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Studie: Deutsche fordern mehr Sicherheit bei digitalen Dienstleistungen

News   •   Aug 30, 2017 10:26 CEST

Auffallende Paradoxien kennzeichnen die Ergebnisse der jüngsten Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), realisiert von dimap. Nach der Verantwortung für Sicherheit im Internet gefragt, stimmen 83% der Internetnutzer der Aussage voll oder eher zu, dass jeder selbst für seine Sicherheit im Internet verantwortlich ist. Gleichzeitig bezweifelt die Mehrheit (57%), dass der einzelne dieser Verantwortung überhaupt gerecht werden kann. Dies meinen selbst 53% der Internetnutzer, die ihre eigenen Kompetenzen als sehr gut oder gut einschätzen. 84% der Internetnutzer in Deutschland erwarten auch von Unternehmen die Übernahme von Verantwortung. Allerdings haben zwei Drittel der Befragten nur geringes bis gar kein Vertrauen darauf, dass die Firmen sich ausreichend um die Sicherheit ihrer Kunden kümmern.

Eine wichtige Rolle scheint auch dem Staat zuzukommen: Über alle Altersspannen hinweg verlangen 85% der Befragten, dass sich der Staat stärker um das Thema Sicherheit im Internet kümmert. Gleichzeitig trauen jedoch 84% dem Staat nicht zu, dass er dieser Aufgabe gerecht werden und seine Bürger schützen kann. 80% der Befragten befürworten ein offizielles Sicherheitssiegel, an dem sich vertrauenswürdige Dienstleistungen problemlos erkennen lassen.

Insgesamt, so ein weiteres Ergebnis, stehen die Deutschen der Digitalisierung aber unverändert positiv gegenüber. Aktuell sind 70% der Befragten überzeugt, dass die Digitalisierung viele Vorteile für sie biete. Und auch von denjenigen, die das Internet nicht nutzen, ist sich mehr als ein Drittel dennoch bewusst, dass diese Entwicklung auch auf sie Auswirkungen hat. DIVSI-Direktor Matthias Kammer: "Das Internet ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Um die Vorteile der Digitalisierung für sich zu nutzen, müssen sich die Menschen sicher und souverän in der digitalen Welt bewegen können. Hier sind Staat und Unternehmen gefordert, die vielen digitalen Angebote, die den Alltag erleichtern, mit höherer Sicherheit in Einklang zu bringen und damit Vertrauen zu stärken."

70% der Internetnutzer haben ein Online-Postfach auf einem Kundenportal. Jeder Dritte sogar bei drei und mehr verschiedenen Anbietern. Reinhard Schlinkert, geschäftsführender Gesellschafter dimap, zur Struktur der Nutzer: "Es sind vor allem Jüngere und Personen mit einem hohen formalen Bildungsniveau, die Online-Postfächer nutzen. Von den Befragten, die älter als 65 Jahre alt sind, und den Befragten, die einen Hauptschulabschluss haben, nutzt jeweils nur jeder Vierte mindestens ein Online-Postfach auf einem Kundenportal im Internet."

Eine sehr große Mehrheit von über 90% möchte selbst entscheiden können, auf welchem Weg Dokumente zugstellt werden. Acht von zehn Nutzern finden es besser, wichtige Dokumente per Post zu erhalten und sich nicht von einem Online-Postfach herunterladen zu müssen. DIVSI-Direktor Kammer: "Die Nutzer wollen wählen können, auf welchem Weg sie Rechnungen, Kontoauszüge oder andere wichtige Dokumente erhalten. Im Gegensatz dazu steht, dass Unternehmen und Behörden Dokument verstärkt online versenden und dabei gleichzeitig die bisherige Bringschuld in eine Holschuld umkehren. Dieser Trend muss beendet werden."

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