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20. Deutsch Norwegisches Energieforum zeigt Perspektiven für die Energiewirtschaft: Unternehmen tragen Verantwortung für die Energiewende

Pressemitteilung   •   Okt 31, 2016 14:54 CET

Auf dem 20. Deutsch Norwegischen Energieforum am 27. Oktober 2016 in Berlin standen unternehmerische Strategien für die Mitgestaltung einer Transformation des globalen Energiemarktes im Zentrum der Diskussion. Verbunden damit ging es um die notwendigen politischen Rahmenbedingungen und die Macht der Konsumenten bei der Energiewende. Entscheidungsträger aus deutschen und norwegischen Unternehmen trafen sich auf Einladung der Königlich Norwegischen Botschaft und Innovation Norway, um angesichts des sich rasant wandelnden Marktes Aspekte einer europäischen Energiepolitik nach den Vorgaben des Klimaschutzabkommens von Paris zu erörtern.

Die unternehmerische Verantwortung für ein Gelingen der Klimawende nach der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens nehmen deutsche und norwegische Unternehmen gleichermaßen ernst.

Konsens bestand auf der Konferenz darin, dass erneuerbare Energien dann fließen, wenn die Märkte funktionieren. Voraussetzung dafür seien ein ausgewogener Energiehandel über nationale Grenzen hinweg, einheitliche Regeln für Investitionen in Energieeffizienz, die schnelle Umsetzung neuer digitaler Möglichkeiten und die Einbindung von Verbraucherwünschen.

Kontrovers blieb die Diskussion hinsichtlich der Notwendigkeit staatlicher Anreize, um Unternehmen verstärkt zu Investitionen in erneuerbare Energien zu motivieren und die hohen Kosten für die Energiewende zu tragen. Dagegen spräche die klare Verantwortung der Industrie für den Klimaschutz.

Elmar Reni Holmen, Political Advisor im norwegischen Ministerium für Petroleum und Energie, betonte in seiner Eröffnungsrede vor 160 Teilnehmern die enge Kooperation zwischen Norwegen und Deutschland im Energiesektor. Für das Erreichen der in Paris festgelegten Ziele spiele Erdgas eine wichtige Rolle. Das Land Norwegen deckt nahezu 50 Prozent des Gasbedarfes in Deutschland und 25 Prozent der europaweit benötigten Gasmenge ab.

Dr. Barbara Praetorius, Stellvertretende Direktorin von Agora Energiewende, entwarf in ihrer Keynote die Koordinaten einer sinnvollen Klimapolitik, in deren Zentrum die Photovoltaik eine zentrale Rolle spielen werde. Sonnenenergie sei bereits heute ebenso günstig wie Atomkraft oder Kohle. „Yes, we can!“, konstatierte die Wissenschaftlerin anhand der Ergebnisse eigener Studien im europäischen Raum: „Wir haben weltweit ausreichende Ressourcen an Erneuerbaren Energien, um die Klimaziele zu erreichen.“

Bei der anschließenden Diskussionsrunde stellten die Unternehmensvertreter ihre Aktivitäten und Strategien zum Erreichen der Klimaziele vor. Damit verbunden wurde diskutiert, wie weit staatliche Subventionen maßgeblich für die Umwandlung des Energiemarktes seien.

Auke Lont, Vorstandsvorsitzender des norwegischen Netzbetreibers Statnett, setzt für sein Unternehmen auf drei strategische Bereiche, um die Versorgung mit erneuerbaren Energien für die Zukunft abzusichern: Funktionierende Märkte, den Zusammenschluss intelligenter Netze und den Ausbau digitaler Technologien.

Dr. Karsten Wildberger, Mitglied des Vorstands und Chief Markets Officer bei E.ON SE, betonte ebenfalls die Rolle intelligenter Verteilernetze und ergänzte eine verstärkte Orientierung am Kunden, für den erneuerbare Energien auch emotional immer wichtiger würden.

