Skip to main content

Freiwillig versichert in der GKV - Was tun bei Beitragsschulden?

Pressemitteilung   •   Jan 02, 2020 11:02 CET

GettyImages-862564308_utah778_Geld_Kosten_Finanzierung_Versicherung

Selbstständige, Studenten oder Rentner haben – neben weiteren Personengruppen – eine Sache gemeinsam: Unter bestimmten Voraussetzungen können sie freiwillig Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden. Ist es den Versicherten jedoch nicht möglich, die Beiträge zu bezahlen, können sich schnell hohe Schulden ansammeln. „Um die Beitragsschulden zu verringern, sind Anfang 2019 gesetzliche Neuregelungen in Kraft getreten“, sagt Kendy Temme, Berater bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Die wohl wichtigste Neuerung betrifft die Mindestbemessungsgrenze. Diese wird bei der Berechnung der Beiträge als monatliches Mindesteinkommen angenommen. „Die Grenze wurde für die hauptberuflich Selbstständigen von 2.283,75 Euro auf 1.038,33 Euro reduziert. Seit dem ersten Januar 2020 liegt sie bei 1.061,67 Euro“, sagt Temme. „Dadurch fallen auch ihre Beiträge geringer aus.“ Mit dieser Neuregelung gilt nun die gleiche Mindestbemessungsgrenze für alle freiwillig Versicherten. Allerdings: Die Kassen können Nachweise zu den beitragspflichtigen Einnahmen verlangen. Informieren Versicherte ihre Krankenkasse auf Anfrage nicht über ihre Einkommensverhältnisse, werden sie vorerst in den Höchstbeitrag eingestuft. „Dies kann schnell zu einer hohen Beitragsschuld führen.“ Sie haben Fragen? Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät kostenfrei und unabhängig unter 0800 011 77 22 und www.patientenberatung.de

Kein Krankengeld

Geraten gesetzlich Versicherte zwei Monate in Rückstand und zahlen sie die Beiträge trotz Mahnung nicht, tritt ein Leistungsruhen ein. Das bedeutet, dass Betroffene nur noch Anspruch auf bestimmte Leistungen der Krankenversicherung haben. Dazu gehört zum Beispiel die Behandlung akuter Schmerzzustände und Erkrankungen, ebenso wie Untersuchungen zur Früherkennung. Hingegen gehören Zahlungen des Krankengeldes zu den Leistungen, die vorerst ausgesetzt werden. „Dies kann schnell problematisch werden für Arbeitnehmer, die Beitragsschulden aus früheren Zeiten haben und arbeitsunfähig krank werden“, sagt Temme.

Ratenzahlung vereinbaren

Um das Leistungsruhen zu beenden, können Versicherte die volle Schuldensumme bezahlen oder mit der Krankenkasse eine Ratenzahlung vereinbaren. „Als angemessen gilt dabei eine Rückzahlung der Schulden innerhalb von zwölf Monaten.“ Säumniszuschläge werden dann gestundet, jedoch kann die Kasse eine angemessene Verzinsung erheben. Fehlen einem Versicherten aktuell die finanziellen Mittel zur Rückzahlung, kann die Kasse ermitteln lassen, inwieweit die Schulden gepfändet werden können. „Bei sehr hohen Schulden sollte ein Schuldnerberater um Rat gefragt werden.“

Über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

Die UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie hilft Ratsuchenden, sich im deutschen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden und Entscheidungen im Hinblick auf medizinische oder sozialrechtliche Gesundheitsfragenselbstbestimmt, eigenverantwortlich und auf informierter Grundlage zu treffen.

Gut erreichbar, bürgernah, qualifiziert: Das Beratungsangebot der UPD

Die unabhängige, neutrale, kostenfreie und evidenzbasierte Beratung der UPD ist für alle Menschen in Deutschland zugänglich – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind. Ratsuchende können die Patientenberatung unkompliziert und auf vielen Wegen erreichen: per Telefon, Post, Mail, oder Onlineberatung, in den 30 festen Beratungsstellen und an weiteren 100 Standorten in Deutschland, die regelmäßig von einem der drei UPD-Mobile angesteuert werden.

Neben medizinischen Fachteams und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gehören auch Juristen und Sozialversicherungsfachangestellte zum UPD-Beraterteam.

Dem gesetzlichen Auftrag (§ 65b des Sozialgesetzbuchs V) entsprechend macht die Patientenberatung über die individuelle Beratung hinaus Politik und Entscheidungsträger auf Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen aufmerksam, unterbreitet Lösungsvorschläge aus Patientensicht und stärkt auf diese Weise die Patientenorientierung im Gesundheitswesen.

UPD – Die kostenlose Patientenauskunft für Deutschland im Serviceüberblick

Die telefonische Beratung der UPD steht über – aus allen Netzen, auch Mobilfunk – kostenlose Rufnummern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung und ist wie folgt erreichbar: Beratung in deutscher Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 22, Zeiten: montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr.

Fremdsprachige Angebote: Beratung Türkisch, Rufnummer: 0800 011 77 23, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Russisch, Rufnummer: 0800 011 77 24, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Arabisch, Rufnummer: 0800 332 212 25, Zeiten: dienstags 11.00 bis 13.00 Uhr und donnerstags 17.00 bis 19.00 Uhr.

Der Beratungs-Service vor Ort oder im UPD Beratungsmobil kann nach telefonischer Terminabstimmung genutzt werden, und zwar unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 011 77 25 (Zeiten: Mo – Fr 8.00 bis 22.00 Uhr, Sa 8.00 bis 18.00 Uhr)..

Die Adressen der 30 Vor-Ort-Beratungsstellen sowie eine Übersicht über die 100 Städte, in denen das Beratungsmobil Halt macht, stehen unter www.patientenberatung.de.

Weitere Informationen, auch zu Online-Beratungsmöglichkeiten und der App, finden Ratsuchende unter www.patientenberatung.de, Facebook, Twitter oder Vimeo.


Angehängte Dateien

PDF-Dokument