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Blick auf das Börsenjahr 2013: Drei Finanzexperten – eine Einschätzung

Pressemitteilung   •   Dez 10, 2013 11:34 CET

Hannover/Schortens/Regensburg, 10. Dezember. In weniger als drei Wochen neigt sich das Börsenjahr 2013 dem Ende. Anleger konnten in den vergangenen zwölf Monaten – trotz zum Teil deutlichen Schwankungen – hohe Gewinne realisieren. Der deutsche Leitindex Dax zündete ein wahres Kursfeuerwerk und markierte am 29. November mit 9.405 Punkten ein neues Allzeithoch*. Auf das ganze Jahr gesehen beträgt das Performanceplus mehr als 16 Prozent. Auch ein Blick über den großen Teich zeigt ein positives Bild. So stieg der Dow-Jones-Index am 18. November erstmals in seiner 129-Jährigen Geschichte über die Marke von 16.000 Punkten. Auf Jahressicht liegt das Plus bei über 18 Prozent.

„In diesem Jahr wurden die Märkte klar durch die Politik seitens der Europäischen Zentralbank sowie der amerikanischen Notenbank Fed geprägt. Mittlerweile befinden wir uns im Wettkampf darum, wer seine Währung am billigsten macht, um seine Wirtschaft neben Liquiditäts- und Finanzierungsvorteilen mit einem Exportbonus der billigen Währung zu versehen. Zudem ignorierten die Märkte den Shutdown beziehungsweise die Budgetskrise in den USA. Es hat ja auch wieder einmal funktioniert, zumindest vorübergehend“, kommentiert Ottmar Heinen von der Regensburger Lacuna die Entwicklungen.

Erstes Quartal

Bereits Ende 2012 hielten die Auseinandersetzungen zwischen Demokraten und Republikanern über eine mögliche Anhebung der Schuldengrenze die Aktienmärkte in Atem. Die erzielte Übergangslösung wurde dann entsprechend mit einem Kurssprung honoriert. An die Spitze des Kursaufschwungs setzte sich die Weltleitbörse in New York. Der Dow Jones beendete das erste Quartal mit einem neuen Rekordhoch bei 14.578 Punkten – was einem Plus von über elf Prozent entspricht. Der alte Rekord lag bei 14.166 Zählern und stammte aus Oktober 2007. „Im Verlauf des ersten Quartals brachte sich allerdings die Euro-Staatsschuldenkrise erneut in Erinnerung, sodass im Februar und in der zweiten Märzhälfte die zuvor erzielten Kursgewinne wieder verloren gingen“, berichtet Stefan Hölscher von der Stubenrauch & Hölscher Fondsberatung.

Zweites Quartal

Im zweiten Quartal bereitete Marktteilnehmern vor allem der unklare Wahlausgang in Italien und im März schließlich die Finanzkrise Zyperns Sorgen. „Nachdem die Banken des Inselstaates viel Geld in Griechenland abschreiben mussten, standen sie selbst vor der Pleite. Nur unter der Bedingung einer weitreichenden Beteiligung der Bankkunden war die Eurogruppe bereit, Hilfskredite zur Verfügung zu stellen“, erklärt Wilfried Stubenrauch.

Nach Kursverlusten in der ersten Aprilhälfte überwogen an den Aktienmärkten bis Mitte Mai Kursgewinne, gestützt auf das Lieblingsszenario der Börsianer: viel billiges Zentralbankgeld bei geringer Inflation und einsetzender Konjunkturerholung. In diesem Sinne unterstützte zunächst eine Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Börsenentwicklung. Der Dow-Jones-Index erreichte mit 15.542 Punkten im Mai ein neues Rekordhoch.

Im Juni traten Meldungen in den Vordergrund, wonach bei der US-amerikanischen Notenbank Fed über ein bevorstehendes Ende der sehr lockeren Geldpolitik nachgedacht werde. „Als Fed-Präsident Ben Bernanke tatsächlich eine schrittweise Verringerung der Anleihekäufe, dem sogenannten ‚Tapering’, in Aussicht stellte, beschleunigte sich der Kursrückgang bei Aktien, Anleihen und Rohstoffen“, erklärt Hölscher. Ungeachtet dessen beendete der Dow Jones das zweite Quartal gegenüber dem Vorquartal mit einem Plus von etwas mehr als zwei Prozent bei 14.910 Zählern. Beim deutschen Aktienindex Dax betrug der Anstieg im zweiten Quartal rund zwei Prozent.

Drittes Quartal

Im dritten Quartal besserte sich die Stimmung an den Börsen, weil die Notenbanken in den USA und in Europa ankündigten, ihre Niedrigzins-Politik bis auf Weiteres fortzusetzen. „Im August kehrten allerdings Sorgen bezüglich der Verringerung des Anleihekaufprogramms der US-Notenbank zurück, da ein erster Schritt für September erwartet wurde“, so Stubenrauch. Zudem sorgte ein mögliches Eingreifen der USA in den syrischen Bürgerkrieg für Unsicherheit bei Investoren. Der Verzicht auf einen US-Militärschlag begründete dann wieder steigende Aktienkurse. Als die US-Notenbank Mitte September überraschend bekanntgab, erste „Tapering“-Schritte zu verschieben, verbesserte sich die Stimmung an den Kapitalmärkten noch einmal, denn mehrheitlich war eine Verringerung der Anleihekäufe von jetzt 85 Mrd. Dollar monatlich auf 70 bis 75 Mrd. Dollar erwartet worden. „Die Notenbanker in den USA votierten aber mit klarer Mehrheit dafür, das Volumen der Anleihekäufe bis auf Weiteres bei 85 Millarden Dollar zu belassen. Die Fortschritte auf dem US-Arbeitsmarkt seien noch nicht groß genug“, erklärt Hölscher die Entscheidung. Vor diesem Hintergrund beendete der Dax das dritte Quartal mit einem Plus von acht Prozent, während der Dow Jones ein Plus von fast fünf Prozent verbuchen konnte.

