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G-BA beim Darmkrebs-Screening im Verzug. Konsenspapier fordert Versand des Stuhltests an Versicherte.

Pressemitteilung   •   Mär 02, 2018 08:30 CET

Gemeinsames Konzept zur Umsetzung des organisierten Darmkrebs-Screenings durch den G-BA

München, 2. März 2018  – Seit bald zwei Jahren ist die an den Gemeinsamen Bundesausschuss gesetzte Frist zur Ausgestaltung des organisierten Darmkrebs-Screening mittlerweile verstrichen. Initiiert vom Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. haben daher die wissenschaftlichen Fachgesellschaften gemeinsam mit den Berufsverbänden und weiteren Organisationen erstmals proaktiv ein gemeinsames Konzept zur Umsetzung entwickelt.
Im Jahr 2013 wurde das Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz (KFRG) verabschiedet. Dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) wurde darin eine Frist zur Ausgestaltung des organisierten Einladungsverfahrens zur Darmkrebsvorsorge eingeräumt. Diese Frist wurde nicht eingehalten. Auch eine offizielle Anhörung der zuständigen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, die die notwendige Expertise einbringen könnten, wurde bislang nicht eingeleitet.

Dabei sind die zuständigen medizinisch-wissenschaftlichen Organisationen längst einen Schritt weiter. Auf Initiative des Netzwerk gegen Darmkrebs haben 17 Fachgesellschaften, Berufsverbände sowie weitere Experten-Organisationen im Konsensus-Verfahren ein Konzept erstellt, das aufzeigt, wie aus ihrer Sicht ein im Sinne der Versicherten bestmögliches Einladungsverfahren stattfinden kann.

Zentraler Punkt des Konzepts: Dem Einladungsschreiben an die Versicherten sollte direkt ein immunologischer Stuhltest inkl. vorfrankierten Rücksendeumschlag beiliegen, um die Teilnahme für die Versicherten möglichst einfach und effizient zu gestalten. Die Experten stützen diese Empfehlung auf Evaluationsdaten unserer niederländischen Nachbarn. Dort wird mit dieser Vorgehensweise eine Teilnahmerate von über 70% erreicht. Weiterhin sieht das Konzept u.a. vor, dass die Einladung durch eine zentrale, neutrale Datenstelle erfolgen sollte, die die Versichertendaten von den Krankenkassen erhält und das gesamte Datenmanagement inkl. Dokumentation verwaltet.

Es ist das erste Mal, dass sich die relevanten Organisationen im Vorfeld auf ein gemeinsames Konzept zur Verbesserung der Darmkrebsvorsorge in Deutschland verständigt haben. Mit dem gemeinsamen Umsetzungsplan bekräftigen die Verbände den aus ärztlicher Sicht dringenden Handlungsbedarf und erklären sich zur konstruktiven Mitarbeit bei der Ausgestaltung durch den G-BA bereit.

2013 hatte der Deutsche Bundestag das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz verabschiedet. Darin wurde die Einführung eines organisierten Screening Programms, bei dem die Versicherten zur Darmkrebsfrüherkennung postalisch eingeladen werden sollen, festgelegt. Der Bundestag hatte den G-BA beauftragt, die Umsetzungsregelungen für das organisierte Darmkrebs-Screening bis zum 30. April 2016 zu erstellen und zu verabschieden. Doch das ist bis heute nicht geschehen. Als Zwischenschritt wurde im letzten Jahr lediglich der quantitative immunologische Stuhltest als gesetzliche Früherkennungsleistung eingeführt. Seither können Versicherte ab dem Alter von 50 Jahren diesen Test jährlich durchführen. Wann jedoch das organisierte Einladungsverfahren startet und wie dieses ablaufen soll, ist nach wie vor nicht absehbar.

Hier finden Sie das erarbeitete Konzept zum organisierten Darmkrebs Screening:
www.netzwerk-gegen-darmkrebs.de


Am Konzept beteiligte Organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie
Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie
Deutsche Gesellschaft für Humangenetik
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin
Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie
Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen
Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen
Berufsverband Deutscher Internisten
Berufsverband Gastroenterologie Deutschland
Bundesverband Deutscher Pathologen
Deutsche Krebsgesellschaft
Deutsches Krebsforschungszentrum
Felix Burda Stiftung
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg
Netzwerk gegen Darmkrebs
Stiftung LebensBlicke

Der Verein Netzwerk gegen Darmkrebs wurde 2004 von Dr. Christa Maar, Prof. Dr. Meinhard Classen, Dr. Berndt Birkner, Dr. Axel Munte, Christian Bredl, Gerhard Schulte, Prof. Dr. Roland Schmid und Prof. Dr. Dr. Alexander Ehlers in München gegründet.
Das bundesweit aktive Netzwerk gegen Darmkrebs ist das wichtigste gemeinnützige
und unabhängige Kompetenzzentrum für die Prävention, Diagnostik, Therapie und
Nachsorge von Darmkrebs in Deutschland.

Aktuelle Themen, Projekte und Veranstaltungen finden Sie auf www.netzwerk-gegen-darmkrebs.de

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