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Transcreation: Die Kunst, zwei Sprachen auf einen Nenner zu bringen // www.nimirum.uk live

News   •   Feb 01, 2016 15:09 CET

Von Dr. Christophe Fricker, Managing Partner

Das war eine besondere Herausforderung: Wir als Dienstleister im Bereich Internationalisierung haben unsere eigene Webseite internationaler gemacht. www.nimirum.uk, die neue englische Version, ist seit kurzem live. Im Lauf der Arbeit mit unserem britischen Team habe ich einige interkulturelle Beobachtungen gemacht, die die Frage nach der "richtigen" Übersetzung betreffen und die ich Ihnen hier vorstellen möchte. Der Kern: Übersetzung sollte im besten Fall Transcreation sein. Wir sind mit dem Ergebnis übrigens zufrieden -- was denken Sie? Ich bin gespannt auf das Feedback Ihrer Kollegen in Großbritannien, den USA oder andernorts und freue ich mich, wenn Sie unsere Seite teilen.

Deutsch: Aussage - Englisch: Angebot

„Sie wollen wissen, wie sich Trends und Debatten national und international entwickeln.“ 

Unsere deutschen Leistungsseiten beginnen mit Aussagesätzen. Wir entwerfen die Situation, in der sich unsere Kunden befinden. Das entspricht unserer Philosophie, Ihnen in jeder Projektphase ad hoc zur Verfügung zu stehen. Wir sind mit den Arbeitsprozessen in Agenturen und Unternehmen vertraut, und das möchten wir darstellen.

Auf Englisch klänge folgender Satz sehr eigenartig: „You want to know how trends and debates are developing, both nationally and internationally.” 

Der englische Leser würde sich überrumpelt fühlen. Warum, würde er fragen, erzählt mir hier jemand, was ich will? Weiß ich das nicht selbst am besten? Wer spricht da in meinem Namen? Und deshalb beginnen die englischen Seiten mit Aussagen aus etwas größerer Distanz: „You operate in a fast-moving business, but need to keep abreast of trends and controversies that affect your position in the marketplace.”

Englische Sätze sind länger als deutsche!

„NIMIRUM recherchiert für Sie und bietet Ihnen Expertise zu aktuellen Trends und Debatten. Unsere Experten erarbeiten wissenschaftlich fundierte Themendossiers vor dem Hintergrund von Trends in Ihrer Branche und Ihren Märkten.“ 

Das ist die Beschreibung unserer Trendanalyse.

Zwei Anpassungen sind hier nötig: Erstens kann das Englische anders als das Deutsche von der Zukunft nicht in der Gegenwartsform sprechen. „Morgen fahre ich nach München“ – „I’ll drive down to Munich tomorrow.“ Zu sagen „NIMIRUM does research for you“ oder gar „is doing research for you” wäre für die englische Leserin ein bisschen gruselig. Die recherchieren für mich – ohne dass ich ihnen einen Auftrag gegeben habe? Daher heißt es auf Englisch, wir „can provide answers to your questions“. Wie auf Deutsch heißt „can“ nicht, dass wir es zwar können, aber trotzdem nicht machen, sondern dass wir diese Recherchen ausführen können und auch gern für Sie tätig werden.

Die zweite Anpassung sieht man im größeren Zusammenhang: „NIMIRUM can provide answers to your questions on national and international developments in the form of a concise overview or a detailed analysis.” Das ist nur ein Satz. Entgegen dem Vorurteil, dass deutsche Sätze immer länger sind als englische und dass sie überhaupt besonders lang sind (so wie dieser hier, zugegebenermaßen …), sind oft gerade die englischen länger. Denn das Englische kann mit Reihen von Hauptsätzen schlecht umgehen. Im Englischen sind diese meist nach demselben Muster gestrickt (Subjekt – Prädikat – Objekt), und das ermüdet. Das Englische kann auch nicht einfach zwei Hauptsätze in einen Satz packen („Ich fahre nach München, München ist schön“ – „I’ll drive down to Munich, which is such a great city!“). Deshalb ist die englische Übersetzung unserer Leistungsbeschreibung ein Satz, der länger ist als jeder der beiden deutschen Originalsätze.

Transcreation: ein Schritt zurück für einen Schritt voraus

Im Lauf der Arbeit hat sich wieder gezeigt: Übersetzen ist so etwas wie der berühmte Schritt, den man noch einmal zurücktritt, um eine Sache aus der Distanz zu betrachten. Bei der Übersetzung stellt sich immer die Frage, was man eigentlich sagen will. Strukturen und Inhalte von Texten sieht man dann noch einmal sehr viel klarer.

In Kürze stellen wir Ihnen und Ihren englischsprachigen Kollegen dann auch unseren neuen Claim vor. Aber nun freue ich mich als Ansprechpartner für englischsprachige Projekte über Ihren Besuch auf  www.nimirum.uk. Nachrichten an cf@nimirum.info beantworte ich jederzeit gern.


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