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So geht Service 4.0: Chancen smarter Geschäftsmodelle nutzen

Blog-Eintrag   •   Okt 08, 2019 09:07 CEST

Die Digitalisierung krempelt Branche für Branche um – und wird auch vor der Service-Industrie keinen Halt machen. Angefangen vom Handel (E-Commerce) über die Medien (z.B. Social Media), steht derzeit das produzierende Gewerbe (Industrie 4.0) vor den Chancen der Digitalisierung. Etablierte Unternehmen werden innerhalb weniger Jahre von digitalen Startups bedroht. Diese Startups verdrängen mit neuen Geschäftsmodellen lang Bewährtes innerhalb kürzester Zeit aus dem Markt. Genauso ergeben sich aus der Digitalisierung Chancen neue Märkte zu erschließen. Über diese Chancen schreiben Nicolas Megow und Prof. Dr. Rüdiger Kabst von der Universität Paderborn im Leitartikel der neuesten Ausgabe der SERVICETODAY 4/19.

In dem Beitrag schreiben die beiden Experten, dass neue Technologien die perfekte Passung zwischen Geschäftsmodell und Markt auflösen können: „Etablierte Geschäftsmodelle können die Passung zu den Markterwartungen verlieren, wenn neue Technologien größere Erwartungen bedienen. Technologische Innovationen können in zwei Bereichen von Geschäftsmodellen wirken: der Organisation als Kern-Ressource und der Nutzenstiftung zur Gestaltung der Kundenbeziehung und der Distribution.“

Sie sagen auch: Der Einsatz von Technologien als Kern-Ressource sei nicht trivial in den Konsequenzen. Kern-Ressourcen könnten unterschiedliche produktive Leistungen erbringen und entsprechend auf unterschiedliche Arten in Kern-Aktivitäten eingebunden sein. Beispielsweise könne ein Drucker als Türstopper, Wärmequelle, zum Dokumentenmanagement oder als Treffpunkt fungieren. Jede dieser vier beispielhaften produktiven Leistungen könne (theoretisch) in einer Kern-Aktivität Wert schöpfen. Ein Smartphone könne derzeit Email empfangen, aber vielleicht zukünftig auch Bio-Feedback in Echtzeit geben oder 3D-Scans von Gegenständen erstellen.

Die Herausforderung für die Geschäftsmodellentwicklung auf Basis neuer Technologien besteht nach Ansicht der Autoren in der Identifizierung der möglichen produktiven Leistungen einer Technologie: „Nicht immer sind die produktiven Leistungen einer Technologie auf den ersten Blick ersichtlich. Erst nach Jahren der Anwendung oder ab einer gewissen Größe, können solche Leistungen entstehen, wie zum Beispiel der Katastrophen-Button auf Facebook mit dem bei Katastrophen Informationen zu Betroffenen Personen gesammelt werden. Übertragen auf smarte Geschäftsmodelle ermöglichen Big Data und Sensoren-Schwärme zum Beispiel die Kern-Aktivitäten der Business Intelligence, des Condition Monitoring oder der Machine-to-Machine (M2M) Kommunikation.“

Daten werden dabei als eine besondere Kern-Ressource mit zwei sehr spannenden Eigenschaften für die Entwicklung von Geschäftsmodellen angesehen: „Zum einen liegt der Wert eines Datenpunktes in der Entstehung aus der Realität. Virtuelle, also künstlich erstellte Datensätze, sind nahezu wertlos. Erst die Verknüpfung zu einem Vorgang aus der Realität macht einen Datenpunkt wertvoll. Veränderungen in der Realität können Datenpunkte entwerten. Folglich spielt die Aktualität der Daten, im Gegensatz zu anderen Kern-Ressourcen, eine entscheidende Rolle für das Wertschöpfungspotenzial in Geschäftsmodellen. Soziale Medien stehen beispielsweise vor der kontinuierlichen Herausforderung übersichtlich und relevant für die Nutzer zu bleiben. Im Geschäftsmodell ergibt sich daraus die Kern-Aktivität Anreize zu entwickeln, die die Nutzer verleiten stetig neue Inhalte zu produzieren und kuratieren. Smarte Geschäftsmodelle müssen die Generierung von Daten mitdenken.“

Zum anderen ließen sich Daten beliebig mit weiteren Daten verbinden. Wenige Merkmale, wie das Individuum, die Zeit und der Ort reichten aus, um eine Vielzahl von Verknüpfungen zu ermöglichen. Gleichzeitig sinken die Kosten für die Generierung und Verarbeitung von Daten, während der weltweite Bestand an Daten rasant wächst. In Kombination mit nahezu kostenloser Kommunikation zwischen Datenquellen führt die Verknüpfbarkeit einer wachsenden Menge an Daten zu fallenden Transaktionskosten zwischen wirtschaftlichen Akteuren.

Die Empfehlung der Experten: Warten Sie nicht auf Startups, um herauszufinden wie Technologien Ihr Geschäftsmodell beeinflussen. Mit verhältnismäßig geringem Aufwand ist es möglich, technologische Entwicklungen grob zu antizipieren und dementsprechend proaktiv das eigene Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Startpunkt hierfür ist der Rand dessen, was heute schon in der Forschung bekannt ist. Rekombination dieses Stands der Forschung ersetzt den Bedarf eigener Erfindungen und öffnet die Tür zu smarten Geschäftsmodellen.“

Den vollständigen Leitartikel finden Sie in der neuen Ausgabe der SERVICETODAY 4/19, verfügbar als Printausgabe und digitale Version. Informationen unter www.service-today.de.

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