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​Leipzig gedenkt der Friedlichen Revolution vor 30 Jahren

News   •   Aug 29, 2019 16:07 CEST

Bernhard Stief, Volker Bremer, Burkhard Jung, Victoria Coeln, Marit Schulz und Michael Kölsch (v.l.) präsentieren das Programm zum Jubiläum „30 Jahre Friedliche Revolution“ - Foto: Andreas Schmidt

Leipzig im September 1989: Woche für Woche versammeln sich mehr Menschen auf dem Nikolaikirchhof, um nach dem montäglichen Friedensgebet in der Nikolaikirche öffentlich gegen das SED-Regime zu protestieren. Die DDR reagiert mit Polizeigewalt und Verhaftungen. Am 9. Oktober demonstrieren trotz großer Ängste mehr als 70.000 Bürger mit den Rufen „Keine Gewalt!“ und „Wir sind das Volk!“ entlang des Innenstadtrings. Tausende sind extra nach Leipzig gereist, um sich den Versammlungen anzuschließen. Stasi und Polizei können der Menge nichts mehr entgegensetzen, die Staatsmacht zeigt sich machtlos. Von nun an ist das Ende des sozialistischen Systems nicht mehr aufzuhalten. Der 9. Oktober wird zum Schlüsseldatum für die deutsche und europäische Geschichte.

Festakt der Stadt Leipzig und des Freistaates Sachsen

Dem 30-jährigen Jubiläum der Friedlichen Revolution widmet Leipzig ein umfangreiches Programm. Zentrale Feierlichkeit ist der gemeinsame Festakt der Sächsischen Landesregierung und der Stadt Leipzig am 9. Oktober 2019 im Gewandhaus zu Leipzig. Die Gedenkstunde würdigt die Friedliche Revolution als Ergebnis freiheitlich-demokratischen Handelns von Bürgern in ganz Sachsen. Höhepunkt des Festaktes ist die Rede zur Demokratie von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier wird ebenfalls als Festrednerin erwartet. Neben hochrangigen Repräsentanten des gesellschaftlichen Lebens, darunter zahlreiche internationale Gäste, sind Zeitzeugen, Bürgerrechtler und Vertreter demokratischer Basisinitiativen zum Festakt eingeladen. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Gewandhausorchester unter der Leitung von Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons.

Friedensgebet in der Nikolaikirche

Mit einem besonderen Friedensgebet erinnert die Nikolaigemeinde jährlich am 9. Oktober an die Ereignisse von 1989, als die Nikolaikirche für viele Menschen ein wichtiges Symbol für die Hoffnung auf Veränderung wurde. Das diesjährige Friedensgebet am 9. Oktober um 17 Uhr trägt die Überschrift „Den Klang der Hoffnung spüren“. Erstmals wird das neue Geläut der Nikolaikirche erklingen. Die Predigt hält Martin Henker, Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenbezirks Leipzig.

Lichtfest Leipzig

Am Abend eröffnen um 19 Uhr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung gemeinsam mit der Bürgerrechtlerin Kathrin Mahler Walther das Lichtfest Leipzig. Als Abschluss und zugleich Höhepunkt des Lichtfestes wird die historische Demonstrationsstrecke mit Licht gestaltet. Das von der Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH in Zusammenarbeit mit der Wiener Künstlerin Victoria Coeln entwickelte Konzept basiert auf dem Grundgedanken von Partizipation. Beraten wurde Victoria Coeln dabei von der Zeitzeugin und Bürgerrechtlerin Gesine Oltmanns (Leipzig).

Themensetzung und Organisation

Die Verantwortung für die thematischen Schwerpunkte der Feierlichkeiten zur Friedlichen Revolution sowie der begleitenden Programme obliegt dem Beirat „Kuratorium Tag der Friedlichen Revolution 1989“. Der Beirat besteht aus 19 Mitgliedern. Bei der Untersetzung der thematischen Schwerpunkte werden die Initiative „Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober 1989“ und deren Arbeitsgruppen eingebunden. 

Weitere Informationen: www.leipzig.de/herbst89 und www.lichtfest.leipziger-freiheit.de

Hinweis: Einen ausführlichen Pressetext mit Statements und dem Veranstaltungsprogramm finden Sie in der angehängten pdf-Datei.

Redaktion: Isabell Gradinger