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So lässt sich Wärme aus IT-Rechenzentren nachhaltig nutzen

News   •   Aug 08, 2019 11:43 CEST

Rechenzentren in Deutschland wandeln aktuell jährlich mehr als 13 Mrd. kWh Strom in Wärme um, die größtenteils ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird. Dies entspricht etwa dem gesamten Strombedarf einer Großstadt wie Berlin. Dabei gibt es für die Abwärme von Rechenzentren vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, das zeigt das Whitepaper „Abwärmenutzung im Rechenzentrum“ anhand zahlreicher Beispiele. Das haben eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. und NeRZ (Netzwerk energieeffiziente Rechenzentren) veröffentlicht.

„Wir stellen erfolgreiche Konzepte vor, erörtern Chancen und Herausforderungen und wollen so dazu beitragen, Rechenzentren zukünftig nachhaltiger zu betreiben“, sagt Dr. Ralph Hintemann, Senior Researcher am Borderstep Institut und einer der Autoren der Studie. Das Interesse der Branche sei groß, die zurzeit noch größtenteils ungenutzte Abwärme sinnvoll einzusetzen. 50 Prozent der Rechenzentrumsbetreiber in Deutschland geben an, dass sie mittlere bis sehr hohe Einsparpotenziale durch Abwärmenutzung sehen.1 Schon ab einem Temperaturniveau der Abwärme zwischen 30 und 40°C kann diese für Schwimmbäder, Wäschereien oder Gewächshäuser in der Nähe eingesetzt werden.

Das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten erweitert sich stark bei höheren Temperaturen und reicht bis zum Anschluss von Rechenzentren an die örtlichen Nah- und Fernwärmenetze. Realisieren ließe sich das beispielsweise durch den Einsatz von Wärmepumpen. Doch aufgrund der hohen Strompreise in Deutschland gibt es hierzulande nur wenige wirtschaftliche Konzepte, sagt Béla Waldhauser, Sprecher der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland.

Als positives Beispiel nennt er skandinavische Länder, in denen die Nutzung der Abwärme ein fester Bestandteil der energiepolitischen Konzepte ist. „In Schweden beispielsweise gibt es einen breiten gesellschaftlichen Konsens, Umweltaspekte in der Digitalisierung stärker zu fördern – dazu gehört auch eine sinnvolle und nachhaltige Nutzung der Rechenzentrums-Abwärme“, sagt Waldhauser und verweist auf die im Whitepaper beschriebenen realisierten Projekte. „In Deutschland sind die Rahmenbedingungen leider nicht so gut, daher gibt es hierzulande nur eine Handvoll solcher Leuchtturmprojekte.“

„Wir brauchen in Deutschland eine vorausschauende Planung und systematische Unterstützung des Aufbaus neuer Wärmenetze“, bekräftigt Ralph Hintemann die Forderungen Waldhausers. „Wir brauchen mehr Anreize, die Wärme abzugeben um damit einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung der Digitalisierung zu leisten.“

Das Whitepaper findet sich hier

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