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Neue Ausstellung im Museum der bildenden Künste: „Montevideo“ zeigt Werke von Annette und Erasmus Schröter

News   •   Mär 09, 2018 11:09 CET

Das Künstlerehepaar Schröter in ihrer Ausstellung "Montevideo" im Museum der bildenden Künste Leipzig 2018

Das Museum der bildenden Künste Leipzig zeigt vom 8. März bis 21. Mai 2018 die Ausstellung „Montevideo“. Präsentiert werden Werkgruppen aus dem umfangreichen Schaffen des Leipziger Künstlerpaares Annette und Erasmus Schröter, die beide an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studierten.

Die Werkzyklen sind eng mit dem künstlerischen Schaffen des Ehepaares und ihrer Biografie verbunden. Eine umfassende “Echt-Foto-Postkarten-Sammlung“, die vor allem architektonische und ideologische Aspekte der DDR-Alltagswelt abbildet sowie eine Sammlung von stark farbig gemusterten Tabletts aus Thüringen komplettieren die Ausstellung. Das Prinzip der Sammlung durchzieht die Schau und beleuchtet unterschiedlichste Dimensionen des Verhältnisses von Künstler und Kollektiv, Original und Reproduktion, Individuum und Gesellschaft sowie Geschichte und Utopie. Installativ arrangierte Sammlungsobjekte schaffen in Verbindung mit Fotografie, Malerei und Papierschnitt spannungsreiche räumliche Konstellationen. Dabei wird auch die jeweilige Eigenständigkeit der künstlerischen Positionen deutlich.

So ist Annette Schröter (*1956) mit einer von Robert Walser angeregten Werkgruppe “Spaziergang im Schnee“ sowie einem großformatigen Gemäldezyklus “Frauen in Tracht“ vertreten. Dazu äußerte sich Annette Schröter: „Mich hat die ästhetische Opulenz der Trachten fasziniert, aber auch diese Haltung der Frauen, die man mit dem altmodischen Begriff Demut umschreiben könnte“. Zusätzlich wird eine Auswahl ihrer raumgreifenden Papierschnitte gezeigt, die nicht eingelöste gesellschaftspolitische Utopien und urbanen Wildwuchs genauso transportiert, wie triviale Versatzstücke unserer Alltagskultur. Durch Annette Schröter erfährt die aktuelle Neuinterpretation des Mediums “Scherenschnitt“ wesentliche Impulse.

Im Zentrum der Präsentation des Fotografen Erasmus Schröter (*1956) steht hingegen die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Porträt. Dabei werden großformatige, inszenierte Fotografien von Frauen im Stadtraum sowie Aufnahmen ihrer männlichen Entsprechungen gezeigt. Die Bilder werden von Arbeiten, die junge Anhänger der Wave-Gotik-Kultur zeigen, ergänzt.

Beide Künstler haben Freude am Spiel mit sozialen Rollen. Eine Fotoserie von Erasmus Schröter heißt “Komparsen“, in der man den Unterschied sieht, „wie sich männliche und weibliche Komparsen inszenieren, und bei aller Gebrochenheit entstehen dabei unverwechselbare Charaktere, die dennoch typisch sind für unser Zeitalter, das wie noch nie zuvor von dem medialen Blick geprägt ist“, so der Fotograf.

Die Schnittmengen des Künstlerpaares werden am Deutlichsten in der gemeinsam geschaffenen Serie “Hasenland“. Auf ironisch lapidare Weise machen sie auf ganz spezielle Orte, aber auch auf die Außenseiterposition des Künstlers in der Gesellschaft aufmerksam. Dies setzen sie mit den Mitteln der inszenierten analogen Schwarzweiß-Fotografie und der bizarren Verkleidung um.

Die Ausstellung kann immer dienstags sowie donnerstags bis sonntags von 10-18 Uhr und mittwochs von 12-20 Uhr besucht werden. Am Donnerstag, den 3. Mai 2018, findet ab 18 Uhr ein Künstlergespräch mit dem Ehepaar Schröter statt.

Weitere Informationen: www.mdbk.de 

Redaktion: Estelle Maier