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Kost & Logis für Arbeitnehmer in der Gastronomie und Hotellerie: neues Merkblatt 2016

News   •   Feb 17, 2016 09:03 CET

Sachbezugswerte, Pauschsteuer und Rabattfreibetrag

In der Gastronomie und Hotellerie ist es durchaus üblich, dass Arbeitnehmer in der Gaststätte ihres Arbeitgebers auch ihre Mahlzeiten einnehmen. Doch arbeitstäglich an Arbeitnehmer abgegebene Mahlzeiten sind ein als Arbeitslohn zu versteuernder Sachbezug. Gleiches gilt für die verbilligt oder unentgeltlich überlassene Unterkunft an Mitarbeiter eines Hotels.

Sachbezüge sind grundsätzlich mit dem um 4 % geminderten Preis am Abgabeort – also beispielsweise dem Preis in der Speisekarte bzw. dem üblichen Mietpreis - anzusetzen. Für arbeitstäglich verbilligt bzw. unentgeltlich abgegebene Mahlzeiten und freie Unterkunft bestimmt jedoch die Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) pauschale Sachbezugswerte, die jährlich aufgrund der Verbraucherpreisentwicklung angepasst werden.

Sachbezugswerte und Pauschsteuer Sachbezugswerte für Mahlzeiten finden Sie im beigefügten Merkblatt.

Der Verbraucherindex für Verpflegung im Bereich Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen ist im Zeitraum Juni 2014 bis Juni 2015 um 2,8 % gestiegen. In 2016 sind daher höhere Sachbezugswerte zu beachten.

Hinweis: Die Sachbezugswerte für Mahlzeiten gelten auch für Arbeitnehmer im Hotel- und Gaststättengewerbe. Jedoch dürfen die Arbeitnehmer nicht À-la-carte essen. Die „Mitarbeiter-Speisen“ dürfen nicht auf der regulären Speisekarte stehen, sondern müssen besonders zubereitet werden.

Werden keine gesonderten „Mitarbeiter-Speisen“ angeboten, so ist der Sachbezugswert ausgeschlossen. Aber der Rabattfreibetrag von 1.080 Euro pro Jahr ist anwendbar (siehe Punkt 2).

Beispiel: Ein Arbeitnehmer in der Gastronomie nimmt im Jahr 2016 arbeitstäglich (220 Arbeitstage im Jahr) in der Gaststätte seines Arbeitgebers ein unentgeltliches Mittagessen für Mitarbeiter im Wert von 6,00 Euro ein.

Die Mahlzeiten sind nicht mit ihrem tatsächlichen Wert (220 Tage * 6,00 Euro = 1.320 Euro), sondern mit dem Sachbezugswert (220 Tage * 3,10 Euro = 682 Euro) als Arbeitslohn zu versteuern und zu verbeitragen. Bei einem Steuersatz von 30 % bedeutet das für den Arbeitnehmer eine jährliche Mehrbelastung von 350 Euro (ungefähr 215 Euro Lohnsteuer + SolZ und 135 Euro Sozialabgaben). Der Arbeitgeber muss Sozialabgaben in etwa gleicher Höhe tragen.

Empfehlung: Leistet der Arbeitnehmer eine Zuzahlung in Höhe des Sachbezugswertes, muss nichts versteuert werden, da die Zahlung auf den Sachbezugswert angerechnet wird.

Unterkunft und Mieten

In den alten sowie in den neuen Bundesländern bleibt der Sachbezugswert für freie Unterkunft 2016 unverändert bei 223,00 Euro monatlich. Bezogen auf den Quadratmeter gelten 2016 (wie in 2015) damit 3,92 Euro je Quadratmeter, bei einfacher Ausstattung sind es 3,20 Euro je Quadratmeter. Weiterhin gilt jedoch die Regelung, dass der Wert der Unterkunft mit dem ortsüblichen Mietpreis bewertet werden kann, wenn der Tabellenwert nach Lage des Einzelfalls unbillig wäre.

Für den Wert einer freien Wohnung ist unverändert der ortsübliche Mietpreis entscheidend. Diesbezüglich ist auch für 2016 kein amtlicher Sachbezugswert festgesetzt worden.

Pauschalierung der verbilligt oder unentgeltlich abgegebenen Mahlzeiten

Der Arbeitgeber kann den Arbeitslohn für verbilligt oder unentgeltlich abgegebene Mahlzeiten pauschal mit 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer versteuern und die Pauschsteuer übernehmen. Der Arbeitnehmer hat dann keine zusätzlichen Belastungen, denn auf die pauschalbesteuerten Mahlzeiten fallen keine Sozialbeiträge an. Für den Arbeitgeber ist die Pauschalbesteuerung nicht viel teurer als die normale Lohnversteuerung, denn auch für ihn entfallen die Sozialversicherungsbeiträge. Der Arbeitgeber kann die pauschale Lohnsteuer auch auf den Arbeitnehmer abwälzen. 

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