Viertes Quartal

Auch im vierten Quartal präsentierten sich die Kapitalmärkte bis dato ebenfalls positiv. Zwar wirkte sich die Unsicherheit über eine Anhebung der Schuldengrenze in den USA zunächst belastend auf die Kapitalmärkte aus. „Nachdem jedoch eine vorläufige Einigung erzielt wurde, entfiel dieser Unsicherheitsfaktor. Zudem ist ein Ende der lockeren Geldpolitik insbesondere in den USA und Japan aus Sicht der Mehrheit der Marktteilnehmer kurzfristig nicht zu erwarten“, so Stubenrauch.

Einen zusätzlichen Schub erhielten die europäischen Börsen Anfang November. Grund hierfür war die Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi, den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent zu senken. Nach der Entscheidung schossen die Kurse an den Börsen in die Höhe. Der Dax markierte am 29. November mit 9.405 Punkten sein bisheriges Rekordhoch*. „Hauptursache für den starken Anstieg ist die regelrechte Zinshausse an den Märkten. Da Alternativen im Rentenbereich fehlen, sind Aktien im Moment en vogue. Zudem präsentieren deutsche Unternehmen gute Zahlen und sind daher zunehmend auf der Kaufliste ausländischer Investoren. Solange die Zinsen niedrig bleiben und keine weiteren unerwarteten Krisen auftauchen, dürften die Kurse weiter steigen. Aber wenn alle rosa Wolken am Himmel sehen, sollte man sich preiswert einen Regenschirm für Börsenniederschläge der unerwarteten Sorte ins Depot legen“, rät Heinen. 

Ausblick auf 2014

Auch im kommenden Jahr dürften die Themen Geldpolitik sowie die Schuldenobergrenze in den USA die Märkte prägen. „Die Einigung in Amerika über eine Anhebung der Grenze ist nur temporär. Spätestens im Februar dürfte das Problem die Märkte wieder spürbar belasten“, schätzt Hölscher.

Statt einem Ende wird es zudem nach Einschätzung von Heinen im Euroland eventuell weitere Schritte zur Ausweitung der lockeren Geldpolitik geben: „Die Notenbanken sind derzeit wie Geisterfahrer nach einer Hurrikan-Evakuierung in Florida. Als Evakuierungsroute wird der Geldhighway genutzt. Alle Bahnen werden in Richtung Flucht, Sicherung genutzt. Allerdings ist der Hurrikan inzwischen nur noch ein tropisches Stürmchen. Die Notenbanken fahren jedoch weiterhin mit Vollgas an allen Ausfahrten vorbei und wundern sich, dass ihnen wieder Autos entgegen kommen. Dies könnte bekanntermaßen gefährlich werden. Next Exit or next Accident, das wird die Frage der kommenden Monate sein.“

Einen positiven Ausblick gibt der Finanzexperte für den Bankensektor. „Sollte keine neue Zuspitzung der Eurokrise erfolgen, werden die Vitaminspritzen der letzten Jahre Wirkung zeigen und die großen Bankhäuser in die Lage versetzen, mit sehr guten Ergebnissen aufwarten zu können.“ Auch für die Automobilindustrie zeigt sich Heinen optimistisch. Niedrigere Produktionskosten und ein anziehender gewerblicher sowie privater Konsum sollten demnach der Branche positive Impulse verleihen. Darüber hinaus profitieren im kommenden Jahr aus Sicht von Heinen der Healthcare-Sektor und US-REITs. „Der demografische Wandel in Kombination mit den Entwicklungen im asiatischen Raum sorgen für einen kleinen Schub dieser eher konvektiven Aktien. US-REITs sind in diesem Jahr durch Zinsspekulationen deutlich hinter dem Restmarkt geblieben und besitzen daher ein attraktives Aufholpotenzial. Gute Gewinnentwicklung und die gesamtwirtschaftlichen Daten der USA lassen eine Rückkehr zu REITs und deren positiven Langzeitwerten erwarten“, fasst Heinen abschließend zusammen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.sundh-fonds.de, www.lacuna.de und www.faktwert.de

* Stand 09.12.2013

* Stand 09.12.2013


Die Stubenrauch und Hölscher Fondsberatung GmbH berät den Dachfonds S & H Globale Märkte (WKN A0MYEG). Der Dachfonds wurde am 1.10.2007 von der Fondsgesellschaft FRANKFURT-TRUST aufgelegt. Wilfried Stubenrauch und Stefan Hölscher belegen regelmäßig vordere Plätze beim Wettbewerb zum Finanzberater des Jahres des Wirtschaftsmagazins €uro. Mit einer Investition in den Dachfonds können jetzt alle Anleger von der erfolgreichen Anlagestrategie beider Berater profitieren.

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