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Auf den Spuren von Fontane rund um den Ruppiner See

Pressemitteilung   •   Jun 05, 2019 14:16 CEST

Das Fontane-Denkmal in Neuruppin erinnert an den bekannten Dichter-Sohn der Stadt. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer.

Auf den Spuren von Fontane rund um den Ruppiner See

Mit dem Fahrrad von Neuruppin über Gnewikow, Karwe nach Wustrau

Von Berlin-Gesundbrunnen braucht der Zug bis Neuruppin etwas mehr als eine Stunde. Und schon befindet man sich inmitten der Geburtsstadt von Theodor Fontane, die sich auch heute weitgehend so präsentiert, wie sie der Dichter einst in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschrieben hat. Lange, breite Straßen bestimmen das Bild – dazwischen immer wieder stattliche Plätze. Die historische Altstadt, ein zweihundert Jahre altes Gesamtkunstwerk des Frühklassizismus, ist ein Musterbeispiel preußischer Baukunst. Oder wie Fontane es ausdrückte: „Sie gleicht einem auf Auswuchs gemachten großen Staatsrock, in den sich der Betreffende, weil er von Natur klein ist, nie hineinwachsen kann.“

All dies und noch viel mehr, kann man auf einer Radtour rund um den Ruppiner See entdecken. Und so startet die Tagestour wie schon bei Fontane beschrieben über den Wall an der alten Stadtmauer. Dieser grüne Gürtel mit hohen Bäumen und Sträuchern beginnt gleich am Bahnhof hinter dem Parkplatz. Schon nach wenigen Minuten Fahrt ist der Tempelgarten erreicht.

Es ist ein exotisch anmutender Park mit barocken Sandsteinputten und einem weißen Tempel. Das Besondere daran: Ein Rundtempel war zu jener Zeit einmalig in Europa. Nur einen Steinwurf vom Tempelgarten entfernt liegt das Museum Neuruppin mit seinem erst seit 2015 bestehenden Anbau, der ein harmonisches Bindeglied zwischen dem Tempelgarten und bestehenden Museumsbau schafft. Das Museum ist eine Schatzkiste für Fontane-Liebhaber. Wer sich jedoch ein Bild davon machen möchte, wo Fontane geboren wurde, muss zur Karl-Marx-Straße 84. Das Gebäude ist nicht zu übersehen, denn im Erdgeschoss seines Geburtshauses ist heute die Löwen-Apotheke zu finden.

Von Neuruppin nach Gnewikow
Von Neuruppin geht es weiter über den Seedamm bis ins rund sechs Kilometer entfernte Gnewikow auf der gegenüberliegenden Seeseite. Den Ort – ein ehemaliges Rittergut – bereiste 1859 auch Fontane und bezeichnete ihn in seinen „Wanderungen“ als „eine besondere Zierde des Sees“. Es ist ein beschauliches Dorf mit einer kleinen Feldsteinkirche, romantisch gelegen am Ruppiner See. Zwischen Schilf und Wiesen kann man hier gut picknicken.

Gut erholt geht es am Ostufer weiter südlich bis nach Karwe. Dieses Dorf zeichnet sich durch seine großzügig angelegte Hauptstraße aus. Zurückgesetze Häuser sowie grüne Wiesen und eine Allee aus Bäumen bestimmen hier das Bild. Schräg gegenüber von der Kirche mit ihrem achteckigen Spitzturm fällt ein großes, freies Areal ins Auge, das mit hunderten von Feldsteinen gepflastert ist. Dabei handelt sich um das ehemalige Schlossgrundstück von Karwe. 1727 baute hier der damalige Besitzer Karl-Christoph von dem Knesebeck ein dreiflügeliges Wohnhaus. Bewohnt wurde das Schloss von seinen Nachfahren bis 1945.

Von Karwe nach Wustrau
Nur rund vier Kilometer weiter, an der südlichen Spitze des Ruppiner Sees, befindet sich Wustrau. Theodor Fontane berichtete in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg unter anderem von einer Seeschlacht zwischen den benachbarten Orten Karwe und Wustrau. Im Jahr 1785 ersannen die befreundeten Söhne des alten Knesebeck von Karwe und des alten Zieten von Wustrau in Ermangelung eines wirklichen Kampfes eine Seeschlacht. Bis heute erinnert jeden Sommer das Seefestival in Wustrau die Theaterbesucher mit einer Aufführung dieser Schlacht an jene Zeit.

Fontane beschreibt ebenso ein Herrenhaus, das 1750 von dem preußischen Husarengeneral Hans-Joachim von Zieten erbaut worden ist. Das auch als Zieten-Schloss bezeichnete Gebäude dient heute der Deutschen Richterakademie als Tagungsstätte und liegt unmittelbar am Ufer des Ruppiner Sees. Noch mehr über die brandenburgisch-preußische Geschichte erfahren Interessierte im Ende 2000 eröffneten „Brandenburg – Preußen – Museum“, das in seiner Ausstellung einen Lehrpfad durch fünfhundert Jahre Geschichte präsentiert.

Radler, die ihr Tagespensum erreicht haben, können von hier aus zum nächst gelegenen Bahnhof nach Wustrau-Radensleben, wo die Züge im Zwei-Stunden-Takt zurück nach Berlin fahren (rund 3 Kilometer). Für all diejenigen, die noch immer nicht genug haben, umrunden den Ruppiner See komplett und radeln weiter an seinem westlichen Ufer entlang zurück bis nach Neuruppin (12 Kilometer). Gesamtlänge der Tour: rund 25 Kilometer.

Weitere Informationen zum Fontane-Jahr in Neuruppin:

https://www.reiseland-brandenburg.de/veranstaltungen-hoehepunkte/fontane-200

https://fontane-200.de/de/location/neuruppin

https://fontane-200.de/de/location/wustrau

Den kompletten Blog-Beitrag gibt es unter:

https://www.reiseland-brandenburg.de/erlebnisberichte/ruppiner-seenland/auf-den-spuren-von-fontane-am-ruppiner-see/

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