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Neue Hoffnung für schwerkranke Herzpatienten

Pressemitteilung   •   Apr 02, 2009 14:40 CEST

Lahr, 02. April 2009. Das MediClin Herzzentrum Lahr/Baden verfügt seit April als erste medizinische Einrichtung in der Ortenau über einen Hybrid-Operationssaal für Eingriffe am Herz- und Gefäßsystem. Der Hybrid-OP vereint ein vollwertiges kardiologisches Herzkatheterlabor, inklusive beweglicher Röntgenanlage, mit einem komplett ausgestatteten Operationssaal. Herzchirurg, Kardiologe, Anästhesist, Radiologe und Gefäßchirurg können gemeinsam untersuchen und therapieren. Dies eröffnet völlig neue Therapieoptionen: „Künstliche Herzklappen können wir nun bei Bedarf minimal-invasiv mit Hilfe eines Katheters einsetzen – ohne den gesamten Brustraum des Patienten öffnen zu müssen. Die neue Herzklappe wandert zusammengefaltet an der Spitze eines Katheters bis zum Herzen und wird dort punktgenau geöffnet“, erklärt Privatdozent Dr. Jürgen Ennker, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. „Gerade ältere Menschen oder Hochrisikopatienten, für die eine herkömmliche Operation nicht in Frage kommt, profitieren von dieser neuen schonenden Methode.“ 800 000 Euro hat das MediClin Herzzentrum Lahr/Baden in den neuen Hybrid-Operationssaal der Firma Siemens investiert. Behandelt werden im Herzzentrum alle krankenversicherten Patienten – egal ob gesetzlich oder privat versichert.

Durch die Zugabe eines Röntgenkontrastmittels in den Blutkreislauf des Patienten kann dank der integrierten Röntgenanlage die Funktion der neuen Herzklappe über den Bildschirm unmittelbar überprüft werden. Kombiniert wird diese Methode mit der herkömmlichen Ultraschalluntersuchung des Herzens. Für den Patienten bedeutet dies einen deutlichen Gewinn an Behandlungssicherheit und -qualität; Herzchirurgen und Kardiologen arbeiten als Team Hand in Hand. Patientenleben zu retten, erleichtert der Hybrid-OP auch in anderer Hinsicht: Kommt es während eines Eingriffs am Herzen zu einem Notfall, kann ohne jede Zeitverzögerung simultan diagnostiziert und therapiert werden, ohne dass zusätzliche risikoreiche Transporte erforderlich werden. „Das ist ein Vorteil, den zum Beispiel ein herkömmliches Herzkatheterlabor nicht bieten kann. Hier besteht keine Möglichkeit, in einem Notfall herzchirurgisch einzugreifen“, sagt Privatdozent Dr. Ennker. „Bei Komplikationen müssen Patient und Ärzte üblicherweise in einen anderen Behandlungsraum wechseln, um dort zu operieren und mit einer Herz-Lungen-Maschine zu arbeiten. Dabei geht Herzpatienten lebensrettende Zeit verloren.“

Professor Eberhard von Hodenberg, Chefarzt Innere Medizin und Kardiologie, erläutert zwei weitere Vorteile, die der Einsatz des Hybrid-Operationssaal mit sich bringt: „Zum einen wird die Implantation von großen Gefäßstützen (Aortenstents) erleichtert, die unmittelbar in die Hauptsschlagader eingesetzt werden. Hier können wir mit der neuen Ausstattung noch präziser arbeiten. Zum anderen ermöglicht uns die neue Technologie, die Herzhöhlen dreidimensional darzustellen. Dies erleichtert eine Verödungstherapie bei Herzrhythmusstörungen.“ Bei einer Verödungstherapie (Ablation) werden unter örtlicher Betäubung mehrere dünne Elektrodenkatheter unter Durchleuchtung über die Leistenvenen oder -arterien ins Herz eingeführt. Rhythmusstörungen verursachende Reizleitungen können identifiziert und mit Hochfrequenzstrom oder Kälte verödet werden.

Über den Hybrid-OP

Im MediClin Herzzentrum Lahr/Baden steht ein bodenmontiertes Röntgensystem mit einem speziellen OP-Tisch zur Verfügung. Dies ermöglicht eine filmfreie Digitaltechnologie für kürzere Untersuchungen, eine perfekte Bildgebung mit minimaler Dosis, die sichere 3D-Navigation während der Live-Durchleuchtung, den unbehinderten Zugang zum Patienten während der Intervention sowie umfangreiche Spezialapplikationen für die Herz- und Gefäßchirurgie. Für Patienten bedeutet dies: Weniger Belastung durch mehr minimal-invasive Verfahren, geringere Strahlenbelastung, kürzere Krankenhausaufenthalte sowie sichere und optimal dokumentierte Eingriffe.

Über das MediClin Herzzentrum Lahr/Baden

Das MediClin Herzzentrum Lahr/Baden vereint unter einem Dach die Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie die Klinik für Innere Medizin und Kardiologie. Das 1994 eröffnete Herzzentrum verfügt über 75 Betten und beschäftigt 416 Mitarbeiter. Bei Bypassoperationen am schlagenden Herzen sowie bei der Implantation gerüstloser Bioprothesen nimmt das MediClin Herzzentrum Lahr/Baden bundesweit und international eine Spitzenposition ein. Noch 2009 wird die 25 000. Operation  am offenen Herzen durchgeführt.

Über die MediClin

Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 33 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen, drei Medizinischen Versorgungszentren und einem Hotel für Gesundheit und Erholung in elf Bundesländern verfügt die MediClin über eine Gesamtkapazität von rund 7.900 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken – dies sind Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung, der Schwerpunktversorgung und Fachkliniken – und um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 7.800 Mitarbeiter.

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