PVS Baden-Württemberg e.V.

2013 - ein Jahresrückblick der PVS Baden-Württemberg

Pressemitteilung   •   Dez 19, 2013 17:40 CET

Ein ereignisreiches Jahr 2013 neigt sich langsam dem Ende zu. Auch in diesem Jahr gab es für Mediziner und Patienten viele Veränderungen im Gesundheitswesen. Die PVS Baden-Württemberg e.V. (PVS-BW) als Gemeinschaftseinrichtung von Ärzten für Ärzte hat für Sie all diese Änderungen verfolgt, zeitnah informiert und hat die Interessen von Arzt und Patient gegenüber der Politik sowie anderen Interessengruppen vertreten. Diese Aufgabe war insbesondere im Wahljahr 2013 enorm wichtig, da einige große Parteien mit Ankündigungen von bedeutenden Gesundheitsreformen in ihren Wahlprogrammen Werbung gemacht haben. Weitere große Gesetzesänderungen, wie beispielsweise die Abschaffung der  Praxisgebühr sowie die erarbeitete Richtlinie für die ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV – § 116b SGB V),  haben Einfluss auf das Gesundheitswesen genommen und eröffnen gleichzeitig neue Möglichkeiten für Mediziner, Patienten und Dienstleister im Gesundheitswesen. Das Gesundheitswesen 2013 – ein kleiner Rückblick auf  einige wichtige Entwicklungen.

Praxisgebühr abgeschafft

Die im Jahr 2004 eingeführte Praxisgebühr wurde zu Beginn dieses Jahres komplett abgeschafft. Einst als das neue Steuerungsinstrument von der Politik proklamiert, hat die Quartalsabgabe der Patienten von 10,– Euro die ursprünglichen Ziele, Stärkung der Eigen-verantwortung sowie Reduzierung der Selbstüberweisungen durch die Versicherten, nicht erreicht. Kurzfristig entlastete die Praxis-gebühr die gesetzlichen Krankenversicherungen zwar um ca. 2,6 Milliarden Euro dennoch sorgte die Abgabe oftmals für Unverständnis und verursachte unnötigen Ärger und Verwaltungsaufwand bei Arzt, Patient und Krankenversicherung. „Zweifellos brauchen wir Steuerungselemente, um die medizinische Versorgung langfristig auf einem hohen Niveau zu sichern“, stellt Michael Ahrens, Geschäftsführer der PVS-BW fest. „Die in ihren Zielen gescheiterte Praxisgebühr hat die Diskussion über geeignete Steuerungselemente erneut auf die Tagesordnung gebracht. Nun sind neue, bessere Lösungsansätze gefragt.“

Erste Ergänzung für ASV-Richtlinie

Im Frühjahr 2013 wurde die vom Gemein-samen Bundesausschuss erarbeitete Erst-fassung der Richtlinie ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV – § 116b SGB V) durch das Bundesministerium für Gesundheit genehmigt. Eine erste Ergänzung zu dieser Richtlinie wurde im März 2013 vom Deutschen Bundestag beschlossen. Diese erlaubt den Leistungserbringern im Gesundheitswesen künftig auch andere Stellen mit der Abrechnung von ASV-Leistungen zu beauftragen. Dies war bisher laut Gesetz nur den Kassenärztlichen Vereinigungen vorbehalten. Somit dürfen ab sofort auch private Abrechnungsstellen, wie die PVS-BW, die Abrechnung der ASV-Leistungen übernehmen. Es ist damit zu rechnen, dass die Leistungserbringer ihre Arbeit in der neuen ASV im Frühjahr 2014 aufnehmen können, wenn ihre Teilnahme an der neuen ASV beim erweiterten Landesausschuss angezeigt worden ist.

GOÄ-Reform ist vorbereitet

Die Voraussetzungen für eine Reform der Abrechnungsregularien in Deutschland wurden im Jahr 2013 endgültig geschaffen. Die Bundesärztekammer (BÄK) hat gemeinsam mit Expertenverbänden die Grundlagen für eine Novellierung der GOÄ verabschiedet.

So kann die längst überfällige GOÄ-Reform in Angriff genommen werden. Der Spielball für die Umsetzung einer grundlegenden Anpassung der GOÄ liegt jetzt im Spielfeld der Privaten Krankenversicherung (PKV). Diese muss sich mit der BÄK auf einen Entwurf einigen, der dann der Politik vorgelegt werden kann. Die wichtigsten Eckpunkte werden beispielsweise eine Widerspiegelung der medizinischen Entwicklungen innerhalb der GOÄ oder der Anspruch der Ärzteschaft auf Inflationsausgleich sein. Weiterhin ist es dringend notwendig, dass ein Mediziner seine erbrachten Leistungen auf der Rechnung transparent machen kann, ohne dies über Analogziffern darstellen zu müssen, die oftmals den Verdacht der Bereicherung wecken. Es bleibt abzuwarten, wie und wann die Novellierung umgesetzt wird.

2013 für die Privatärztliche Verrechnungsstelle Baden-Württemberg e.V.

