Bundesstiftung Baukultur

Baukulturwerkstatt in Dessau am 8./9. März 2018

Pressemitteilung   •   Mär 05, 2018 11:02 CET

Die Bundesstiftung Baukultur lädt in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der Stiftung Bauhaus Dessau und dem Umweltbundesamt (UBA) am 8. und 9. März 2018 zur Baukulturwerkstatt „Bestandsaufnahme“ nach Dessau ein. Alle, die an zukunftsweisenden Strategien im Umgang mit dem Gebäudebestand interessiert sind, können mitwirken.

Bestandsbauten prägen unseren täglichen Lebensraum: Sie wirken als gebaute oder bauhistorisch relevante Zeugnisse der Vergangenheit identitätsstiftend. Und sie bilden wertvolle Ressourcen für die Gegenwart und Zukunft.

„Gebäude sind mehr als nur Bauwerke, sie sind Träger von immateriellen und materiellen Werten. Es ist unsere Aufgabe, den gebauten Bestand aufzunehmen und in seiner Beschaffenheit genau zu untersuchen, um daraus Potenziale für eine künftige Nutzung abzuleiten. So entstehen gute Alternativen abseits von Abriss und Neubau“, sagt Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur.

Bauen im und mit dem Bestand kann etwa dazu beitragen, Flächen zu sparen. Der Flächenverbrauch zählt laut UBA-Präsidentin Maria Krautzberger zu den drängenden Umweltproblemen in Deutschland: „Jeden Tag bebauen wir 61,5 Hektar Land – eine Fläche etwa so groß wie 86 Fußballfelder. Die Landschaft wird immer weiter zersiedelt. Boden und Grundwasser werden belastet, die Lebensräume vieler Arten zerstört, mehr Verkehr führt zu mehr Lärm und Abgasen. Ein erfolgversprechender Ansatz, um den Flächenverbrauch zu reduzieren, stellt der kommunale Handel mit Flächenzertifikaten dar.“

„In dem wir bestehende Bausubstanz pflegen und entsprechend neuer Anforderungen weiterentwickeln, leisten wir einen zentralen Beitrag zum nachhaltigen Bauen“, ergänzt Sabine Djahanschah, Leiterin Cluster „Bauen, Städtebau und Kulturgüterschutz“, der DBU. „Vorhandene Ressourcen werden sinnvoll genutzt anstatt den Flächenverbrauch unnötig zu erhöhen und den Boden durch Versiegelung abzuwerten.“

­Der erste Werkstatttag am 8. März bietet Führungen durch das Bauhaus und die Meisterhäuser, Vorträge zu Möglichkeiten und Erfordernissen der Bestandsaufnahme und einen Abendempfang.

Der zweite Werkstatttag am 9. März findet im Umweltbundesamt statt. In drei „Arbeitsräumen“ geben Experten Impulse aus der Praxis zu den Themenbereichen „Ressource Bestand“, „Erbe weiternutzen/weiterbauen“ und „Mehr Stadt auf weniger Fläche". Dabei geht es um materielle und immateriellen Werte von Bestand, eine zeitgemäße Umbaukultur sowie Chancen durch Innenentwicklung und Flächenmanagement. Anschließend besteht Gelegenheit zur Diskussion.

Aus Anlass des bevorstehenden 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums 2019 findet diese Baukulturwerkstatt in Dessau-Roßlau statt. „Dessau ist weltweit die Stadt mit dem größten Bestand an originaler Bauhausarchitektur,“ erläutert Dr. Claudia Perren, Direktorin Stiftung Bauhaus Dessau. „Als künstlerisch-wissenschaftliche Stiftung interessiert uns die damalige prototypische Setzung wie auch ihre Aneignung über die letzten nun fast 100 Jahre. Programmatisch setzen wir selbst in vielen Bauhausbauten Impulse, die immer zwischen zeitgenössischer Perspektive und Substanzerhalt oszillieren.“

Die Baukulturwerkstätten sind das zentrale Veranstaltungsformat der Bundesstiftung Baukultur. Die Ergebnisse der Werkstatt in Dessau fließen in den Baukulturbericht 2018/19 „Erbe.Bestand.Zukunft“ ein. Die Mitwirkung ist kostenfrei.

Anmeldung und weitere Informationen zur Baukulturwerkstatt unter:
https://www.bundesstiftung-baukultur.de/veranstaltungen/bestandsaufnahme

Die Bundesstiftung Baukultur ist eine unabhängige Einrichtung, die für hochwertiges Planen und Bauen eintritt. Sie verfolgt damit das Ziel, die gebaute Umwelt als wesentlichen Faktor für Lebensqualität zu einem gemeinschaftlichen Anliegen zu machen. Durch Veranstaltungen, Publikationen und Kooperationen fördert die Stiftung den öffentlichen Diskurs über Baukultur und vernetzt Akteure miteinander. Alle zwei Jahre legt die Bundesstiftung Baukultur dem Bundeskabinett und dem Bundesparlament einen Bericht zur Lage der Baukultur in Deutschland vor.