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Welt-Lymphom-Tag am 15. September

Pressemitteilung   •   Sep 15, 2014 15:36 CEST

Neue Chancen in der Krebstherapie –Bessere Lebensqualität durch zielgerichtete Therapien

Berlin, 15. September 2014 – Derzeit erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 500.000 Menschen an Krebs. Eine Diagnose, die schockiert. Doch Krebs ist heute lange kein Todesurteil mehr – und auch im Krankheitsfall oder bei einem Rückfall gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Ein Beispiel dafür ist das Hodgkin Lymphom. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 2000 Menschen an der Krebserkrankung der Lymphzellen. Dass 85 bis 90 Prozent der Patienten geheilt werden, ist vielen Menschen nicht bewusst. „Gerade bei einem Hodgkin Lymphom gibt es gute Heilungschancen“, so Prof. Dr. Andreas Engert, Professor am Universitätsklinikum Köln und Chairman der German Hodgkin Study Group (GHSG), bei einem Pressegespräch von Takeda anlässlich des Welt-Lymphom-Tages.

Die Therapiechancen werden dank innovativer Wirkstoffe immer besser – und verträglicher. „Die Therapien müssen in erster Linie effektiv gegen die Krankheit wirken“, so Engert. „Doch wir haben bei unseren Studien zum Hodgkin Lymphom herausgefunden: mehr Chemo hilft nicht.“ Insbesondere wenn Patienten einen Rückfall erleiden, führen weitere Behandlungen mit Chemotherapien nicht zum gewünschten Erfolg. Die Folgen sind vielmehr starke Nebenwirkungen und teils erhebliche Spätschäden. Ziel bei der Therapie des Hodgkin Lymphom ist es deshalb, weniger toxische, weniger starke Medikamente einzusetzen und die Chemotherapie zu reduzieren, ohne dabei die Therapiechancen für die Patienten zu verschlechtern. „Wir sind auf der Suche nach Lösungen, die weniger Therapie und damit auch weniger Spätschäden bedeuten.“

Neue Therapieansätze für eine bessere Lebensqualität der Patienten

Bisher wurden Morbus Hodgkin-Patienten im fortgeschrittenen Stadium nach dem sogenannten BEACOPP-Schema behandelt, einer Chemotherapie zusammengesetzt aus verschiedenen Medikamenten. Erhebliche Nebenwirkungen waren die Folge. Durch den Einsatz neuer Wirkstoffe sowie der Anpassung der Dosis im Behandlungsschema ist es nun gelungen, Nebenwirkungen wie etwa Erkrankungen des peripheren Nervensystems deutlich zu reduzieren und den Behandlungserfolg dennoch weiter zu sichern. Im Rahmen des Pressegespräches zum Welt-Lymphom-Tag wurden dazu neue Daten einer Phase-II-Studie der GSHG mit 100 Patienten, die targeted BEACOPP-Studie, vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombination aus weniger Chemotherapie plus dem seit Dezember 2012 verfügbaren Antikörper-Wirkstoff-Konjungat Brentuximab Vedotin vergleichbar gut wirkt, wie die bisherige alleinige Chemotherapie. Sie wird von den Patienten jedoch besser vertragen. Engert: „Wir heilen derzeit klar über 80 Prozent der Patienten. Wir erreichen eine Tumorkontrolle von 90 Prozent nach fünf Jahren und ein Gesamtüberleben von 95 Prozent – und zwar im fortgeschrittenem wie im frühen Stadium.“

Wegen der Nebenwirkungen bei herkömmlichen Chemotherapien finden die Behandlungen oft stationär statt. „Ein großer Vorteil der neuen Wirkstoffe ist, dass die Patienten durch die zielgerichtete Therapie keine weiteren Medikamente während der Behandlung einnehmen müssen, etwa gegen Übelkeit“, so der praktizierende Facharzt Dr. Johannes Mohm bei dem Pressegespräch. „Die Lebensqualität der Menschen wird dadurch sehr viel besser.“ So sind weniger Nachbehandlungen zum Beispiel mit Antibiotika nötig und lange Krankenhausaufenthalte werden vermieden.

