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Big Data? Deep Data!

News   •   Okt 20, 2016 14:59 CEST

Warum kaufen wir etwas im Internet? Oder wie wirkt Online Werbung? Und wie bewegen wir uns eigentlich im "Netz"? Das sind Beispiele für den Einsatz des Indepth-Screening oder "Snowden-Verfahrens". Eine Verbindung von Technik und Tiefenpsychologie. 

Mit Einverständnis der Probanden werden deren Online-Aktivitäten nach vereinbarten Vorgaben und mit einer speziellen Software aufgezeichnet. Dabei werden jeweils Screenshots der besuchten Seiten erstellt und gespeichert. Nur so kann sichergestellt werden, dass die "richtige" Seite (bzw. deren Ansicht) wieder gefunden wird. Vorallem bei Seiten mit wechselndem Content. Die Software ist somit ein objektives Messkriterium, das die Startzeit der Internetnutzung, die Dauer des Besuchs einzelner Seiten oder die Länge der Sitzungen erfasst. Daneben werden nbatürlich auch Seiten- bzw. Domainwechsel, der Inhalt der Seite, Abbrüche oder Kaufabschlüsse oder andere Aktionen erfasst.

Entscheidend ist jetzt aber, dass im Anschluss die Probanden mit ihrem "Surf- oder Kaufverhalten" in tiefenpsychologischen Interviews konfrontiert werden. Dabei kommt es oft zu erstaunlichen Reaktionen: "Das hatte ich total vergessen" oder "Ich war niemals auf dieser Seite" sind oft gehörte Aussagen. Jetzt kann der Proband zu seinem Erleben oder seiner wirklichen Motivation Auskunft geben.

Erst jetzt kann man die wirklichen Hintergründe für einen Kauf oder eine Aktion im Internet erfassen. Es können auch "vergessene" und rationalisierte Aktivitäten und das tatsächliche Erleben und die Motivation einer Aktion ermittelt werden. Oder kurz: Warum hat man wirklich etwas gemacht?

So wird eine Verbindung von Technik und Tiefenpsychologie hergestellt, die es ermöglicht, das Surfverhalten von Menschen zu verfolgen, tiefenpsychologisch auszuwerten und zu analysieren.

"Deep Data".