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Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf Rekordhoch

News   •   Jun 03, 2019 10:33 CEST

Millirasenschaftsstatistik im Stifterverband zeigt: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen zuletzt auf einem Rekordhoch. Insgesamt gaben die Unternehmen 69 Milliarden Euro für Ihre Forschung und Entwicklung aus. Der Anteil der FuE-Ausgaben an der gesamtwirtschaftlichen Leistung lag vorletztes Jahr damit bei 3,03 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Fast zwei Drittel der Forschung erfolgt für den Fahrzeugbau. Das belegen die endgültigen Ergebnisse der FuE-Datenerhebung der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland bei der FuE-Quote im vorderen Mittelfeld, vor den USA, Frankreich oder China. Zu den Spitzenreitern gehören Südkorea, Israel und die Schweiz. Aber immerhin: Noch nie wurde in Deutschland so viel geforscht und entwickelt wie im Jahr 2017. 69 Milliarden Euro investierten die Unternehmen in die eigene Forschung und Entwicklung. Das sind knapp sechs Milliarden Euro mehr als noch ein Jahr zuvor. Der Anstieg der internen FuE-Ausgaben von 9,5 Prozent ist so stark wie nie zuvor. Dafür haben die Unternehmen zusätzliches Personal eingestellt. 436.571 Forscher und Entwickler haben 2017 in den Forschungsabteilungen der Unternehmen gearbeitet. Im Jahr 2016 waren es noch 413.027 FuE-Beschäftigte. Auch der Wert der Forschungsaufträge, die Unternehmen an andere Unternehmen, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen im In- und Ausland vergeben, ist auf ein neues Hoch gestiegen und liegt bei 19,5 Milliarden Euro. Mit 3,03 Prozent des Bruttoinlandprodukts erreichen Wirtschaft und Staat erstmals das Ziel der Bundesregierung, drei Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung auszugeben.

Ein Blick in die einzelnen Branchen zeigt: Alleine bei den Automobilherstellern wird mit mehr als ein drittel aller finanziellen und personellen Aufwendungen mit Abstand am meisten geforscht und entwickelt. Dafür haben sie mit ihren Zuliefern in 2017 insgesamt 25,6 Milliarden Euro ausgegeben (2016: 21,9 Mrd. Euro). Die Zahl der FuE-Beschäftigten erhöhte sich im gleichen Zeitraum sogar um 10 Prozent von knapp 114.000 auf 126.400. Zum Vergleich: Über alle Branchen hinweg stieg das FuE-Personal 2017 zum Vorjahr im Durchschnitt um 5,7 Prozent.

Rechnet man die Ausgaben aller Unternehmen nach ihren Forschungsfeldern branchenübergreifend zusammen, werden sogar knapp zwei Drittel (59 Prozent) der FuE-Ausgaben im verarbeitenden Gewerbe und Dienstleistungssektor für Technologien des Fahrzeugbaus investiert. So forschen beispielsweise 82 Prozent der wissenschaftlich-technischen Dienstleister für den Fahrzeugbau, im Wirtschaftszweig Gummi und Kunststoff sind es 65 Prozent, in der Metallbranche 23 Prozent und im Maschinenbau 19 Prozent.

Themen wie digitale Technologien (IT), Klima & Umwelt, Energie und Optik werden von den forschenden Unternehmen zwar häufig als Forschungsfelder genannt - spielen aber quantitativ betrachtet eine untergeordnete Rolle. Alleine das Thema Gesundheit weist mit 13 Prozent der FuE-Ausgaben auf die Bedeutung Deutschlands als Pharmastandort hin.

Traditionell wird vor allem in den Großunternehmen geforscht und entwickelt. Kleine und mittelständische Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten machen lediglich acht Prozent der FuE-Ausgaben aus. "Wir brauchen mehr Vielfalt in der Forschungslandschaft, um im internationalen Wettbewerb nachhaltig mithalten zu können und die wichtigen gesellschaftlichen Ziele wie Klima- und Umweltschutz, Sicherheit, Gesundheit und Versorgung zu gestalten", sagt Andreas Barner, Präsident des Stifterverbands. "Um das Potenzial bei den kleinen und mittelständischen Betrieben zu heben, sollte die steuerliche FuE-Förderung schnellstmöglich von der Bundesregierung umgesetzt werden."

Die Aufstellung des Stifterverbands findet sich hier.

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