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Gasthaus Barthels Hof nach 13 Monaten wieder geöffnet

News   •   Mär 06, 2020 14:05 CET

Barthels Hof: Blick in Barthels Schänke - Foto: Andreas Schmidt

Nach einem verheerenden Brand im Januar 2019 und einem Wasserschaden wenige Monate später hat das renommierte Leipziger Traditionslokal seit 28. Februar 2020 wieder geöffnet. Im Zuge der umfassenden Sanierungsarbeiten wurde das historische Gewölbe neugestaltet. „Wir haben den Neuanfang als Anlass genommen, um nach 20 Jahren unseren Gasthof umzugestalten und gemeinsam nach vorn zu schauen“, sagt Inhaber Torsten Grahl. Seit 2012 wird das Gasthaus Barthels Hof von der Leipziger Familie Grahl geführt und gilt als eines der ältesten und traditionsreichsten Restaurants in Leipzig. Er befindet sich im Herzen der Innenstadt im letzten erhaltenen barocken Durchgangshof am Markt. 

Die Neuerungen und Umgestaltungen können sich sehen lassen: Die historischen Mauern der „Barthels Schänke“ von 1750 wurden mit elf Portraits von berühmten Leipziger Musikern ausgeschmückt, darunter Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Albert Lortzing, Clara Schumann und Kurt Masur, denen Leipzig seinen Ruf als Musikstadt zu verdanken hat. Die Portraits wurden mit Hilfe von einer speziellen Drucktechnik geschaffen. Die Wände wurden in zarten Goldtönen bemalt und künstlerisch mit Malereien und Ornamenten gestaltet, die Bezug zur Handels- und Messestadt Leipzig herstellen. Die Barthels Schänke bietet nun mit 60 Plätzen mehr Sitzfläche als zuvor. Neu angeschafft wurden die attraktiven Massivholz-Tische, die bequemen braunen Lederstühle und die gepolsterten Sitzflächen. 

„Webers Speisestube“ wurde mit dem gleichen Mobiliar eingerichtet und bewusst nach dem Vorbild einer Suppenküche im 18. Jahrhundert gestaltet. Sie bietet 40 Plätze. Eine gute Idee sind die bereits auf den Tischen platzierten Getränkekarten, so dass sich die Gäste gleich nach der Ankunft einen Überblick über die reichhaltige Getränkeauswahl verschaffen können. Dies verkürzt den Bestellvorgang. In der Speisestube befindet sich auch die hölzerne Theke, die nach historischen Vorlagen neu gebaut wurde.

Im Untergeschoss befindet sich das „Tollhardts Zechgewölbe“ aus dem Jahr 1497. In der damaligen Brauküche wurde tagsüber fleißig gehandelt und gefeilscht. Abends schloss man im gemütlichen Zechgewölbe die Verträge. Mit insgesamt 70 Plätzen und einer urigen Bar-Insel in der Raummitte eignet sich „Tollhardts Zechgewölbe“ gut für Feiern jeder Art.

In den Frühlings- und Sommermonaten lädt der großzügige Freisitz im Innenhof mit 200 Plätzen zum Verweilen ein. Bei hausgemachter Bowle oder einem kühlen Bier unter freiem Himmel kann abseits des belebten Barfußgässchens die historische Atmosphäre im Durchgangshof genossen werden.

Seit über 500 Jahren wird im Barthels Hof täglich sächsisch gekocht und gespeist. Auch heute wird Wert auf regional frische Küche gelegt. Deshalb lautet das Motto bewusst, regional, nachhaltig. Passend zur Saison werden immer neue Gerichte kreiert und mit viel Liebe zum Detail zubereitet. Dabei dürfen auf der Speisekarte Leipziger Spezialitäten wie die Leipziger Rinderroulade, das Traditionsgebäck „Leipziger Lerche“ oder auch die obergärige Bierspezialität „Gose“ nicht fehlen.

Der Barthels Hof wurde 1747 bis 1750 vom berühmten Architekt und Bauherrn George Werner für den Kaufmann und Stadthauptmann Gottfried Barthel als Bank- und Handelshaus erbaut. Das Gebäude umfasste dutzende Räume und Magazine in mehreren Stockwerken. Diese nutzte Gottfried Barthel auch für seinen eigenen Handel mit Farben und Kolonialwaren.

Weitere Informationen: www.barthels-hof.de

Redaktion: Sophie Weinhold