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‹Züchtungspromille› auf allen Lebensmitteln

Pressemitteilung   •   Feb 07, 2017 07:30 CET

Goetheanum, Dornach, 7. Februar 2017

‹Züchtungspromille› auf allen Lebensmitteln

Das Gemeingut Saatgut steht durch Patentierung und Verlust der Agrobiodiversität weltweit unter Druck. Daher fordern die Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum und die Getreidezüchtung Peter Kunz in einer Studie die Einführung eines Züchtungspromilles und rechtlich anerkannte Nutzungsgemeinschaften.

Für Johannes Wirz, mit Ueli Hurter und Peter Kunz Autor der Studie ‹Saatgut  – Gemeingut›, stecken in jeder Saatguttüte drei Güter: «Ein Kulturgut, das als Menschheitserbe allen bedingungslos zur Verfügung steht und durch internationale Verträge nur beschränkt geschützt wird; ein Rechtsgut, das mit nationalen und internationalen Gesetzen reguliert wird; und ein Wirtschaftsgut, das im Handel verkauft wird.» Um der Monopolisierung entgegenzuwirken, fordern die Autoren für Europa ein ‹Züchtungspromille›. Damit meinen sie eine Abgabe auf allen Lebensmitteln zugunsten von gemeinnützigen Züchtungsprogrammen und -initiativen. In der Schweiz würden damit rund 60 Millionen Franken jährlich zur Verfügung stehen.

Eine einseitige Unterstützung der Ökobranche sehen die Autoren darin nicht: «Der Öko-Anbau und die ökologische Pflanzenzüchtung produzieren nicht nur angepasste Sorten und gesunde Nahrungsmittel, sondern verbessern durch Verzicht auf Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel auch andere Gemeingüter wie Wasser, Luft, Boden und Biodiversität. Sie erbringen eine Vielzahl von Ökosystemleistungen für die gesamte Gesellschaft.»

Darüber hinaus machen die Autoren den Vorschlag, neben den internationalen Verträgen zum Schutz der Agrobiodiversität rechtlich anerkannte Nutzergemeinschaften einzurichten, deren Regeln die Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom für Gemeingüter herausgearbeitet hat. Sie führen dazu Beispiele aus Afrika, Indien und den Philippinen an, die aus ihrer Sicht zeigen, dass damit dem Verlust der Agrobiodiversität am effektivsten Einhalt geboten werden kann.
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Johannes Wirz, Peter Kunz, Ueli Hurter:
Saatgut – Gemeingut. Züchtung als Quelle von Realwirtschaft, Recht und Kultur
106 Seiten, geheftet, Fr. 17/€ 15 (zuzüglich Versandkosten)
Bezug der Studie: Goetheanum, Sektion für Landwirtschaft, Hügelweg 59, 4143 Dornach, Schweiz; sektion.landwirtschaft@goetheanum.ch.
Ab 9. Februar als Download unter www.sektion-landwirtschaft.org oder www.gzpk.ch 

Vorgestellt wird die Studie ‹Saatgut – Gemeingut› am 8 . Februar 2017 um 19 Uhr bei:
Getreidezüchtung Peter Kunz, Seestr. 6, 8714 Feldbach, Schweiz


Ihre Ansprechpartnerin, auch für ein Rezensionsexemplar:
Verena Wahl, verena.wahl@goetheanum.ch, Tel. +41 61 706 42 11

Das Goetheanum ist Zentrum eines weltweit tätigen Netzwerks spirituell engagierter Menschen. Als Sitz der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft und der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft dient es dem Austausch über spirituelle Fragen und der Fortbildung auf künstlerischem und wissenschaftlichem Feld.

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