Die PVS-BW blickt auf ein gutes Jahr 2013 zurück. Michael Ahrens, Geschäftsführer der PVS-BW, zeigt sich zufrieden. So wurde der Mitgliederstamm erneut ausgebaut. Mittlerweile verarbeiten die Abrechnungs-spezialisten ein Honorarvolumen von über 360 Mio. Euro. „Diese Zahl zeigt das große Vertrauen, das unsere Mitglieder in uns haben“, erklärt Ahrens. „Um diese enormen Volumina entsprechend den hohen Qualitätsstandards der PVS-BW zu verarbeiten, wurde das Abrechnungsteam vergrößert. Durch diesen Erfolg konnten wir es außer-dem vermeiden, Mehrkosten durch gestiegene Rohstoff- und Energiepreise sowie die Portoerhöhung der Post an unsere Mitglieder weitergeben zu müssen“, so Ahrens. Durch weitere Optimierungen, wie eine Verschlankung der internen Arbeitsabläufe, konnten die Kommunikationswege verkürzt, die Qualität verbessert und die Durchlauf-geschwindigkeit vieler Kundendienste erhöht werden. „Für das außergerichtliche Mahnwesen konnten wir einen weiteren Partner gewinnen“, erklärt Ahrens. Die renommierte Kanzlei Dr. Kroll & Partner ist an 5 Standorten und mit 39 Rechtsanwälten in ganz Baden-Württemberg tätig. „Ein Büro befindet sich nun bei uns im Hause, was die Kommunikationswege enorm verkürzt. Auf der anderen Seite haben wir über die anderen Standorte die Möglichkeit, bei Bedarf direkt bei unseren Mitgliedern vor Ort zu sein“, fügt Ahrens hinzu.

Doch nicht nur der Abrechnungsservice für Ärzte war in diesem Jahr von den Geschäftsführern auf die Fahnen der PVS-BW geschrieben worden. Auch in der gesundheitspolitischen Landschaft waren Michael Ahrens und sein Team 2013 aktiv. „Im Rahmen der von uns im Frühjahr gemeinsam mit dem Verband initiierten Studie zum Thema „Inhalte und Folgen der geplanten Bürgerversicherung“, wurden über 3.800 Mediziner deutschlandweit befragt. Die Einführung jener Bürgerversicherung steht in den Programmen der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen. „Das Ergebnis zeigte uns eindeutig einen Informationsmangel in der Ärzteschaft auf“, erklärt Ahrens. Die daraufhin in diversen Städten organisierten Akademiegespräche boten den Teilnehmern die Möglichkeit, sich in Fachvorträgen zu informieren und sich anschließend in einer Podiumsdiskussion auszutauschen. Der Erfolg dieser Veranstaltungen gab den Organisatoren mit ihrer Themenwahl recht. Hohe Teilnehmerzahlen und die Mitwirkung anerkannter Persönlichkeiten aus dem Gesundheitswesen, wie Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, oder Dr. Bernhard Rochelle, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, zeigten den hohen Stellenwert der Veranstaltungen. „Wir haben unsere Aufgabe als ärztlich geführte Gemeinschaftseinrichtung auch in diesem Jahr wieder sehr ernst genommen“, resümiert Ahrens. Der Ausbau unseres Leistungsportfolios, die Verbesserung unseres Services sowie professionelle Lobbyarbeit sind die Punkte, die unsere Mitglieder an ihrer PVS so sehr schätzen. Wir nehmen unseren Mitgliedern ungeliebte bürokratische Tätigkeiten ab und gewährleisten die Rechtssicherheit ihrer Privatabrechnung. So können die Mediziner ihre Finanzen besser planen und die Liquidität der Praxis sichern.“ Zusammen mit dem politischen Engagement entsteht so das Gesamtpaket, für das die PVS-BW steht. Getreu dem Motto „PVS-BW Innovation vereint mit Tradition – von Ärzten für Ärzte.“.

 Ausblick 2014

Stillstand bedeutet Rückschritt. Unter dieser Prämisse sind die Planungen für 2014 abgeschlossen. „Wir werden weiter unsere Abläufe und Strukturen optimieren, um unseren Mitgliedern zusätzliche Freiräume für die Patientenversorgung zu schaffen. Der neue Mitgliederbereich wird 2014 online gehen. Mit zahlreichen neuen Funktionen stellen wir unseren Mitgliedern eine Informations- und Statistikplattform zur Verfügung, die die Transparenz weiter erhöht und individuelle Auswertungen und Statistiken realisierbar machen. Dann hat jedes Mitglied die Möglichkeit, sich selbst individuelle Statistiken anzufertigen. So behält der Arzt den Überblick über seine Honorare und kann in seiner Praxis wirtschaftlich besser planen“, erklärt der Geschäftsführer. Zusätzlich feiert die PVS-BW im Jahr 2014 das 90-jährige Firmenjubiläum. „90 Jahre Abrechnungserfahrung, vereint mit innovativen und modernen Verfahren, stehen für unseren Erfolg und die hohe Qualität der Leistungen, die wir unseren Mitgliedern anbieten“, so Ahrens. 


Die Privatärztliche Verrechnungsstelle PVS Baden-Württemberg e.V. organisiert für ihre Mitglieder, das sind niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser, die Abrechnung privatärztlicher Leistungen mit den Patienten. Darüber hinaus unterstützt sie ihre Mitglieder bei Verwaltungsaufgaben rund um die ärztliche Praxis und vermittelt über ihre Akademie das nötige Wissen.

Die Akademie der Privatärztlichen Verrechnungsstelle (PVS) Baden-Württemberg in Stuttgart-Degerloch bietet für Klinikärzte, niedergelassene Ärzte und für Mitarbeiter in medizinischen Berufen Seminare zu medizinischen Themen, zu Abrechnungsfragen und zur Praxisorganisation. Die Veranstaltungsreihe der Akademiegesprächsabende greift aktuellen Themen aus dem Gesundheitswesen auf. Namhafte Experten vermitteln hier Fachwissen und stellen sich den Fragen der Teilnehmer.