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Steuer-Identifikationsnummer gewinnt an Bedeutung-Kindergeld, Kapitalerträge, Sonderausgabenabzug

News   •   Jan 29, 2016 22:27 CET

Seit 2004 vergibt das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) die steuerliche Identifikationsnummer (IdNr.) für jeden Bürger. Eltern wird für ihre Kinder die IdNr. meist innerhalb von drei Monaten nach der Geburt des Kindes mitgeteilt.

Die IdNr. findet sich in der Regel auch

  • auf dem Einkommensteuerbescheid
  • auf der Lohnsteuerbescheinigung
  • im Informationsschreiben des Finanzamtes mit den gespeicherten elektronischen Lohnsteuerabzugmerkmalen (ELStAM)
  • auf einer Arbeitslosenbescheinigung

Die IdNr. bleibt ein Leben lang gültig und ändert sich auch nicht bei Umzug oder Heirat. Rentenversicherer, Sozialleistungsträger und Anbieter von Altersvorsorgeprodukten sind verpflichtet, steuerlich wichtige Daten, wie Rentenzahlungen und Beiträge zur Altersvorsorge oder Krankenversicherung, unter Angabe der IdNr. an die Finanzbehörden zu übermitteln.

Kindergeldberechtigte müssen Steuer-Identifikationsnummer angeben

Für jedes Kind darf das Kindergeld nur einmal ausgezahlt werden. In der Regel erhält ein Elternteil das Kindergeld. Aber auch die Großeltern, die ihr Enkelkind im eigenen Haushalt versorgen, können anspruchsberechtigt sein. Um eine mehrfache Auszahlung zu vermeiden, müssen ab 1. Januar 2016 zwingend die IdNr. des Antragstellers und des Kindes angegeben werden. Liegen den Kindergeldkassen bis Ende des Jahres 2015 noch keine gültigen IdNr. vor, wird im Jahr 2016 zwar weiterhin Kindergeld ausgezahlt. Die zuständige Familienkasse wird die Kindergeldberechtigten jedoch im Laufe des Jahres 2016 anschreiben. Wenn dann keine gültigen IdNr. mitgeteilt werden können, wird die Familienkasse das Kindergeld zurückfordern.

IdNr. für Freistellung von Kapitalerträgen notwendig

Zum 1. Januar 2016 verlieren Freistellungsaufträge ohne IdNr. automatisch ihre Gültigkeit. Freistellungsaufträge bewirken, dass Kreditinstitute von Kapitalerträgen keine Abgeltungsteuer einbehalten, soweit die Kapitalerträge den Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro (1.602 Euro bei Ehegatten/eingetragenen Lebenspartnern) nicht übersteigen.

Ab 2016 gelten Freistellungsaufträge nur noch mit IdNr. Viele Bankkunden wurden daher bereits im Jahr 2015 gebeten, ihre IdNr. auf den Freistellungsanträgen zu ergänzen. Betroffen sind insbesondere vor dem Jahr 2011 erteilte Freistellungsaufträge. Soweit Freistellungsaufträge nach dem 1. Januar 2011 geändert oder neu erteilt wurden, besteht in der Regel kein Handlungsbedarf, da bei diesen die IdNr. bereits anzugeben war.

Sonderausgabenabzug für Unterhaltszahlungen nur noch mit IdNr.

Unterhaltsleistungen an den geschiedenen Partner können bis zu 13.805 Euro pro Jahr als Sonderausgaben abgezogen werden. Voraussetzung ist, dass der Unterhaltsempfänger zustimmt und die erhaltenen Leistungen als sonstige Einkünfte versteuert. Ab 2016 ist der Sonderausgabenabzug nur noch möglich, wenn die IdNr. des Unterhaltsempfängers angegeben wird.

Hinweis

Sollte die IdNr. nicht auffindbar sein, stellt sie das BZSt auf Antrag noch einmal zu. Hierbei muss allerdings mit einer Bearbeitungszeit von vier bis acht Wochen gerechnet werden.

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