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Erfolgreiche Entwicklungshilfe mit Kontinuität und Transparenz: Dentists for Africa – 20 Jahre zahnärztliches und humanitäres Engagement in Kenia

Pressemitteilung   •   Dez 04, 2019 16:35 CET

"Dentists for Africa" Techniker Torsten Rauch bei der Wartung einer Dental Unit. Kevin (rechts) konnte durch das Patenschaftsprojekt eine Ausbildung zum Medizintechniker machen. Heute werden die Zahnstationen durch kenianisches Personal gewartet.

- 20 Jahre Entwicklungshilfe in Kenia
30.000 zahnärztliche Untersuchungen jährlich, davon 6.000 Kinder in Schuluntersuchungen
-
 14 Zahnstationen aufgebaut
900 Patenschaften für Waisenkinder, davon 250 mit abgeschlossener Berufsausbildung
420 von HIV/Aids betroffene Frauen in Witwenkooperative
Stiftungsgründung in 2017

Nairobi/Weimar – 3. Dezember 2019: Nachhaltige Hilfe leisten: Mit diesem Ziel wurden unter der Leitung von Zahnarzt Dr. Hans-Joachim Schinkel, Vorsitzender von Dentists for Africa (DfA), in den vergangenen 20 Jahren 14 Zahnstationen in kenianischen Krankenhäusern und Gesundheitszentren aufgebaut. Mehr als 800 Hilfseinsätze deutscher Zahnärzte, Ärzte, Zahnarzthelferinnen und Zahntechniker wurden durchgeführt. Jährlich werden etwa 30.000 Patienten behandelt. Außerhalb des zahnmedizinischen Alltags widmet sich Dentists for Africa mit einem ergänzenden Patenschaftsprojekt der Schul- und Berufsbildung von Waisenkindern. Bis heute wurden 900 Kinder in das Projekt aufgenommen, von denen 250 junge Erwachsene bereits eine Berufsausbildung abschließen konnten. Weiterhin unterstützt DfA eine Witwenkooperative, in der sich über 420 Frauen zusammengeschlossen haben, die von der Aids-Epidemie betroffen sind. Seit 2017 ist Dentists for Africa in Kenia als Stiftung registriert.

Schwerpunkt Aus- und Weiterbildung

Ein Schwerpunkt liegt bei DfA in der Aus- und Weiterbildung. Im Patenschaftsprojekt werden vor allem medizinische und zahnmedizinische Ausbildungen gefördert. Die Absolventen arbeiten dann später in den DfA-Zahnstationen. Zudem werden jährlich zahnärztliche Weiterbildungsseminare angeboten, um die Patientenversorgung zu verbessern. So werden langfristig Strukturen geschaffen, die es jungen Menschen ermöglichen, als qualifizierte Fachkräfte in ihrer Region zu bleiben und sich für ihre Gemeinde einzusetzen. Durch die Ausbildungsförderung haben bereits drei Zahnärztinnen und acht Fachassistenten für Mundgesundheit ihren Abschluss machen können. Unter den Absolventinnen und Absolventen befinden sich außerdem Pharmazeuten, Lehrer, Friseusen, Medizintechniker, Architekten uvm.

Die Zahl der jährlich behandelten Patienten soll in den nächsten fünf Jahren um weitere 20 Prozent gesteigert werden. In einem Slum in Nairobi wird 2020 eine neue Zahnstation eröffnet, um bedürftige Patienten noch besser zu erreichen. Gleichzeitig hat es sich DfA zum Ziel gesetzt, die Qualität der Behandlungen weiter zu verbessern und den Anteil zahnerhaltender Maßnahmen zu vergrößern.

Zudem wurde eine Kooperation zwischen DfA und der Moi University School of Dentistry (MUSOD) Eldoret begonnen. Die dazugehörige zahnärztliche Fakultät unterstützt DfA mit Ausrüstung und Material für die Studierendenausbildung. So soll die Qualität der Zahnarztausbildung weiter verbessert werden.

