Skip to main content

Schlaganfall: Risikofaktoren häufig unbekannt

Pressemitteilung   •   Mär 15, 2006 10:30 CET

Reichshof-Eckenhagen, März 2006. Die größte deutsche Studie zum Schlaganfall-Wissen in der Bevölkerung (im März dieses Jahres vom Kompetenznetz Schlaganfall veröffentlicht) macht vor allem eines deutlich: Selbst potenziell gefährdete Personen sind nur unzureichend informiert. 32 Prozent der rund 28.000 Befragten im Alter von über 50 Jahren konnten keinen einzigen Risikofaktor für Schlaganfall benennen. Dabei ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und darüber hinaus eine der häufigsten Ursachen für Pflegebedürftigkeit im Alter. "Es herrscht derzeit eine Diskrepanz zwischen Aufklärung in der Bevölkerung und den Möglichkeiten der medizinischen Versorgung", erklärt Dr. Jürgen Bonnert, Chefarzt der Neurologie am Reha-Zentrum Reichshof, einer Einrichtung der MediClin. "Die Behandlung von Schlaganfallpatienten hat in den letzten Jahren schließlich erhebliche Fortschritte gemacht."

Noch vor einigen Jahren war der Verlauf eines Schlaganfalls eine "schicksalhafte" Angelegenheit. Nach der Diagnose musste erst einmal abgewartet werden. Die moderne Medizin hat inzwischen eine andere Betrachtungsweise: "Der Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, bei dem eine schnelle Diagnostik und Therapie geboten sind, die über den Verlauf der Erkrankung sowie über mögliche Folgeschäden entscheiden", so Dr. Bonnert. Der entscheidende Faktor bei der Behandlung ist Zeit. Je schneller die Behandlung beginnt, desto besser sind die Überlebenschancen und die Rehabilitationsaussichten. Grundlage der Behandlung ist die genaue Diagnostik. Unter anderem durch eine Computer- oder Magnetresonanztomografie kann festgestellt werden, welche Ursache dem Schlaganfall zugrunde liegt und welche Hirnregionen betroffen sind. Bei Hirnblutungen ist häufig eine Operation notwendig, um die Blutung zu stoppen oder irreparabel geschädigtes Gewebe zu entfernen. In den ersten Stunden steht die intensivmedizinische Behandlung im Vordergrund. "Ein akuter Schlaganfall ist immer lebensbedrohend. Für die Vermeidung oder Verminderung von Folgeschäden ist die möglichst frühzeitige rehabilitationsmedizinische Behandlung entscheidend. Je nach Zustand des Patienten schon wenige Stunden nach dem Schlaganfall", sagt Dr. Bonnert.

Bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten wird im Reha-Zentrum Reichshof eine eingehende Ursachenklärung durchgeführt. "Von entscheidender Bedeutung ist die künftige Prophylaxe, da für unterschiedliche Ursachen des Schlaganfalls wiederum verschiedene Strategien zur Vermeidung von weiteren Schlaganfällen existieren", macht Dr. Bonnert deutlich. Bei den Risikofaktoren für Schlaganfälle unterscheidet man zwischen veränderbaren und nicht veränderbaren Faktoren. Die bedeutendsten veränderbaren Risikofaktoren sind anhaltender hoher Blutdruck, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen, chronischer Alkoholgenuss, körperliche Mangelbewegung und Diabetes. "Der Schlaganfall ist ein klassisches Beispiel für eine Zivilisationskrankheit", macht Dr. Bonnert deutlich. "Umso erschreckender ist daher die Tatsache, wie unzureichend das Bewusstsein über Risiken und Symptome des Schlaganfalls noch ist." Nicht veränderbare Risikofaktoren sind insbesondere das Alter, das Geschlecht (bei Männern um 24 bis 30 Prozent höher), erbliche Belastung und die ethnische Zugehörigkeit.

Jeder Schlaganfallpatient wird im Reha-Zentrum Reichshof einer ausführlichen Gefäßdiagnostik unterzogen. Zudem erfolgt eine kardiologische Diagnostik unter anderem mit Ableitung von EKG, um kardiale Ursachen zu diagnostizieren bzw. auszuschließen. Darüber hinaus erhält jeder Patient ein labordiagnostisches Screening, um entsprechende Risikofaktoren wie Fettstoffwechselstörungen und Gerinnungsstörungen diagnostizieren zu können. Nach Eingang der Befunde wird die Strategie zum Schutz vor weiteren Schlaganfällen festgelegt.

"Für die weitere Prophylaxe ist es von ganz wesentlicher Bedeutung, den Patienten über Risikofaktoren aufzuklären und ihm das persönliche Risikoprofil deutlich zu machen. Hierzu gehören neben der diättherapeutischen Beratung vor allem auch Kurse zur Raucherentwöhnung und die sogenannten Gesundheitserziehungsprogramme.
Ein Mensch, der einen Schlaganfall erlitten hat, muss sein Lebenskonzept neu überdenken und hierzu gehören regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Umgang mit Suchtmitteln und das Erkennen des eigenen Risikoprofils", sagt Dr. Bonnert.


Über die MediClin
Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber. Mit 30 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen und zwei Medizinischen Versorgungszentren in elf Bundesländern verfügt die MediClin über eine Gesamtkapazität von circa 7.800 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken - dies sind Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung, der Schwerpunktversorgung und Fachkliniken - und um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 6.900 Mitarbeiter.

Über das MediClin Reha-Zentrum Reichshof
Das Reha-Zentrum Reichshof im Oberbergischen Land ist eine Fachklinik für medizinische Rehabilitation von Patienten mit neurologischen und internistischen Erkrankungen und gehört zur MediClin. Die Einrichtung verfügt über 245 Betten und beschäftigt 254 Mitarbeiter.

 

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Kommentar