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Windows PowerShell: Tückisches Einfallstor für Malware

Pressemitteilung   •   Jun 25, 2015 11:59 CEST

Administratorenkonsole wird immer öfter von Malware missbraucht

Jena, 24. Juni 2015 – Der Security-Software-Hersteller ESET macht auf einen gefährlichen Trend aufmerksam: Die Windows PowerShell, eine von Microsoft entwickelte Alternative zum Windows-Kommandozeilenprogramm und zum Windows Script Host, wird zunehmend als Einfallstor für Schadsoftware genutzt. Die Gründe dafür liegen einerseits im großen Funktionsumfang der PowerShell, andererseits in der engen Verknüpfung zum Windows-Betriebssystem.

Dies macht es Security-Programmen schwer, bösartige Software auch als solche zu identifizieren. In einem aktuellen Artikel auf seinem Security-Blog WeLiveSecurity zeigt ESET anhand einer PowerShell-Malware auf, welche Tücken und Sicherheitsrisiken von der PowerShell ausgehen.

Gefahr durch Dateitransfer über PowerShell

Die seit Windows 7 in allen Windows-Betriebssystemen vorinstallierte PowerShell bietet eine grafische Entwicklungsumgebung und eine eigene Skriptsprache namens „PowerShell Scripting Language“. Mit Hilfe der Konsole lassen sich Dateien auf verschiedenen Wegen herunterladen. Die Befehle dazu lauten:

  • 1.DownloadFile
    Erlaubt den Download von einer Internetadresse direkt auf den PC
  • 2.DownloadString
    Erlaubt den Download und die Ausführung eines PowerShell-Skripts
  • 3.Invoke-WebRequest
    Eine weitere Möglichkeit, eine Datei aus dem Internet herunterzuladen
  • 4.Start-BitsTransfer
    Erlaubt, mit Hilfe des intelligenten Hintergrundübertragungsdienstes von Windows (BITS) und dem Standard-Cmdlet Start-BitsTransfer einen Auftrag zu erstellen, um eine Datei herunterzuladen. Hier muss zuvor das Modul BitsTransfer mit dem Befehl Import-Module importiert werden

Die genannten Befehle werden von PowerShell-Schädlingen genutzt, um zusätzlichen Schadcode auf den Computer des Opfers zu laden. Die Methode DownloadString bietet darüber hinaus den Vorteil, dass ein PowerShell-Skript direkt nach dem Download im Speicher ausgeführt werden kann – ohne notwendige Kopie auf die Festplatte.

Malware, die (fast) ohne Dateien auskommt

Eine Schadsoftware, die sich die genannten Befehle der Windows PowerShell zu Nutze macht, ist Win32/Bedep. Nachdem sich das Opfer damit infiziert hat, erstellt Bedep einen Eintrag in der Windows-Registry, dadurch bleibt die Software auch nach einem System-Neustart aktiv.

Der Registrierungseintrag bewirkt, dass der Windows Explorer bei jedem Systemstart eine Instanz des Kommandozeilenprogrammes cmd.exe ausführt, die wiederum eine unsichtbare, nicht interaktive Instanz der PowerShell startet. Hierbei werden mehrere Befehle übergeben, um den Command & Control-Server (C&C Server) des Botnetzes zu kontaktieren.

Daran interessant ist, dass es sich bei den Daten um ein PowerShell-Skript handelt, das für den Nutzer unsichtbar einen x86-Shellcode ausführt. Dieser Shellcode ähnelt in seinem Aufbau stark den Shellcodes des quelloffenen Penetrationtesting-Werkzeugs Metasploit. Er besorgt sich zunächst die Adressen der benötigten Windows API-Funktionen, indem er den sogenannten Process Environment Block (PEB) durchläuft. Der PEB wird intern vom Betriebssystem verwendet und beinhaltet eine Reihe an Daten, die für den fehlerfreien Betrieb eines Prozesses notwendig sind, unter anderem auch eine doppelt verkettete Liste mit den Adressen der API-Funktionen der verwendeten Laufzeitbibliotheken (DLLs).

Nachdem sich der Shellcode die Adressen besorgt hat, reserviert er einen Speicherbereich und kontaktiert den C&C-Server. Als Antwort sendet der C&C-Server einen zweiten x86-Shellcode in den zuvor reservierten Speicherbereich zurück. Dieser zweite, zweistufige Shellcode beinhaltet auch die eigentliche Payload in Form einer mit PECompact komprimierten DLL-Datei. Zunächst entschlüsselt die erste Stufe die verschlüsselte zweite Stufe. Hierbei handelt es sich um eine einfache XOR-Verschlüsselung mit dem Schlüssel 0x21.

ESET ist ein weltweiter Anbieter von IT-Sicherheitslösungen für Unternehmen und Privatanwender. Der Entwickler der preisgekrönten NOD32-Technologie gilt als Vorreiter in der proaktiven Bekämpfung selbst unbekannter Viren, Trojaner und anderer Bedrohungen. ESET ist auf diesem Gebiet seit über 25 Jahren führend. 

Im Juni 2013 wurde ESET NOD32 Antivirus zum 80. Mal vom Virus Bulletin mit dem VB100 Award ausgezeichnet und ist damit Rekordhalter. Darüber hinaus hat die NOD32-Technologie im Vergleich zu Produkten anderer AV-Hersteller die längste Zeit in Folge den VB100 Award erhalten. Auch AV-Comparatives, AV-TEST und weitere Organisationen haben ESET bereits ausgezeichnet. 

Millionen von Nutzern vertrauen ESET NOD32 Antivirus, ESET Smart Security, ESET Cyber Security (Antivirenprogramm für Macs), ESET Mobile Security und IT Security for Business. Die Produkte zählen weltweit zu den am häufigsten empfohlenen Sicherheitslösungen.

ESET hat seine Zentrale in Bratislava (Slowakei) und besitzt regionale Vertriebszentren in San Diego (USA), Buenos Aires (Argentinien) und Singapur. In Jena (Deutschland), Prag (Tschechische Republik) und Sao Paulo (Brasilien) unterhält das Unternehmen eigene Niederlassungen. Außerdem verfügt ESET über Forschungszentren zur Malware-Bekämpfung in Bratislava, San Diego, Buenos Aires, Singapur, Prag, Košice (Slowakei), Krakau (Polen), Montreal (Kanada) und Moskau (Russland) sowie über ein Netz exklusiver Distributoren in mehr als 180 Ländern weltweit.