Skip to main content

Sozialdienste zunehmend im Interessenskonflikt

Pressemitteilung   •   Dez 17, 2009 11:20 CET

Offenburg und Mainz, 17. Dezember 2009. Sozialdienst-Mitarbeiter in Krankenhäusern richten sich bei der Auswahl einer für einen Patienten geeigneten Rehabilitationsklinik in erster Linie nach den Vorgaben der Kostenträger und den Wünschen der Patienten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter 360 Sozialdienstmitarbeitern, die der Klinikverbund MediClin zusammen mit der Deutschen Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen (DVSG) durchgeführt hat. Insgesamt 24 Fragen beleuchteten dabei unterschiedliche Aspekte des Zuweisungsverhaltens der Sozialdienstmitarbeiter.

94 Prozent der Sozialdienstmitarbeiter schätzen den Patientenwunsch als wichtig oder sehr wichtig für die Wahl der Reha-Klinik ein; das seit Juli 2001 gesetzlich verankerte Wunsch- und Wahlrecht der Patienten gewinnt demnach an Bedeutung. Ebenso deutlich wird der Einfluss der Kostenträger auf die Entscheidung des Sozialdienstes: 90 Prozent halten die Vorgaben der Kostenträger für wichtig bis sehr wichtig. Im Hinblick auf die ärztlichen Entscheidungen bei der Einleitung medizinischer Reha-Maßnahmen sehen 51 Prozent der Sozialdienstmitarbeiter die Rolle des leitenden oder behandelnden Arztes als „weniger wichtig“ an. Gleichzeitig bewerten 70 Prozent der Sozialarbeiter ihren Einfluss als groß bis sehr groß. 83 Prozent der Befragten gaben weiterhin an, dass in ihrem Krankenhaus der Sozialdienst die Anschlussversorgung verantwortlich organisiert. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen uns deutlich, dass sich die Sozialdienstmitarbeiter zunehmend in einem Spannungsfeld bewegen zwischen der bestmöglichen medizinischen Versorgung auf der einen und konkreten Patienten- und Kostenträgerwünschen auf der anderen Seite“, sagt Alexander Spachholz, Leiter des MediClin-Vertragsmanagements. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen außerdem auf, dass die Zeitspanne, in der eine Reha-Klinik einen Krankenhaus-Patienten aufnehmen kann, eine zentrale Rolle spielt bei der Entscheidung des Sozialdienstes für oder gegen eine Klinik. Der Zuweisungsdruck für Krankenhäuser ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.“

360 Sozialdienstmitarbeiter füllten Online-Fragebogen aus

Die vom Klinikverbund MediClin und der Deutschen Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen (DVSG) gemeinsam durchgeführte Befragung von Sozialdiensten in Krankenhäusern erfasste unterschiedliche Aspekte des Einweisungsverhaltens. 360 Sozialdienstmitarbeiter füllten zwischen dem 1. Oktober und dem 30. November einen Online-Fragebogen aus. „Die Ergebnisse sollen dazu dienen, die Zusammenarbeit zwischen dem kurativen und rehabilitativen Sektor weiterzuentwickeln und dabei insbesondere die Potenziale von Sozialdiensten besser zu nutzen. Der Übergang von der Akutversorgung in die medizinische Rehabilitation setzt ein effektives Versorgungsmanagement voraus. Daher kommt der reibungslosen Kooperation zwischen Krankenhaus und Rehabilitationsklinik eine große Bedeutung zu. Sozialdienste in Krankenhäusern sind hier besonders gefordert und auf eine entsprechend funktionierende Zusammenarbeit mit den Rehabilitationskliniken angewiesen“, erläuterte der 1. Vorsitzende der DVSG, Ulrich Kurlemann. Die DVSG werde auf der Basis der Umfrageergebnisse prüfen, welche Schritte der Fachverband für eine Weiterentwicklung des Versorgungsmanagements einleiten muss, damit die Potenziale der Sozialen Arbeit künftig stärker für Synergieeffekte im Gesundheitssystem genutzt werden.

Interessierte können die Ergebnisse der gesamten Online-Befragung zum Versorgungsmanagement Anfang 2010 auf www.dvsg.org herunterladen.


Über die DVSG
Die Deutsche Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG) ist ein Fachverband, der die Sozialarbeit im Gesundheitswesen fördert und dazu beiträgt, Soziale Arbeit in den verschiedenen Arbeitsfeldern des Gesundheitswesens zu stärken und weiterzuentwickeln.

Über die MediClin
Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 33 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen, sieben Medizinischen Versorgungszentren und einem Hotel für Gesundheit und Erholung ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 7.900 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 7.800 Mitarbeiter.

Kontakt:

MediClin
Thomas Hessel
Public Relations
Okenstraße 27
77652 Offenburg
Tel: 0781/488-165
Fax: 0781/488-184
E-Mail: thomas.hessel@mediclin.de
www.mediclin.de

DVSD
Ingo Müller-Baron
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kaiserstr. 42
55116 Mainz
Tel.:06131/22 89 39 (Mo, Do),
06771/59 91 24 (Di, Mi, Fr)
Fax:06131/222458
E-Mail:ingo.mueller-baron@dvsg.org

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Kommentar