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Führung im digitalen Zeitalter: Was Führungskräfte über Digitalisierung wissen sollten

Blog-Eintrag   •   Mai 30, 2016 11:41 CEST

von Ilja Schrader

Die Digitalisierung verändert nicht nur die Lebensrealität von Arbeitnehmern, sondern stellt auch neue Anforderungen an Führungskräfte. Hier erfahren Sie, welche Eigenschaften ein Vorgesetzter in der digitalen Arbeitswelt mitbringen sollte.

Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung

Die Digitalisierung hat einschneidende Spuren in der Arbeitswelt hinterlassen. Das Arbeiten gestaltet sich in vieler Hinsicht freier als je zuvor, Mitarbeiter sind weniger auf konkrete Informationen von ihrem Vorgesetzten angewiesen, sondern können sich selbst organisieren und vernetzen. Wissen ist kein exklusives Elitegut, sondern steht allen zur Verfügung, wird geteilt und ergänzt. Obsolet werden Führungskräfte aber trotz Digitalisierung nicht: Vorgesetzte müssen weiterhin klare Ziele setzen und dafür Sorge tragen, dass diese Vorgaben auch erfolgreich umgesetzt werden.

Neue Anforderungen an Führungskräfte

Im 21. Jahrhundert erwarten Mitarbeiter von ihren Chefs vor allem soziale Kompetenzen wie Empathie und Einfühlungsvermögen. Autorität und Durchsetzungsvermögen rücken in den Hintergrund. Ein Vorgesetzter sollte seinen Mitarbeitern Spielräume und Möglichkeiten offenlassen, statt stur auf etablierte Hierarchiestrukturen zu setzen. In Zeiten, in denen ein Großteil der Jobs vor dem Bildschirm erledigt wird, rückt auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Arbeit wieder in den Mittelpunkt. Arbeitnehmer wollen das Gefühl haben, dass ihre Arbeit einen inhärenten Wert besitzt, statt nur die Zeit bis Feierabend abzusitzen.

Die INQA-Studie zum Wandel der Führungskultur in der Arbeitswelt 4.0 ermittelte in 400 Interviews unter anderem folgende Anforderungen an eine Führungskraft von heute:

  • Moderne Führungskräfte müssen Flexibilität und Diversität zulassen.
  • Prozess- statt Ergebnisorientierung steht im Mittelpunkt.
  • Etablierung von Netzwerkstrukturen und kollektiver Intelligenz
  • Coaching zur Förderung beruflicher und persönlicher Kompetenzen sowohl für Mitarbeiter als auch für Führungskräfte
  • Selbstbestimmung und Wertschätzung als Hauptmotivation für Mitarbeiter
  • Eine moderne Führungskultur reflektiert sich selbst und wird im Zweifelsfall auch diskutiert.

Was Sie als Führungskraft tun können

Als Führungskraft können Sie selbst wichtige Schritte einleiten, um Ihr Unternehmen zeitgemäßer zu gestalten und auf die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter einzugehen. So fördern Sie die Digitalkompetenz älterer Mitarbeiter und entsprechen gleichzeitig den Vorstellungen von "Digital Natives".

  • Auf Medienkompetenz setzen: Wenn Sie Ihr Unternehmen erfolgreich ins digitale Zeitalter führen wollen, sind die technischen Gegebenheiten essenziell. Bleiben Sie bei neuen Entwicklungen am Puls der Zeit und kalkulieren Sie regelmäßige Schulungen für Ihre Mitarbeiter in den Firmenetat ein.
  • Eine Digital-Leader-Strategie entwickeln: Im Idealfall legen Sie im offenen Dialog mit Ihren Mitarbeitern die Ziele und Zwecke der digitalisierten Aspekte Ihres Unternehmens fest. Der Rat internetaffiner Millennials unter Ihren Mitarbeitern kann hier Gold wert sein.
  • Richtlinien setzen: Das gilt nicht nur, wenn es um das Erreichen von Projektzielen geht. Im digitalen Arbeitsalltag sollten beispielsweise Erreichbarkeit und die Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben sowie die firmeninterne Kommunikation – per Mail, Telefon oder Social Media? – klar geregelt sein.
  • Die Firmenreputation über Social Media fördern: Das Image Ihres Unternehmens lebt vom Auftritt in den sozialen Netzwerken. Facebook-Unternehmensprofil, Deeskalation von Shitstorms im Internet, Einstellung von Social Media Managern – das alles sind Punkte, mit denen sich Führungskräfte auseinandersetzen müssen.

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