Zielgerichtete Therapien mit starker Wirksamkeit

Zielgerichtete Therapie zeichnen sich dadurch aus, dass der Wirkstoff fest an einen Antikörper gebunden ist. Das führt dazu, dass der Wirkstoff gezielt in die Tumorzellen gelangt und keine gesunden Zellen angreift, wie es bei herkömmlichen Chemotherapien der Fall ist. Deshalb weisen zielgerichtete Therapien ein besseres Nebenwirkungsprofil auf als vergleichbare Chemotherapien – mit entsprechenden Vorteilen für die Patienten. Dieser erste CD30-spezifische Antikörper-Wirkstoff-Konjugat hat es in Studien geschafft, bei schwerkranken Patienten einen Überlebensvorteil zu zeigen. Dr. Michael Böhler, Leiter der Business Unit Onkologie bei Takeda: „Die neuen Therapieansätze beim Hodgkin Lymphom zeigen, welche Möglichkeiten sich mit den zielgerichteten Therapien bieten. Die Daten beweisen: eine starke Wirksamkeit muss nicht immer auch heftige Nebenwirkungen hervorrufen.“

In der Krebsforschung setzen die Experten alles daran, um die Lebensqualität von Krebspatienten zu verbessern. Die Forschung macht kontinuierlich Fortschritte, trotzdem besteht noch Handlungsbedarf, Engert: „Obwohl wir zum Beispiel beim Hodgkin Lymphom schon weit gekommen sind, gibt es in der Forschung noch viel zu tun.“

Takeda Onkologie

Die Onkologie ist eines der zentralen Indikationsgebiete von Takeda. Das Unternehmen arbeitet mit Hochdruck daran, sein Onkologie-Portfolio auszubauen und ein weltweit führender Anbieter und Spezialist in der Hämatologie und Onkologie zu werden. Bereits heute kann Takeda Krebspatienten mehrere zugelassene Präparate zur Verfügung stellen. Seit über 20 Jahren ist das LHRH-Analogon Leuprorelinacetat für das fortgeschrittene Prostatakarzinom und das prä-und perimenopausale Mammakarzinom im Portfolio. Der Immunmodulator Mifamurtid steht seit 2009 für das nicht metastasierte resezierbare hochmaligne Osteosarkom zur Verfügung. Mit dem seit Oktober 2012 zugelassenen Adcetris® (Brentuximab Vedotin) hat sich die Takeda Onkologie als Lymphom-Spezialist etabliert. Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat ist das erste Produkt der 2008 erfolgten Integration des amerikanischen Unternehmens Millennium Pharmaceuticals, mit der sich Takeda neben den eigenen Entwicklungen zahlreiche weitere Substanzen in verschiedenen Entwicklungsphasen sichern konnte. Um das Angebot an effektiven Therapieoptionen für Krebspatienten weiter zu vergrößern, investiert Takeda in den nächsten Jahren rund 30 Prozent seiner gesamten Forschungsaufwendungen in die Onkologie. Die Pipeline ist gut gefüllt und umfasst vorwiegend Wirkstoffe in Indikationen mit hohem medizinischem Bedarf.

Takeda ist ein forschungsgetriebenes globales Unternehmen mit Schwerpunkt im pharmazeutischen Bereich. Als größter Arzneimittelhersteller in Japan und als eines der global führenden Unternehmen seiner Branche engagiert sich Takeda für eine bessere Gesundheitsversorgung der Patienten weltweit durch Innovationen in der Medizin. Seit 2012 steuert Takeda von Berlin aus die Aktivitäten für den deutschen Markt, ergänzt durch weitere administrative Funktionen in Konstanz. Als Teil eines globalen Produktionsnetzwerkes betreibt Takeda in Deutschland Produktionsstätten im brandenburgischen Oranienburg sowie in Singen. Insgesamt sind rund 1.700 Mitarbeiter für Takeda in Deutschland tätig. Zusätzliche Informationen unter www.takeda.de.

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