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Bürokratieentlastungsgesetz II: Anhebung der Grenze für Kleinbetragsrechnungen auf 250 € rückwirkend zum 1.1.2017

News   •   Aug 07, 2017 22:57 CEST

Grenze für Kleinbetragsrechnungen steigt auf 250 Euro

Am 12.05.2017 hat der Bundesrat dem Bürokratieentlastungsgesetz II zugestimmt. Durch dieses Gesetz hebt der Gesetzgeber die Grenze für Kleinbetragsrechnungen (§ 33 UStDV) rückwirkend zum 01.01.2017 von 150 € auf 250 € an. Damit bezweckt der Gesetzgeber einen Vereinfachungseffekt vor allem bei Barumsätzen, im Handel mit Waren des täglichen Bedarfs sowie bei Abrechnungen durch Automaten.

Vorteil: insgesamt weniger Bürokratie bei Kleinbetragsrechnungen.

Eine Kleinbetragsrechnung liegt bis zu einem Gesamtbetrag von 250 Euro brutto vor, wenn die Rechnung nach dem 31. Dezember 2016 ausgestellt wurde (150 Euro für vorher ausgestellte Rechnungen). Bei Kleinbetragsrechnungen kann auf den gesonderten Ausweis des Entgelts und des Umsatzsteuerbetrags sowie auf den Namen des Rechnungsempfängers verzichtet werden. Dennoch darf aus der Rechnung Vorsteuer gezogen werden, soweit der Leistungsempfänger vorsteuerabzugsberechtigt ist.

Achtung: Unternehmer müssen trotz der Erhöhung der Grenze darauf achten, dass Kleinbetragsrechnungen lediglich die notwendigen Rechnungsangaben des § 33 UStDV enthalten. Alle zusätzlichen Angaben bergen das Risiko, dass sie sich als unvollständig oder unzutreffend erweisen. Dadurch kann der Vorsteuerabzug gefährdet werden.

Bei Rechnungen, deren Gesamtbetrag 250,00 € nicht übersteigen, genügen folgende Angaben:

  • Name und Anschrift des leistenden Unternehmers;
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung des Gegenstandes der Lieferung oder Art und Umfang der sonstigen Leistung;
  • Entgelt und der Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe;
  • Steuersatz für die Umsatzsteuer oder Hinweis auf Steuerbefreiung;
  • Angabe des Ausstellungsdatums der Rechnung.

Ein gesonderter Umsatzsteuerausweis muss damit nicht erfolgen. Auch der Zeitpunkt der Leistung und Angaben über den Leistungsempfänger sind nicht notwendig. Keine Kleinbetragsrechnung liegt vor, wenn das leistende Unternehmen für eine Leistung mehrere Rechnungen erstellt, die jeweils unter 250,00 € betragen.

Hinweis: Rechnungen, die einen Betrag von über 250,00 Euro ausweisen sind ordnungsgemäß, wenn sie folgende Bestandteile enthalten:

  • Name und Adresse des Leistenden
  • Name und Adresse des Leistungsempfängers
  • laufende Rechnungsnummer
  • Rechnungsdatum und Leistungszeitraum
  • Benennung der einzelnen Leistungen
  • Nettoumsatz
  • Umsatzsteuersatz bzw. Steuerbefreiung
  • Ausweis des im Bruttobetrag enthaltenen Umsatzsteuerbetrags
  • im Voraus vereinbarte Entgeltminderungen
  • Steuernummer des leistenden Unternehmens (alternativ Umsatzsteuer-Identifikationsnummer)
  • Bezeichnung Gutschrift, wenn der Leistungsempfänger die Rechnung ausstellt
  • Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht beim Leistungsempfänger

Weitere Besonderheiten bestehen bei Reiseleistungen, Lieferungen von Gebrauchtgegenständen, Antiquitäten oder Kunstgegenständen und Leistungen, bei denen der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet (Reverse Charge).

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ETL Hannes & Kollegen, ETL ADHOGA, ETL ADVISA Steuerberatungsgesellschaften mbH

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