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Der 7. Sinn im Krankenhaus

Pressemitteilung   •   Feb 29, 2016 11:39 CET

VKD-VDGH - Gemeinsames Seminar von Systempartnern

Berlin, d. 29. Februar 2016. Gefahren erkennen, neue Möglichkeiten aktiv nutzen, kooperieren, in Krisen nicht hektisch, sondern gelassen reagieren – darum ging es im 23. Führungskräfteseminar des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) und des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH) Ende voriger Woche in Berlin. „Der 7. Sinn im Krankenhaus“ – das war das Thema der traditionellen, gemeinschaftlich entwickelten und organisierten Veranstaltung.

„Die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kliniken und Industrie wussten: Uns erwartet hier praktisch anwendbares Wissen, vermittelt von exzellenten Referenten zu zum Teil auch in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierten, ja sogar falsch dargestellten Themen“, sagt VKD-Geschäftsführerin Gabriele Kirchner, die jährlich gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe beider Verbände die Spitzenveranstaltung vorbereitet und organisiert.

Teilnehmer und Referenten beschäftigten sich u.a. mit dem Nutzen der inzwischen zahlreichen Krankenhaus-Rankings für die Patienten. Derzeit nützen sie nicht sehr viel, so die Schlussfolgerung von Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg, der seit Jahren bereits Bewertungsportale und Rankings analysiert. Auch wenn Krankenhäuser seit 2008 valide, risikoadjustierte Daten öffentlich zur Verfügung stellten, sei die Suche wegen unterschiedlicher Kriterien, unvollständiger Daten, für Laien zum Teil unverständlicher Vorgaben selbst in seriösen Portalen schwierig. Und es fehlten zudem Längsschnittergebnisse. Reine Arztportale sind nach seiner Erfahrung nicht objektiv und daher nicht seriös.

In den Krankenhäusern muss viel Zeit aufgewendet werden, um die Vielzahl der unterschiedlichsten Fragebögen zu beantworten, die den potenziellen Nutzern dann doch keinen wirklichen Vergleich ermöglichen, wie Peter Förster, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern anschaulich schilderte. Benchmarks dagegen seien durchaus in einem Wettbewerbsumfeld sinnvoll, so VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. Wichtig sei dabei, vor allem über Prozesse und deren Verbesserung nachzudenken.

Krankenhaushygiene und Infektionsschutz – ein ernstes Thema, das öffentlich aber auch häufig zu falschen Interpretationen führt – wurde von Prof. Dr. Petra Gastmeier auf seinen sachlichen Kern gebracht. Die Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Berliner Charité machte deutlich, dass MRSA inzwischen leicht auf dem Rückzug ist. Andere resistente Erreger dagegen hätten sich auf den Vormarsch gemacht. Darauf müssten sich die Krankenhäuser vorbereiten. Es gehe darum, Gefahren zu erkennen, Risikopatienten zu screenen, auf strikte Händehygiene zu achten. Sie betonte aber auch, man könne diese Probleme nicht vor allem auf die Krankenhäuser beziehen. Wichtig sei, im ambulanten Bereich und in der Landwirtschaft so sparsam wie möglich mit Antibiotika umzugehen und auch die Bevölkerung immer wieder darauf hinzuweisen und zu informieren. Der öffentliche Umgang mit diesem Problem sei von Alarmierung geprägt. Es gehe aber um Problemlösung und nicht um Schuldzuweisungen. Entscheidend sei die Prävention von Infektionen.

„Sie brauchen Menschen, die nach innen und außen gut kommunizieren können, so die Erfahrung von Prof. Dr. Tom Schaberg, Chefarzt des Zentrums für Pneumologie im Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg. Er erläuterte, was zu einem umfassenden Hygiene-Management gehört, verwies aber auch darauf, dass dafür Investitionen u.a. in Personal und Software notwendig sind. „Hygiene im Krankenhaus braucht Ideen, Forschung und Geld.“

Das brauchen die Kliniken auch, wenn es um Zukunftstrends in der Medizin geht. Etwa um Robotik, die künftige Roboter-Mensch-Kooperation, um personalisierte Therapien für Krebspatienten, die Idee der Molekularen Pathologie, aber auch um effiziente Krankenhausstrukturen, die dafür notwendig sind, sowie um Vernetzung, die nur mit moderner IT möglich ist – und für die es bereits Beispiele gibt, an denen man sich orientieren kann. VKD-Vizepräsident Peter Asché, Kaufmännischer Direktor der Uniklinik RHTW Aachen, stellte ein Projekt aus NRW vor, an dem sein Universitätsklinikum maßgeblich beteiligt ist und mit dem Sektor übergreifende Verbindungsstellen geschaffen werden.

Was bedeutet das alles für die Mitarbeiter? Auch darum ging es. Um Frauen in der Chirurgie zum Beispiel – dürfen sie in der Schwangerschaft operieren? Unter welchen Bedingungen? Und wenn Mitarbeiter überlastet sind – wie kann ihnen geholfen werden? Und was können sie selbst tun?

Eine spannende Konferenz, flankiert von vielen Gesprächen der Teilnehmer untereinander und mit den hochkompetenten Experten. Sie alle sind Partner im System der Gesundheitswirtschaft. Es ist wichtig, die Positionen, Interessen und Zukunftsprojekte der anderen zu kennen und zu diskutieren, um sinnvoll kooperieren zu können.

Kontakt:

VKD-Geschäftsstelle Berlin
Tel-Nr: 030-28885912
E-Mail: vkdgs@vkd-online.de

Pressesprecher
Dr. Falko Milski
Geschäftsführer
Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten GmbH

Tel-Nr: 03821 700100
E-Mail: f.milski@bodden-kliniken.de

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.350 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. http://www.vkd-online.de/

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