McDonald's Deutschland Inc.

BILD-Interview mit Holger Beeck

Pressemitteilung   •   Feb 27, 2014 12:52 CET

Die McDonald’s Deutschland Pressestelle teilt mit: Holger Beeck, Vorstandsvorsitzender von McDonald’s Deutschland, gab der „Bild“ das folgende Interview (erschienen gestern bei Bild.de). Die Fragen stellte Fritz Esser.

BILD: Herr Beeck, machen Ihre Burger dick und krank?

Holger Beeck: „Dick – und dadurch vielleicht auch krank – wird man dann, wenn man zu viel isst und sich zu wenig bewegt. Ich arbeite seit 30 Jahren bei McDonald’s und esse drei- bis viermal die Woche dort. Ich glaube, als dick würden mich die wenigsten bezeichnen.“

Aber verführen Sie die Leute nicht zu ungesundem Essen?

Beeck: „Viele, die zu uns kommen, wollen das Leben genießen oder sich belohnen. Das ist völlig okay. Heute Burger, dafür morgen Salat. Entscheidend ist, dass man ausgewogen isst. McDonald’s will sowohl Lust als auch Vernunft befriedigen. Dazu haben wir beides im Angebot.“

Unsere Kinder werden immer dicker und unsportlicher…

Beeck: „Und gleichzeitig schließen wir allerorts Bäder und Sportunterricht fällt aus. Keine gute Entwicklung. Bewegung ist das A und O, gerade bei Kindern. Wir müssen wieder mehr Angebote schaffen. Deshalb gibt es beispielsweise auch das DFB & McDonald‘s Fußball-Abzeichen.“

Brauchen wir ein Schulfach Ernährung?

Beeck: „Darüber kann man nachdenken. Wir dürfen aber nicht alles auf die Lehrer abwälzen. Wir wissen heute so viel über Ernährung. Es sind vor allem die Eltern gefragt, ihren Kindern die wichtigsten Regeln zu erklären.“

Sie haben zwei erwachsene Söhne. Wie oft waren die bei McDonald’s?

Beeck: „Häufiger und dann durften sie auch Cola trinken. Dafür gab es zu Hause eben nur Wasser.“

Bis heute hält sich das Gerücht, in Ihrem Essen seien geheime Zusatzstoffe, die abhängig machen…
Beeck: „Die gibt es natürlich nicht. Wir haben höchste Standards, und bei Qualität und Service gibt es mit mir keine Kompromisse. Und weil wir gerade bei Gerüchten sind: Für die Chicken McNuggets verwenden wir Hähnchenbrust-Fleisch, umhüllt von einer Panade.“

2013 ist erstmals in 41 Jahren ihr Umsatz geschrumpft. Was müssen Sie ändern?

Beeck: „Wir konzentrieren uns wieder mehr auf unsere Klassiker, also Big Mac, McRib und Co. Wir müssen nicht jeden Monat eine neue Sonderaktion haben. Überraschen werden wir natürlich immer wieder. Ab 27. Februar setzen wir voll auf Frucht, dann gibt es dauerhaft in jedem Happy Meal für Kinder ein Fruchtprodukt und ab Mai gibt es überall Smoothies (gefrorene Fruchtdrinks, d. Red.).“

Viele Kunden waren sauer über die Preiserhöhung von einem Euro auf 1,19 Euro beim Cheeseburger…

Beeck: „Das haben wir zu spüren bekommen. In keinem anderen Land reagieren die Menschen so sensibel auf Preiserhöhungen wie bei uns. Wir haben nicht gut erklären können, warum es nötig war. Dieses Jahr erwarte ich stabile Preise.“

In Ihren Lokalen in Argentinien ist der Ketchup ausgegangen. Droht das auch in Deutschland?

Beeck: „Nein, da bin ich mir sehr sicher. Wir sind immer in sehr engen Gesprächen mit unseren Lieferanten. Es würde für mich Alpträume bedeuten, wenn ich mir darüber Sorgen machen müsste.“

Der Mindestlohn von 8,50 Euro kommt. Bei ihnen verdienen die untersten Tarifgruppen weniger. Ein Problem?
Beeck: „Ich erstmal bin froh, dass Klarheit herrscht. Ich bin optimistisch, dass der Bundesverband der Systemgastronomie und die Gewerkschaft gemeinsam wirtschaftlich sinnvolle Rahmenbedingungen festlegen werden.“

An Ihren Kassen arbeiten viele Migranten. Was halten sie von der Debatte um Armutszuwanderung?

Beeck: „Ich kann die Debatte nicht nachvollziehen. Deutschland ohne Zuwanderung kann ich mir schwer vorstellen. Wir haben bei McDonald‘s viele gut ausgebildete Leute aus Osteuropa, die bei uns auch Karriere machen. Wir sind, wie viele Unternehmen, auf Menschen von außen angewiesen.“

Sie sind 1984 mit 25 Jahren, einem fünfjährigen Sohn und Ihrer Frau, im 9. Monat schwanger, aus Magdeburg nach Westdeutschland gekommen. Wie war das?

Beeck: „Ernüchternd, ich hatte es unterschätzt. Deutschland West und Deutschland Ost: Was war gleich? Die Sprache. Nach 14 Tagen stellen Sie fest, dass die große Freiheit auch Geld kostet. Dann habe ich eine Annonce von McDonald’s für ein Trainee-Programm gesehen und ich dachte: ,Die sind amerikanisch, die werden dich nicht fragen, wo du herkommst und warum dein Dialekt so komisch ist.‘ War natürlich nicht so, aber trotzdem der Anfang meines zweiten, sehr erfolgreichen Lebens.“

Essen die Deutschen im Osten inzwischen genauso viel McDonald’s wie im Westen?

Beeck: „Es gibt kleine Unterschiede. Im Osten ist zum Beispiel der McRib äußerst beliebt. Und einige sind natürlich bis 1990 nicht mit uns aufgewachsen. Aber das ist kaum noch spürbar.“

Ist McDonald’s ein guter Botschafter für die USA?

Beeck: „Wir wollen vor allem ein verlässlicher Partner sein, dem man trauen kann. Natürlich sind wir auch für viele das Abbild der USA. Zugleich sind wir vor Ort vor allem durch unsere Franchise-Nehmer mit einem Gesicht verbunden. Das hat lokal viel Gewicht.“

Hat McDonald’s Deutschland in 41 Jahren verändert?

Beeck: „Möglicherweise den Lebensstil ein bisschen. Essen mit Händen kannte keiner. Denn Burger waren damals neu in Deutschland. Heute sitzt bei uns die Oma neben dem erfolgreichen Geschäftsmann und daneben der Schüler. Wir wollen immer für alle da sein, das haben wir geschafft.“

Überall sieht man Dönerbuden, Asia-Snacks, indische Lokale. Haben wir Deutschen ein Problem mit deutschem Essen?

Beeck: „Nein. Aber die Deutschen sind neugierig und offener als viele glauben. Und wir sind eine Reise-Nation, sind ständig unterwegs, wollen uns an unseren Urlaub erinnern. Deshalb essen wir international, aber das heißt nicht, dass wir Deutschen deutsches Essen nicht mehr mögen.“

Das erste deutsche McDonald’s Restaurant eröffnete am 4. Dezember 1971 in der Martin-Luther-Straße in München. In bundesweit 1.440 Restaurants beschäftigen McDonald’s und seine 243 Franchise-Nehmer im Jahresdurchschnitt mehr als 64.000 Mitarbeiter. Mit im Mittel etwa 2,7 Millionen Gästen täglich ist McDonald’s Marktführer der Gastronomie in Deutschland.