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Chorea Huntington: Tänzer wider Willen

Pressemitteilung   •   Jan 31, 2017 12:57 CET

Gezielte Physiotherapie trägt oftmals zur Kräftigung der Fußmuskulatur der Patienten bei und kann bei der Prophylaxe von Fußfehlstellungen hilfreich sein. Bild: zinkevych | fotolia

Die Fußgesundheit ist von vielen Faktoren abhängig und kann durch bestimmte Erbkrankheiten oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes beeinträchtigt werden. Daher wird in deren umfassender Therapie oftmals auch ein Augenmerk auf die Füße gelegt. Bei der erblichen Erkrankung Chorea Huntington sind die Füße der Patienten durch deren Bewegungsunruhe häufig besonderen Belastungen ausgesetzt. Somit bedarf es hier mitunter des Rates von Fußspezialisten und Orthopäden.

Im Jahre 1872 wurde die Krankheit „Chorea Huntington“ erstmals von dem US-amerikanischen Neurologen George Huntington beschrieben. Der Begriff „Chorea“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Tanz“. In Deutschland wurde die Erkrankung früher „erblicher Veitstanz“ genannt, da im Zuge dieser der heilige Veit (Vitus) von den Menschen um Hilfe angebetet wurde. Chorea Huntington ist eine autosomal-dominante neurologische Erbkrankheit des Gehirns, welche mit Bewegungsstörungen einhergeht. Für Patienten sind ihre plötzlichen Bewegungen nicht steuerbar. Sie betreffen vor allem die Extremitäten, das Gesicht, den Hals und den Rumpf. Über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren schreitet die Krankheit immer weiter fort und endet tödlich. Stress kann den Verlauf unter Umständen beschleunigen.

Wahrscheinlichkeit

Chorea Huntington ist eine der am häufigsten vorkommenden neurologischen Erbkrankheiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Nachkommen eines Patienten ebenfalls erkranken, liegt bei 50 Prozent. Sie steigt auf 100 Prozent, wenn der betroffene Elternteil zwei mutierte Allele besitzt. Sehr selten tritt Chorea Huntington nicht durch Vererbung, sondern durch eine Spontanmutation auf. In Deutschland kommen auf 100.000 Personen 10 Patienten, die an der Huntington-Krankheit leiden. 

Körperliche und psychische Symptome

Oftmals zeigen sich die Anzeichen erst im Erwachsenenalter, zwischen dem 35. und dem 45. Lebensjahr. Die Symptome können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfallen. Betroffene leiden vor allem unter Funktionsstörungen des Nervensystems sowie unter psychischen Veränderungen wie Manie, Depression und Suizidalität. Weiterhin kommt es zu Verhaltensauffälligkeiten wie etwa willkürlichem Grimassieren und zu fortschreitender Demenz. Die für die Krankheit typische Bewegungsunruhe zeigt sich bei Patienten zunächst in den oberen Extremitäten. Anschließend erfasst sie Beine, Kopf und Rumpf. Betroffene führen beispielsweise schleudernde Bewegungen mit Armen und Beinen aus. Zudem kommt es schon im frühen Stadium zu einem gestörten Gangbild, welches Torkeln oder das Gehen in sehr kleinen Schritten umfasst. In der sogenannten Abrollphase belasten Erkrankte besonders den Vorfuß. Dadurch können die Knochenstrahlen des Mittelfußes auseinanderweichen, es kommt zum Spreizfuß oder auch zur Spitzfußneigung. Den Spitzfuß zeichnet ein Hochstand der Ferse sowie eine Krümmung des Fußes aus. Auch übermäßige Hornhaut und Hühneraugen sind für Chorea-Huntington-Patienten keine Seltenheit. Viele Menschen versuchen weiterhin, durch eine stärkere Belastung des Vorfußes, ihre Gangschwierigkeiten auszugleichen. Im Zuge dessen droht eine Verkürzung der Achillessehne sowie der Abbau von Muskelzellen an der Wade.

Lindernde Maßnahmen

Chorea Huntington ist derzeit nicht heilbar, die Ursachen der Erkrankung sind nicht therapierbar. Einzelne Symptome können jedoch gelindert werden. Weiterhin ermöglichen verschiedene Maßnahmen oftmals eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs. Weil die Symptome sehr variabel sind, braucht es für jeden Patienten eine auf ihn zugeschnittene Behandlung. Gegen die Bewegungsstörungen werden meist Neuroleptika verabreicht. Um die durch lang anhaltende Muskelspannung erzeugten Muskelverhärtungen abzuschwächen, bekommen die Betroffenen ebenfalls Medikamente. Eine logopädische Betreuung sowie stetige Ergo-, Physio- und Psychotherapie ermöglichen den Erkrankten mitunter, dass sie noch für längere Zeit in ihrem gewohnten familiären Umfeld bleiben können.

Weitere Maßnahmen

  • Gezielte Physiotherapie kann helfen, die Fußmuskulatur zu kräftigen und Fußdeformationen vorzubeugen.
  • Bei übermäßiger Hornhaut und Hühneraugen, welche durch das gestörte Gangbild der Patienten entstehen, sind regelmäßige Behandlungen und Beratungen beim Fußspezialisten ratsam.
  • Da viele Betroffene zum Spitzfuß neigen, braucht es im fortgeschrittenen Stadium oft eine Versorgung mit orthopädischen Maßschuhen. Diese können auch zu einem sichereren Gang der Erkrankten beitragen.
  • Für die Ernährung der Betroffenen empfehlen sich kleine kalorienreiche Mahlzeiten, möglichst sechs bis acht Mal täglich, die über den Tag verteilt werden. Um ein Verschlucken zu vermeiden, sollten die Lebensmittel in Breiform zubereitet werden.
  • Selbsthilfegruppen können Betroffenen und Angehörigen Halt geben. Konkrete Ratschläge, Trost und das Teilen von Erfahrungen tragen dazu bei, dass Patienten und ihre Familie den Weg der fortschreitenden Erkrankung nicht allein auf sich nehmen müssen.

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