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Trotz neuer Lunge nicht glücklich

Pressemitteilung   •   Okt 14, 2010 18:10 CEST

Blieskastel, 14. Oktober 2010. Rund 12000 Menschen warten gegenwärtig in Deutschland auf ein Spenderorgan. Für die Betroffenen bedeutet die Wartezeit eine große psychische Belastung. „Viele Patienten erleben während dieser Zeit belastende Situationen, die im schlimmsten Fall als Trauma wirken. Die Betroffenen reagieren mit intensiver Angst und Hilflosigkeit auf ihre Situation“, sagt Professor Volker Köllner, Chefarzt der Fachklinik für Psychosomatische Medizin der MediClin Bliestal Kliniken. In der Regel können die Betroffenen die traumatische Erfahrung während ihrer Erkrankung innerhalb von einigen Wochen verarbeiten. Zehn Prozent der Patienten leiden jedoch noch nach Monaten unter ihrem Trauma, auch wenn sie mittlerweile erfolgreich operiert wurden – sie haben eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickelt.

In einer Studie untersuchte Professor Köllner zusammen mit Medizinern des Universitätsklinikums des Saarlandes, wie sich die PTBS vor und nach einer Lungentransplantation entwickelt und wie sich die psychische Erkrankung auf die Lebensqualität der Patienten auswirkt. „Patienten, die auf eine Lungentransplantation warten, geht es häufig akut sehr schlecht. Sie leiden unter quälender Luftnot und haben Angst, die Wartezeit nicht zu überleben“, erklärt Köllner.
An der von ihm durchgeführten Untersuchung nahmen 92 Patienten teil, davon warteten 45 Patienten noch auf ein Spenderorgan, bei den übrigen 47 Patienten war bereits eine Lunge transplantiert worden. Die Studie ergab, dass Patienten, die noch auf ein Spenderorgan warten, deutlich häufiger an einer PTBS leiden als Patienten nach einer Lungentransplantation. „Je kürzer ein Patient auf ein Spenderorgan warten muss, desto größer ist die Chance, dass eine psychische Traumatisierung verhindert werden kann “, erläutert Köllner. Die Mediziner stellten in ihrer Studie außerdem fest, dass die PTBS sich signifikant auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirkt. „Die Patienten, die an einer PTBS leiden, können ihre neu gewonnene Freiheit nach einer erfolgreichen Transplantation nicht nutzen. Eigentlich könnten sie in Urlaub fahren oder etwas unternehmen, aber stattdessen bleiben sie zu Hause und ziehen sich zurück“, berichtet der Chefarzt. Häufig sind die Patienten depressiv oder leiden an Panikanfällen. Außerdem praktizieren sie ein so genanntes Vermeidungsverhalten: „Die Betroffenen versuchen möglichst alles zu meiden, was sie an ihre traumatische Erfahrung erinnert. So erscheinen sie nicht zu Untersuchungsterminen und nehmen ihre Medikamente nicht ein“, erläutert Köllner. Eine PTBS sollte deshalb möglichst frühzeitig behandelt werden. Durch eine gezielte Therapie kann nicht nur die physische Genesung der Patienten günstig beeinflusst, sondern auch deren Lebensqualität deutlich verbessert werden.

Über die MediClin Bliestal Kliniken
Unter dem Dach der MediClin Bliestal Kliniken in Blieskastel befinden sich die Fachklinik für Psychosomatische Medizin, die Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie sowie die Fachklinik für Innere Medizin. Die Einrichtung verfügt über 459 Betten und beschäftigt 231 Mitarbeiter.

Über die MediClin
Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 34 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen und elf Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.000 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 8.000 Mitarbeiter.

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