Die zahnmedizinische Versorgung in Kenia

Besonders die Bevölkerung entlegener ländlicher Gebiete Kenias hat kaum oder gar keinen Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung. In Kenia sind rund 1.000 Zahnärzte für 42 Millionen Einwohner im Einsatz – größtenteils in Großstädten und Ballungsräumen. Auf einen Zahnarzt kommen ca. 42.000 Patienten, während von der WHO ein Schlüssel von 1:7.000 empfohlen wird. Zahnmedizinische Probleme wie Karies, Gingivitis, parodontale Probleme und Dentalfluorose bei meist schlechter oder fehlender Mundhygiene sind daher weit verbreitet.

Beim Aufbau von Zahnstationen und den mobilen Einsätzen in ländlichen Regionen setzt DfA einen Schwerpunkt auf vorbeugende Maßnahmen für die Zahngesundheit von Kindern. Bei Schulbehandlungen werden Schüler und Lehrer untersucht, aufgeklärt und bei Bedarf kostenlos behandelt. Da der Bedarf für diese Prophylaxe-Maßnahmen und zahnärztliche Versorgung ständig steigt, ist das DfA-Team über die Jahre größer geworden. Mittlerweile arbeiten drei hauptamtliche MitarbeiterInnen für DfA. Unterstützt werden sie vom Vorstand und dem erweitertem Vorstand, der aus insgesamt knapp 30 Ehrenamtlichen besteht, die stets bemüht sind, die nachhaltige Hilfe vor Ort auszubauen. Wichtige Entscheidungen werden von den rund 350 Mitgliedern aus ganz Deutschland getroffen und mitgetragen.

Waisenkindern eine Zukunftsperspektive bieten

Abgesehen von dem großen Bedarf an zahnärztlicher Versorgung erkannten Dr. Schinkel und seine Kollegen auch die soziale Not, in der viele Menschen in Kenia leben. Zehn Prozent aller Kinder in Kenia sind Waisen. Ein Drittel von ihnen lebt im Westen des Landes, wo DfA überwiegend tätig ist. Das liegt unter anderem daran, dass die Aids-Rate hier mit über 20 Prozent an erkrankten Menschen besonders hoch ist. Das Patenschaftsprojekt wurde 2001 ins Leben gerufen und bietet Unterstützung für Waisenkinder. Die Kinder erhalten eine kostenlose Schul- und Berufsausbildung. Darüber hinaus bietet der Verein auch Hilfe beim Einstieg in das Berufsleben. Arbeitsplätze gibt es in Kenia wenige. Daher wird eine besondere Förderung für junge Erwachsene angeboten, die sich selbstständig machen möchten.

Sister Seraphine, Franziskanernonne und langjährige Managerin des Patenschaftsprojekts, betonte die Bedeutung der Arbeit von DfA für bedürftige Menschen in Kenia: „Die Projekte von Dentists for Africa verändern das Leben ungezählter notleidender Menschen in Kenia. Sie geben Perspektiven in unserem Land und helfen ihnen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten“.

Gemeinsam Armut bekämpfen

Die Witwenkooperative St. Monica Village wird seit 2002 von DfA unterstützt. Damals hatte die Gruppe 30 Mitglieder. Heute arbeiten über 420 HIV-positive Witwen zusammen, um gemeinsam den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder zu erwirtschaften. Sie betreiben einen Cateringservice, fertigen Handarbeiten an und leisten Aufklärung zum Thema HIV/Aids. Ihre Kinder werden gemeinsam in einem Kindergarten betreut. Ein demokratisch gewähltes Komitee der Witwen wählt außerdem die Kinder aus, die in das Patenschaftsprojekt aufgenommen werden. So wird sichergestellt, dass die bedürftigsten Kinder durch das Projekt die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.

DentistsforAfrica (DfA) ist eine humanitäre Hilfsorganisation aus Deutschland, die die lokale Bevölkerung in Kenia mit sozialen und zahnärztlichen Projekten stärkt und fördert. Bis heute hat DentistsforAfrica 14 Zahnstationen in Kenia aufgebaut und über 900 Patenschaften vermittelt. Mehr als 250 Patenkinder haben bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen. Etwa 420 HIV-positive Witwen werden im Rahmen der Witwenkooperative St. Monica Village durch DentistsforAfrica unterstützt.