BVMW - Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V.

Folgeschäden für den Mittelstand drohen bei Basel III

Pressemitteilung   •   Sep 07, 2010 02:09 CEST

Berlin – Für die Einführung einer Mittelstandsklausel bei Basel III hat sich Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) und des europäischen Mittelstandsdachverbands (CEA-PME), ausgesprochen. „Mit den neuen Eigenkapitalregeln für Banken drohen dem Mittelstand erhebliche Folgeschäden. Hier muss die Bundesregierung zum Schutze der deutschen Wirtschaft aktiv werden.“

Basel III löse nicht das Grundproblem der Ungleichbehandlung, so der deutsche und europäische Mittelstandspräsident. Kredite an kleine und mittlere Unternehmen würden nach wie vor mit höheren Risikogewichten bemessen als risikoreichere Investitionen, etwa in griechische Staatsanleihen. „Eine Erhöhung der durchschnittlichen Eigenkapitalunterlegung durch die Banken geht daher überproportional zu Lasten des Mittelstands“, so Ohoven.

Dies müsse durch eine Senkung der Risikogewichte für Kredite an den Mittelstand kompensiert werden. Ohoven schlug vor, im Standardansatz für ein Portfolio von kleinteiligen Mittelstandskrediten nur noch ein Risikogewicht von 50 statt bisher 75 Prozent vorzuschreiben. „Die Klein- und Mittelbetriebe haben die Bankenkrise nicht verschuldet, sondern das System stabilisiert. Deshalb muss das Basel III-Regelwerk das geringere Risiko für Mittelstandskredite entsprechend berücksichtigen.“