AED on Board

Erste Hilfe: Nur 14 Prozent der Deutschen in der Anwendung von Laiendefibrillatoren geschult

Pressemitteilung   •   Dez 11, 2015 12:38 CET

Laut einer repräsentativen Umfrage haben nur 14 Prozent der in Deutschland Befragten bereits ein Training in der Anwendung von Laiendefibrillatoren absolviert. Männliche Befragte (16 %) haben daran etwas häufiger teilgenommen als weibliche Befragte (12 %). Zusätzlich stimmen in der Umfrage fast drei Viertel der Befragten in Deutschland unabhängig ihres Alters zu, dass in Flugzeugen standardmäßig automatische externe Defibrillatoren (AEDs bzw. Laiendefibrillatoren) vorhanden sein sollten (Umfrage durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Insa im November 2015 im Auftrag von AED on Board, siehe zugehöriges Material).

Sebastian Richter, in der Rettungsmedizin promovierender Arzt und Sprecher der Initiative AED on Board:

"Schnell verfügbare und angewendete Laiendefibrillatoren sind oft die einzige Chance, um einen Herzstillstand zu überleben. Die Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt jede Minute ohne den lebensrettenden Stromstoß um 10 Prozent. Laiendefibrillatoren sollten an öffentlichen Orten verfügbar sein und mehr Menschen in der Anwendung von Laiendefibrillatoren geschult werden. 65000 Menschen sind in Deutschland pro Jahr vom plötzlichen Herztod betroffen– in vielen Fällen ist der Tod vermeidbar.“

Die Initiative AED on Board fordert, dass Laiendefibrillatoren gesetzlich in Flugzeugen vorgeschrieben werden. Derzeit entscheiden die Fluggesellschaften, ob sie Laiendefibrillatoren freiwillig mitführen oder nicht und es kommt immer wieder zu unnötigen Todesfällen. „Es kann nicht sein, dass die Versorgung an Bord davon abhängt, ob die Fluggesellschaft in Sicherheit investiert oder nicht. Bei einem Herzstilland an Bord haben die Betroffenen nur eine Chance zu überleben, wenn AEDs vorhanden sind. Deshalb fordern wir: Defibrillatoren verpflichtend in Flugzeugen!“

Laiendefibrillatoren werden in der Behandlung von Herzstillständen angewandt. Die Geräte sind so konzipiert, dass sogar Laien (zum Beispiel Flugbegleiter) diese nach einer Schulung sicher anwenden können. Es ist entscheidend, dass der lebensrettende Stromstoß bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand möglichst früh abgeben wird, denn jede Minute ohne ihn sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 %. 

Vom Auftreten eines medizinischen Notfalls an Bord eines Flugzeuges bis zu einer erfolgten Notlandung und Eintreffen des Rettungsdienstpersonals vergehen in der Regel mindestens 15-20 Minuten. Nach dieser Zeit ist der Einsatz eines Defibrillators oft vergebens und das Leben des Betroffenen kann meist nicht mehr gerettet werden. In den USA sind AEDs in den meisten Passagierflugzeugen bereits seit mehr als einem Jahrzehnt vorgeschrieben, in Europa nicht. 

„Wir fordern die Europäische Kommission und die EASA (Europäische Agentur für Flugsicherheit) auf, das Mitführen eines AEDs in allen größeren Verkehrsflugzeugen im Luftraum der Europäischen Union zur Pflicht zu machen. Dazu ist nur die Änderung der Regulierung 965 notwendig“, so Sebastian Richter. Vermeidbare Todesfälle in Flugzeugen durch Herzstillstand und mangelnde Defibrillatoren an Board gehören dann der Vergangenheit an.

AED on Board fordert als Initiative die Europäische Kommission und die EASA auf, das Mitführen eines Laiendefibrillators (AED) in allen Verkehrsflugzeugen im Luftraum der Europäischen Union zur Pflicht zu machen.