rheingold salon

"Lügenpresse, Werbelügen, Mogelpackung" - der salon auf der research&results 2016

News   •   Okt 04, 2016 17:01 CEST

Der gespaltene Konsument oder die neue Kultur der Widersprüchlichkeit

Die Konsumenten machen es denn Unternehmen nicht gerade leicht. Egal über welche Kanäle, mit welchen Methoden oder Botschaften die Unternehmen die Menschen zu erreichen versuchen - die Konsumenten scheinen heute völlig schizophren. Sie wechseln im Eiltempo ihre Meinung, äußern völlig unterschiedliche und widersprüchliche Meinungen und empfinden diese Haltung als normal. Paradoxe – also in sich widersprüchliche Auffassungen - zu vertreten, ist salonfähig geworden.

Die Folge ist oft, dass Unternehmen und ihre Werbung von einer Meinungs- und Verhaltensschizophrenie der Bürger in die Zange genommen werden. Teure Biohühner werden z.B. gefordert, aber kaum verkauft, während die Produkte aus der sogenannten Massentierhaltung große Umsätze erzielen, aber vordergründig nicht geschätzt werden. Mehr als die Hälfte der Menschen, die ihr Fleisch im Discount einkaufen, lehnen z.B. Massentierhaltungkategorisch ab.

Diese neue negative Emotionalisierung lässt sich im öffentlichen Diskurs kaum allein durch rationale Argumente oder wissenschaftliche Expertisen verändern. Vielmehr ist es wichtig zu verstehen, wieso den Bürgern etwa Bilder von bäuerlicher Idylle heute so wichtig sind und nicht etwa die vom technischen Fortschritt. Wer die Begeisterung für bäuerliche Idyllen für anachronistisch hält, muss deren emotionale Wurzeln aufspüren. Dann trifft er z.B. auf Wünsche nach weniger Stress und mehr Ausgeglichenheit. Und hierbei handelt es sich um „echte Wünsche“ und Insights. Die Konsequenz: Es gilt die psychologischen Wurzeln der neuen Emotionalität rund um Wahrheit und Klarheit, Aufklärung und Vernunft aufzuspüren, um sie in der Werbung konstruktiv und glaubwürdig ansprechen zu können.