Volker Backs, Senior Vice President Sourcing, Rolled Products Norsk Hydro, hielt fest, dass ein freier globaler Energiemarkt das Ende der fossilen Energien mit sich bringen werde, weil die erneuerbaren Energien immer günstiger würden. In diesem Sinne plädierte er für eine offene europäische Marktpolitik.

Auguste Willms, Mitglied des Vorstands der Wacker Chemie AG, sprach sich für eine stärkere globale Steuerung der Wettbewerbsbedingungen im Energiesektor aus. Da Strom für Wacker Chemie, einen der größten Stromabnehmer Deutschlands, ein hoher Kostenfaktor sei, werde verstärkt in die Erforschung energieeffizienter Produktionsweisen investiert. Vorteile werden aber aufs Spiel gesetzt, da im Energiehandel keine einheitlichen Preise für den Ausstoß von CO2 gelten. Insofern plädierte er für eine weltweite Gleichbehandlung von Unternehmen durch einheitliche Emissionspreise.

Nur durch Innovation und die Entwicklung neuer Technologien sei eine effizientere Nutzung von Energie gewährleistet, betonte Jan Karl Karlsen, Vice President von Statoil.

„Am Scheitelpunkt einer sich verändernden Industrie“, sieht Dr. Andreas Schröter, Executive Vice President von DNV GL Energy, die Energiewirtschaft. Unternehmen seien, schon um die sich verändernden Wünsche der Verbraucher zu erfüllen, aufgerufen, verstärkt in Innovationen zur Nutzung erneuerbarer Energien zu investieren. ­
Wie wichtig ein schnelles Umdenken in Unternehmen sei, betonten auch Jørgen Kildahl und Eimund Nygaard, Vorstandsvorsitzende des norwegischen Energieversorgers Lyse AS. Für traditionell arbeitende Unternehmen bedeute die Energiewende einen Bruch. Erfolgreich sei, wem es gelänge, dynamisch neue Geschäftsfelder zu erschließen: „Die Zeit für eine langfristige Planung ist seit 10 Jahren vorbei“, so Nygaard. Bei einer Umsetzung der Energiewende sei eine starke unternehmerische Führung gefragt, die rasch Entscheidungen träfe.

In ihrem Schlusswort lobte Elisabeth Walaas, Botschafterin Norwegens in Deutschland, das Energieforum als „einzigartige Gelegenheit zum Austausch“ in Fachkreisen und wertvolle Gelegenheit, Protagonisten des Energiemarktes zu versammeln.

„Mit dem jährlich stattfindenden Deutsch Norwegischen Energieforum bieten wir deutschen und norwegischen Unternehmen eine Plattform, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende zu vertiefen“ so Gerda Geyer, Projektleiterin bei Innovation Norway.
Die hochkarätig besetzte Konferenz soll Synergien zwischen deutschen und norwegischen Unternehmen stärken. Manuel Kliese, Geschäftsführer von Innovation Norway, Deutschland:
„Das 20. Energieforum hat gezeigt, wie eng das Gelingen der Energiewende mit den unternehmerischen Strategien verknüpft ist und wie hoch die Bedeutung von Kooperationen zwischen Deutschland und Norwegen ist.“ 

Innovation Norway (IN) fördert die Entwicklung nachhaltiger und zukunftsorientierter Wirtschaftskonzepte und betreut innovative Unternehmen in Norwegen. Überdies begleitet Innovation Norway internationale Unternehmen bei einem Engagement in Norwegen. Die Organisation ist an Standorten in ganz Norwegen vertreten und beschäftigt weltweit mehr als 700 Mitarbeiter in 35 Büros. Geschäftsführerin ist die Norwegerin Anita Krohn Traaseth. Das deutsche Büro von Innovation Norway in Hamburg wird geleitet von Manuel Kliese. Innovation Norway wird zu 100 Prozent staatlich finanziert.

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