aktionen, etwa die Übertragung eines Termins aus dem Chatverlauf in den eigenen Kalender oder die Anzeige der nächstgelegenen Filiale für einen persönlichen Termin.