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Betriebsprüfer schauen besonders auf die Kassenführung

News   •   Feb 03, 2016 08:30 CET

Betriebsprüfer achten bei Branchen mit viel Bargeschäft, wie dem Einzelhandel und der Gastronomie, ganz besonders darauf, ob die Kassenführung ordnungsmäßig ist. Ist dies nicht der Fall, kann es zu bösen Überraschungen kommen, die sehr teuer werden können. Deshalb sollten Unternehmer ihre Kassen sorgfältig führen. So sind bei Registrierkassen die Tagesendsummenbons (sogenannte Z-Bons) penibel aufzubewahren, bei PC-Kassen sind die gespeicherten Daten zu archivieren. Doch damit nicht genug. Auch die Bedienungsanleitung und alle Protokolle zur Programmierung der Kasse müssen aufbewahrt werden. Allein fehlende Programmier- bzw. Änderungsprotokolle sind bereits ein wesentlicher Fehler der Kassenführung, wie der BGH kürzlich bestätigte.

Unternehmer sollten deshalb unbedingt prüfen, ob die Bedienungsanleitung und die Einrichtungsprotokolle vorhanden sind. Eine fehlende Bedienungsanleitung kann vom Kassenaufsteller oder aus dem Internet besorgt werden. Zudem sollten nach jeder neuen Programmierung der Kasse sämtliche Protokolle ausgedruckt bzw. dauerhaft elektronisch gespeichert werden.

Eine Hinzuschätzung ist zwar nur zulässig, wenn neben den formellen Mängeln auch materielle Mängel ersichtlich sind. Doch die Prüfer haben ihre Methoden, um nicht erklärte Einnahmen nachzuweisen und Manipulationen aufzudecken. Dazu verproben sie die Umsätze anhand tatsächlicher oder branchenüblicher Gewinnaufschlagsätze aus dem Wareneinsatz. Weichen die verprobten Umsätze von den erklärten Umsätzen ab und konnte der Prüfer auch formelle Mängel nachweisen, so darf er hinzuschätzen. Neben der Aufschlagkalkulation sind auch die Vermögenszuwachs- und die Geldverkehrsrechnung übliche und anerkannte Verfahren, um die materielle Ordnungsmäßigkeit zu prüfen. Der bei der Finanzverwaltung beliebte Zeitreihenvergleich ist dagegen nur teilweise zulässig.

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