Skip to main content

Entlassmanagement: Patientenberatung warnt vor Blockade

Pressemitteilung   •   Feb 06, 2017 12:16 CET

UPD appelliert an die Deutsche Krankenhausgesellschaft

Klage der Deutschen Krankenhausgesellschaft gefährdet verbesserte Patientenversorgung nach Entlassungen

Berlin, 6. Februar 2017 – Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) appelliert an die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), einer besseren Patientenversorgung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht im Wege zu stehen. „Durch die Klage der Deutschen Krankenhausgesellschaft gegen den Schiedsspruch des Bundesschiedsamtes besteht die Gefahr, dass die zum 1. Juli 2017 geplanten Verbesserungen in der nahtlosen Patientenversorgung nicht umgesetzt werden können. Ein Streit über die Anschlussversorgung wird hier auf dem Rücken der Patienten ausgetragen“, sagt Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD.

Mit der Reform des Entlassmanagements sollte eine lückenlose Versorgung der Patienten in der Verantwortung des Krankenhauses sichergestellt werden. So sollten in begrenztem Umfang direkt bei der Entlassung schon Arznei, Heil- und Hilfsmittel sowie gegebenenfalls häusliche Krankenpflege verordnet werden. Darüber hinaus sollte den Patienten eine Krankschreibung von bis zu einer Woche gleich mit auf den Weg gegeben werden können. „Die sehr vernünftige Absicht des Gesetzgebers war es, den Patienten in einer schwierigen und belastenden Situation weitere Arztbesuche zu ersparen. Denn vielfach ist bei einer Entlassung die Behandlung des Patienten noch nicht abgeschlossen. Deshalb ist es wichtig und notwendig, die Überleitung von der stationären Behandlung zur ambulanten Versorgung aktiv zu steuern“, erläutert Krumwiede.

Das im Schiedsspruch klar definierte Entlassmanagement hätte nach seinen Worten jedem Patienten das Recht auf eine umfassende individuelle Versorgung gegeben. „Die Position der Krankenhausgesellschaft, das Entlassmanagement nur nach eigenem Gutdünken anwenden zu wollen, ist kein Zeichen von Patientenorientierung.“

Ungeachtet der laufenden juristischen Klärung appelliert die UPD daher an die Krankenhäuser in Deutschland, der nahtlosen Versorgung der Patienten eine hohe Priorität einzuräumen.

Über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter der Trägerschaft der UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH unterstützt durch ihre unabhängige, neutrale, kostenfreie, evidenzbasierte und für alle Menschen in Deutschland zugängliche Beratungsleistung Ratsuchende dabei, sich im komplexen Gesundheitssystem zu orientieren. Sie erfüllt dabei einen gesetzlichen Auftrag, der in §65b des Sozialgesetzbuchs V (SGB V) definiert ist. Durch die Beratung der UPD soll Menschen – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind – ermöglicht werden, selbstbestimmte, eigenverantwortliche Entscheidungen im Hinblick auf medizinische oder sozialrechtliche Gesundheitsfragen zu fällen. Gleichzeitig sieht sich die neue UPD in der Verantwortung, Missstände im Gesundheitswesen im Sinne der Patienten an die entsprechenden Stellen zu adressieren und auf Lösungen hinzuwirken.

Ziel der UPD ist es, eine gute Idee noch besser zu machen: Sie setzt dabei auf mehr Bürgernähe, bessere Erreichbarkeit und eine erweiterte Qualifikation der Berater, um Ratsuchenden schneller und besser zur Seite stehen zu können. Durch ihren gesetzlichen Auftrag, der u.a. zu Unabhängigkeit und Neutralität in der Beratung verpflichtet, bietet die UPD ein einzigartiges Beratungsangebot, das intensiv genutzt und breit akzeptiert wird.

Die telefonische Beratung der UPD steht über kostenlose Rufnummern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung und ist wie folgt erreichbar: Beratung Deutsch, Rufnummer: 0800 011 77 22, Zeiten: montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Türkisch, Rufnummer: 0800 011 77 23, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Russisch, Rufnummer: 0800 011 77 24, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Arabisch, Rufnummer: 0800 332 212 25, Zeiten: dienstags 11.00 bis 13.00 Uhr und donnerstags 17.00 bis 19.00 Uhr. Alle Nummern sind auch für Anrufer aus dem Mobilfunknetz kostenlos. Weitere Informationen, auch zu Online-Beratungsmöglichkeiten und der App, erhalten Ratsuchende unter www.patientenberatung.de oder die Social Media Kanäle. Seit April 2016 steht die UPD außerdem regelmäßig in 130 Städten für eine Vor-Ort-Beratung zur Verfügung.


Angehängte Dateien

PDF-Dokument